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Würzburger Bischof Franz Jung legt Amtseid in München ab

Der neue Würzburger Bischof Franz Jung hat am Nachmittag in München vor Ministerpräsident Markus Söder den Treueeid auf die bayerische Verfassung abgelegt. Am Sonntag wird er im Würzburger Kiliansdom zum Bischof geweiht.

Stand: 05.06.2018

Vor der Eidesleistung wies Ministerpräsident Söder auf das Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl vom 12. September 1933 hin.

"Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, Deutschland und Bayern Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte."

Text des Treueeids

Mit dem Eid, so die Pressestelle des bischöflichen Ordinariats, bekundet der ernannte Bischof seine Treue gegenüber Deutschland und Bayern. Das Konkordat legt fest, dass die ernannten Bischöfe den Treueid ablegen, bevor sie in Bayern von einer Diözese Besitz ergreifen, so die Pressestelle des Ordinariats. Söder wünschte Jung, der bald für 750.000 Katholiken im Bistum Würzburg zuständig sein wird, Glück, Gesundheit, Kraft, Erfolg und Gottes Segen.Das Protokoll der Vereidigung wurde von Ministerpräsident Markus Söder, Franz Jung und Bernd Sibler – dem Staatsminister für Unterricht und Kultus – unterzeichnet.

"Wir leben in Zeiten einer sich langsam auflösenden Volkskirche und noch ist offen, wohin uns der Geist Gottes in den kommenden Jahren führen wird."

Franz Jung, ernannter Bischof von Würzburg

Zeremonie am Wochenende

Am Samstag wird Franz Jung um 19.00 Uhr auf dem Kardinal-Döpfner-Platz willkommen geheißen. Dazu laden das Dekanat Würzburg-Stadt, die Stadt Würzburg sowie der Landkreis Würzburg ein. Stadtdekan Jürgen Vorndran, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Landrat Eberhard Nuß werden den künftigen Bischof begrüßen. Helga Neudert, Vorsitzende des Dekanatsrats Würzburg-Stadt, überreicht gemeinsam mit Vorndran Brot und Salz.

Bischofsweihe am Sonntag

Die Bischofsweihe findet am Sonntag um 14.00 Uhr im Kiliansdom statt. Das BR Fernsehen überträgt den Gottesdienst von 14.00 bis 16.00 Uhr live aus dem Kiliansdom. Im Vorfeld zeigt der BR von 13.45 bis 14.00 Uhr unter dem Titel "Ein neuer Bischof für Würzburg: Franz Jung" ein Porträt von Elisabeth Möst über den künftigen Bischof. Darin gibt er Einblicke in seine Vorhaben und Erwartungen, zeigt seine Lieblingsorte in Speyer und trifft seine Vorgänger im Würzburger Bischofsamt. Im Hörfunk ist die Bischofsweihe im digitalen Kanal B5 zu hören. Außerdem gibt es einen Livestream auf br.de und facebook live über BR24.


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Sentilo, Mittwoch, 06.Juni, 06:48 Uhr

3. Trennung von Staat und Kirche

Trennung von Staat und Kirche bedeutet auch, dass sich die Kirche nicht im rechtsfreien Raum bewegt. Sie darf nicht Staat im Staate sein, sondern unterliegt den Gesetzen. Dafür hat sie dann ja auch gewisse Privilegien als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Deshalb hat der Treueeid auch heute noch seine Bedeutung.

MR, Dienstag, 05.Juni, 08:40 Uhr

2. Trennung von Kirche und Staat?

Ist das noch die angeblich in Deutschland vorhandene Trennung von Kirche und Staat?

  • Antwort von Oliver M., Dienstag, 05.Juni, 10:26 Uhr

    Wo ist das Problem, wenn ein Bischof den Treueeid ablegt und sich damit auch zu unseren staatlichen Grundwerten bekennt, die genau genommen ja auf christlichen Grundwerten basieren?

    Eine vollständige Trennung von Kirche und Staat ist m.E. in unserem Kulturkreis gar nicht möglich, eben weil Grundlage unserer heutigen Gesellschaft das Christentum ist. Und eine völlige Trennung ist auch nicht gut. Denn eine Gesellschaft, welche christliche Grundwerte und Tugenden außen vor lässt und ablehnt, wird scheitern! Oder glauben Sie wirklich, dass unsere von Wachstum und Gewinn besessene (Zweiklassen)gesellschaft ohne Rücksicht auf Umwelt, Ressourcen sowie den Mensch als Individuum Zukunft hat?

  • Antwort von Schorsch, Dienstag, 05.Juni, 19:37 Uhr

    Der Herr Bischof ist Beamter und deshalb muß er den Treueeid auf die Verfassung ablegen wie jeder andere Beamte auch. Außerdem untersteht jeder kirchliche Mitarbeiter zusätzlich der Kirche, wird aber als Beamter bezahlt.

    Die Konsequenz des Beamtenrechts und bei kirchlichen Mitarbeitern zeigte sich vor Jahren bei Professor Küng in Tübingen. Er war als Professor Beamter des Landes Baden-Württemberg, als Priester unterstand er dem Bischof von Rottenburg. Dieser entzog ihm wegen seiner Aussagen das Prüfungsrecht für Priester. Das Land konnte ihn aber als Professor nicht entlassen, schließlich war er Beamter auf Lebenszeit (Lehrstuhlinhaber). Das Land mußte ihn deshalb ein eigenes Institut einrichten, bei dem er keine katholischen Priester prüfen durfte.
    Küng war außerdem Schweizer, kein Deutscher.

  • Antwort von Sandman, Mittwoch, 06.Juni, 11:37 Uhr

    @ Schorsch: Das ist inhaltlich leider falsch!
    Die allermeisten Kirchenmitarbeiter sind weder Beamte, noch werden sie sonst irgendwie vom Staat bezahlt.
    Die meisten Mitarbeiter der katholischen Kirche sind normale Beschäftigte. Lediglich die Pfarrer haben ein beamtenähnliches Beschäftigungsverhältnis, dieses aber ausschließlich mit der Kirche.
    Auch der Bischof ist kein Beamter. Die Alimentierung durch den Staat und der Treueeid ergeben sich aus dem Konkordat, mit einem Beamtenverhältnis hat das gar nichts zu tun.

deman, Dienstag, 05.Juni, 07:53 Uhr

1. Treueeid

Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen.

ob diese Beachtung beim Kirchenasyl immer zutrift?