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Haßberg-Kliniken Geburtshilfestation mit Werbung retten

Nachdem die Geburtshilfestation der Haßberg-Kliniken zunächst gerettet wurde, tauchen jetzt neue Probleme auf. Das Klinikum und die örtliche Politik werben deshalb um Unterstüzung.

Stand: 13.03.2018

ARCHIV - Babys auf der Geburtsstation | Bild: dpa-Bildfunk/Waltraud Grubitzsch

Das "Zukunftsprogramm Geburtshilfe" unterstützt verlustreiche Geburtshilfestationen im ländlichen Raum in Bayern. Damit die Haßberg-Kliniken Geld aus diesem Topf bekommen, müssen sie eine Geburtenquote erfüllen: Mindestens die Hälfte der im Landkreis Haßberge entbindenden Mütter müssten ihr Kind dort zur Welt bringen. Deshalb möchte Stefan Kolck, Geschäftsführer der Kliniken werdende Mütter für die Haßberg-Kliniken gewinnen.

Freistaat könnte unterstüzen

Die Geburtshilfestation der Haßberg-Kliniken muss derzeit ein Defizit von rund 800.000 Euro ausweisen. 680.000 Euro will der Freistaat übernehmen, wenn die gewünschte Geburtenquote erreicht wird. So könnte die Station aufrecht erhalten werden, meint Stefan Kolck.

Geburtenzahl zu gering

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2018 liegt die Geburtenzahl allerdings unter den anvisierten 50 Prozent. Mit 22 Geburten im Januar und 27 Geburten im Februar, haben sich nur 38,5 Prozent der werdenden Mütter im Landkreis für die Geburtshilfestation entschieden. 600 Geburten im Jahr müsste es geben, um die Wirtschaftlichkeit der Station zu sichern.

Die Zukunft der Geburtsstation liege nun in den Händen der werdenden Eltern, die darüber entscheiden, ob sie in Haßfurt ihr Kind zur Welt bringen oder in einer anderen Klinik, meinte zuletzt der Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider.


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Inge Seegmüller, Dienstag, 13.März, 14:50 Uhr

1. Haßberg-Klinik

Ich bin zwar nur die Oma, aber meine beiden Enkelkinder kamen in Haßfurt zur Welt, wohnen in Goßmannsdorf.
Man möchte einerseits Kinder haben, andererseits wird es den Eltern oft erschwert, wenn die Wege zum KH zu lang sind.
Hört doch endlich auf immer nur rationell zu denken, unser Staat wirft so viel Geld zum Fenster raus.
Gebt den Eltern die Möglichkeit " Wohnungsnah" zu entbinden.
Ich möchte mit meiner Unterschrift zum Erhalt beitragen, auch wenn es wenig nützt.

Inge Seegmüller
Bad-Königshofen

  • Antwort von Michael , Dienstag, 13.März, 22:48 Uhr

    Eine wohnungsnahe Geburtshilfe macht aber natürlich nur Sinn, wenn die Frauen im Umkreis auch dorthin gehen. Und dies ist momentan nicht in ausreichender Zahl der Fall.
    Man kann keiner Frau vorschreiben, in welches Krankenhaus sie gehen muss. Aber Frauen können umfangreich informiert werden, um eine Entscheidung treffen zu können und sich sicher zu fühlen. Die vermeintliche 100%ige Sicherheit gibt es aber nirgends.
    Das Angebot für Entbindungen reicht von Geburtshäusern bis zu großen Geburtszentren. Ich finde, dass ein kleines Krankenhaus wie das in Haßfurt eine sehr gut Alternative ist: eine familiäre Atmosphäre bei medizinischer Sicherheit im Hintergrund. Mein Sohn wurde auch in Haßfurt geboren. Für uns war das richtig.

    Das einzige was jetzt der Geburtshilfe in Haßfurt helfen kann: darauf hinweisen, dass es weiter geht und welche Risiken dort beherrschbar sind und diese auch beim Vorstellungsgespräch mit den Ärzten und Hebammen besprechen.

    Michael