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Geschlechterverteilung an Hochschulen Professorin? Mangelware

Nicht einmal ein Viertel aller Professoren sind Frauen. In Bayern nicht mal ein Fünftel. Grund sind immer noch Vorurteile. Nun wollen sich Bund und Länder mit dem Projekt "GENDER 2020" der Situation annehmen.

Von: Laura Weingrill

Stand: 28.01.2017

Eine Frau geht eine Treppe zu einem Lesesaal hinauf. | Bild: pa/dpa/Britta Pedersen

An deutschen Hochschulen lehrten im Jahr 2015 insgesamt 46.310 Professorinnen und Professoren, davon waren jedoch nur 22,7 Prozent Frauen - so das Statistische Bundesamt Deutschland. Ein Umstand, der seit Jahren auf den To-Do-Listen von Bund, Ländern und Hochschulen ganz oben steht. Aber trotz allem steigt der Anteil von Frauen in der Wissenschaft  laut Studien jährlich nur um einen einzigen Prozentpunkt.

Gleichstellungsrat für mehr Gerechtigkeit

Hochschulen, wissenschaftliche Kommissionen und unter anderem das Ministerium für Wissenschaft und Forschung haben das Problem erkannt und an der Universität Bielefeld um eine Lösung gerungen. Eine Idee: Gleichstellung soll in Zukunft durchgängig und verbindlich gesteuert werden können. Ziel soll sein, eine geschlechtergerechte Wissenschaftskultur zu schaffen. Auf den Weg bringen soll das ein Gleichstellungsrat für ganz Deutschland.

Frauen als Rarität

In Studium und Promotion gibt es noch eine relativ gleichmäßige Verteilung je nach Studienfach. Erst in der Zeit zwischen dem Abschluss und der Anstellung verliert die Wissenschaft ihre Frauen.

Unterschwellig herrschen noch immer Vorurteile und Stereotypen: Begriffe wie Führung und Genialität werden unbewusst stärker Männern zugeschrieben, so Anneliese Niehoff, Vorstandsmitglied der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen. Außerdem entschieden sich Wissenschaftlerinnen, wenn sie ohnehin nicht in gleicher Weise wie ihre männlichen Kolleginnen gefördert werden, häufiger gegen eine Wissenschaftskarriere. Dieser Prozess wird in der Forschung als Cooling-Out beschrieben.

Außerdem entschieden sich Frauen gegen einen Job, bei dem sie alleine unter Männern arbeiteten, denn dann würden sie nicht nur an ihrer Leistung gemessen werden. Das belegten Erfahrungsberichte.

"Das männlich dominierte Wissenschaftssystem hat sich-selbst-bestätigende Tendenzen. So halten männliche Führungskräfte tendenziell eher den Nachwuchs für geeignet, der ihnen ähnlich ist und verfestigen damit unbeabsichtigt Barrieren für all diejenigen, die nicht der weiß-männlichen Norm entsprechen."

Anneliese Niehoff, Vorstandsmitglied der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen

Nachholbedarf in Bayern

In Bayern liegt der Frauenanteil unter den Professoren sogar noch niedriger als im Bundesdurchschnitt - nämlich bei 18,7 Prozent im Jahr 2015 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik). An der Ludwig-Maximilians-Universität in München zum Beispiel sind von den rund 739 Lehrenden nur 150 Frauen (Stand 01.12.2015). Positiv zu verzeichnen ist, dass seit 2010 die Zahl an Professorinnen um 42 Prozent gestiegen ist.  


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Inge Borgmann, Samstag, 28.Januar, 20:51 Uhr

15. Eher Randproblem und falsche Schwerpunktsetzung

In meiner Wahrnehmung hat eine relevantere Anzahl von Frauen viel dringendere Probleme als nicht Professorin zu sein. Daher finde ich die Schwerpunktsetzung für 2020 verfehlt. Wer kümmert sich realitätsbezogener und ergebnisorientierter um Verhinderung von Gewalt gegen Frauen? Um Zwangsprostitution? Um Zwangsehen? Warum werden Frauen für ihre Rolle als Mütter so wenig wertgeschätzt? Und wer kümmert sich umgekehrt um Rollenmodelle für unsere Jungs in Kitas, Kindergärten und Schulen? Und wer kümmert sich auch mal wieder stärker um den Inhalt von Professuren? An den Hochschulen gibt es - gerade in den Genderwissenschaften - teilweise sehr "originelle" Lehrstühle, deren "Forschung" stark an dem Eigeninteresse zur Selbstrechtfertigung orientiert zu sein scheint. Auch muss jedem klar sein, dass ein "Schwerpunkt" bedeutet, dass andere Themen für weniger bedeutsam gehalten und weniger oder nicht bearbeitet werden. Wer falsche Schwerpunkte setzt handelt also zu Lasten von wichtigen Themen.

Hans Holtz, Samstag, 28.Januar, 15:36 Uhr

14. Hört mir bloß mit Quoten auf!

Nichts erweckt mehr Feindgefühl als GENDER. Dieser Begriff ist zu negativ belastet und ich reagiere darauf immer ungehalten. Man soll mir bloß nicht mit dem Quatsch kommen. Das ist ein Hobby für Wohlstandslinke und -grüne. Aber lasst uns Durchschnittsbürger damit in Ruhe...

Clauida O., Samstag, 28.Januar, 13:25 Uhr

13. Der Mythos der Berufswahl wegen "Vorurteile"

Der Grund sind keine Vorurteile, der Grund ist das Frauen von Geburt an ganz unabhängig von der Erziehung komplett andere Interessen haben als Männer. Biologen wissen das schon lange, zu diesem Thema gibt es endlose Studien. Politik und Medien haben sich aber aus vollkommen unerfindlichen Gründen dazu entschieden stattdessen lieber auf Genderforscher zu hören, die sich Ihre Ideologie frei ohne jeglichen Nachweis nach Belieben einfach ausdenken. Ich empfehle jedem den Film Hjernevask. Den gibt es auf YT mit englischem Untertitel. Nach der Ausstrahlung wurde in Norwegen nach kurzer Zeit die komplette Finanzierung der "Genderforschung" gestrichen. Diese ist nämlich für Naturwissenschaftler so glaubwürdig wie "Wasseradern auspendeln" oder "Zukunft aus Eingeweiden eines Huhns lesen". Und wenn die Presse diese Thema der Geschlechtergerechtigkeit so behandelt als würde es auf ernsthafte wissenschaftliche Erkenntnis basieren macht Sie sich damit komplett unglaubwürdig.

  • Antwort von Leonia, Samstag, 28.Januar, 14:32 Uhr

    Seltsam, weshalb habe ich mich als Frau bereits als Kind für technisches Spielzeug interessiert? Ich hätte neben meinen kleinen Matchboxautos und Legosteinen liebend gern einen Fischer-Technik-Baukasten gehabt, bekam ihn aber u.a. auch aus Kostengründen nicht. Bin ich Ihrer Meinung nach falsch gepolt?

  • Antwort von Clauida O., Samstag, 28.Januar, 15:22 Uhr

    Warum muss man eigentlich immer "größtenteils" oder "in der Regel" dazu schreiben damit das auch so verstanden wird? Außer Mathematikern trifft niemand absolute Aussagen oder meint Sie so. Ich finde diese Diskussionstaktik "sich dumm stellen und so tun als hätte man das Geschriebene falsch verstanden" im höchsten grade kindisch.

  • Antwort von Renate E. , Samstag, 28.Januar, 15:46 Uhr

    Leonia - Ausnahmen bestätigen die Regel! Ich liebte als Vorschulkind meinen kleinen Holz-Pferdewagen heiß und innig, mochte die Puppenkutsche absolut nicht. Trotzdem nahmen später die "weiblichen" Hobbys zu und ich entdeckte die Nähleidenschaft für mich, wie auch eine große Begabung fürs Basteln. Blau mochte ich übrigens gar nicht, auch Mathe nicht, aber Physik. Ich sehe diese ganze Genderei als Hobby von wohlstandsverwöhnten Studierten. Frauen sind Frauen und Männer sind Männer. Gerade wir Demokraten müssten doch wissen, dass die Mehrheit in unserer Gesellschaft bestimmt, Zwitter , Homosexuelle und andere Spezialfälle eben die absolute Minderheit darstellen und nicht die große Aufmerksamkeit bekommen können, die die seit einigen Jahren verlangen. Genauso unsinnig ist eine Frauenquote. Die Fähigsten sollten an die Spitze, egal welches Geschlecht!

  • Antwort von Homo, Samstag, 28.Januar, 20:06 Uhr

    Renate E.
    Sie sind Demokratin ?
    Schreibt sonst eine andere Renate E. Die Kommentare, z.B. Flüchtlinge raus !
    AFDler sind das jetzt lupenreine Demokraten ?

    Zwitter, Homosexuelle und andere Speziallfälle ?

    Wie sieht es denn mit dem Londoner Seher aus ?
    Auch ein Spezialfall ?

    Nur mal so eine Frage ?

Fridolin M., Samstag, 28.Januar, 12:27 Uhr

12. Na und?

Wo ist das Problem? Ist das wirklich so schlimm, daß man über diesen Umstand einen Artikel verfassen muß?

  • Antwort von Frieda, Samstag, 28.Januar, 13:38 Uhr

    Problem als Fridolin ? Nein !
    Problem nur für Frieda !

Lutz Schnelle, Samstag, 28.Januar, 12:24 Uhr

11. Unser Gegner ist die Geschichte geworden

deren Schubkraft die Menschheit gnadenlos voran treibt wie ein Güterzug. Um irgendwas zu retten, müßte der Planet auf dem status quo eingefroren werden.
Problematisch an der schönen neuen Welt ist, daß vor allem junge Leute das Führerhaus besetzen.
Die Wissenschaft glaubt, sie wüßte was Intelligenz ist und sortiert mit Fragen wie – was ist gleich an Gummiband und Papier – solche Jugendliche aus, die darauf eine Antwort geben, um ihre DNA zu sequentieren. Man schaue sich Arte-Dokus über die Genforschung in China an (oder "Welt ohne Menschen", Silicon Valley), da sind fast nur Jugendliche am Werk. Die klonen Tier und Mensch mit freundlichem Lächeln. Die Alten haben sie für die Experimente als Nazis beschimpft, doch die Schwerhörigkeit sitzt tief.
Es ist nur ein außerordentlicher Zufall, daß wir noch da sind. Die Maschine beschleunigt wie ein Teilchen im Cern und gewinnt dabei an Masse. Sollte sie auf ein anderes Teilchen treffen, wird der Planet in einem Lichtblitz verschwinden.

  • Antwort von Rumplhanni, Samstag, 28.Januar, 14:09 Uhr

    Etwas schwurbelig - wie jeder mal auf 1000 Zeichen - aber stimmt!
    Die Wissenschaft geschätzt, aber auch verdammt. Das gen-gestylt-geborene „Neon“-Schweinchen“ in einer ArteDoku hat mich vor geraumer Zeit regelrecht schockiert. „Religionslos“, von Gott Mensch in China erschaffen. Was bereits möglich ist, inzwischen schon wieder mehr. Konservativ heißt für mich eben nicht verklemmt, sondern ehrlich die Natur, eben auch die von Mensch und Tier zu schützen. Bei ehrlicher Toleranz versucht man zu verstehen, gegenseitige Menschlichkeit ist entscheidend, wiederum nicht die überhöhte, illusionäre - menschliches Fehlen. So wie man „China“ kritisiert, seine Wissenschaft, Wirtschaft, Geschichte - wie unsere nicht immer friedlich und edel - schätzen viele aber diese Menschen, die ebenso bereits gegen die Ausbeutung von Mensch und Tier rebellieren. Auch die, die Kunst und Kultur am Leben erhalten, sich durch Kunst, Literatur und Musik sogar einmischen - wenn es realistisch und somit glaubhaft ist

  • Antwort von Hans Holtz, Samstag, 28.Januar, 15:49 Uhr

    Lutz Schnelle, in vier, fünf Jahren wird das ganze Gendergequassel Schnee von gestern sein. Warum? Weil angesichts echter Sorgen, allen voran die Sicherung der nackten Existenz, derartige Scheinprobleme völlig vergessen sein werden. Wünsche Ihnen noch viele weitere Tagträume, wenn es Ihnen gut tut...

  • Antwort von Truderinger, Samstag, 28.Januar, 15:57 Uhr

    Wie kann man nur so viel sinnfreies Geblubber in einem Post unterbringen?