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Gipfeltreffen im Krisenmodus Trump wütet bei der NATO

Donald Trump stürzt die NATO in eine der schwersten Krisen ihrer fast 70-jährigen Geschichte: Außerplanmäßig kamen die Staats- und Regierungschefs am Vormittag zu einer Sondersitzung zusammen, um erneut über das Thema Militärausgaben zu diskutieren, wie das ARD-Studio Brüssel erfuhr. Zuvor hatte sich der US-Präsident in einem erneuten Wutausbruch lautstark über mangelnde Zahlungsbereitschaft der Europäer beklagt.

Von: Kai Küstner

Stand: 12.07.2018

Donald Trump | Bild: picture-alliance/dpa

Nach Angaben von Diplomaten verlangte Trump, dass alle NATO-Staaten bereits im kommenden Jahr 2 Prozent ihrer Wirtschaftskraft für die Verteidigung ausgeben sollen. Den bisherigen deutschen Plänen zufolge wird die Bundesrepublik im Jahr 2024 lediglich bei 1,5 Prozent landen. Trump habe gar mit einem "Alleingang" der USA in Sachen Verteidigung gedroht, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Frage ist, was das genau bedeuten könnte, und ob damit gar der Bruch des Bündnisses droht.

Schimpftirade gegen Deutschland

Bereits gestern hatte der Gipfel mit einer Schimpftirade von Seiten Trumps gegen Deutschland begonnen: Bei einem Frühstück mit dem NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg behauptete der US-Präsident, die Bundesrepublik werde "komplett von Russland kontrolliert", weil die Deutschen einen Großteil ihrer Energielieferungen von Moskau bekämen und auch gemeinsam mit Russland die Gaspipeline NordStream2 bauten. Auch wenn beim gemeinsamen Abendessen nach Angaben von Teilnehmern "eine gute Stimmung" geherrscht haben soll, hatte Trump noch in der Nacht und auch am Vormittag mit einer Tweet-Serie nachgelegt und seine heftige Kritik auch an den Deutschen wiederholt.


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