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"Es gibt Komplikationen" Tarifverhandlungen in Potsdam stocken

Die Tarifverhandlungen für die Angestellten von Bund und Kommunen stocken. Verdi-Bundeschef Frank Bsirske sprach in Potsdam nach zuvor optimistischen Äußerungen von nur noch mäßiger Stimmung: "Es gibt Komplikationen."

Stand: 16.04.2018

Kurz vor dem Start der dritten Verhandlungsrunde im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst gibt der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske ein Statement ab. Bisher lehnen die Arbeitgeber die Gewerkschaftsforderungen nach sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro, ab. Es geht um 2,3 Millionen Beschäftigte bei Kommunen und beim Bund. | Bild: dpa-Bildfunk/Ralf Hirschberger

Die Tarifverhandlungen für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen gestalten sich Gewerkschaftsangaben zufolge schwierig. Es gebe noch viel zu tun, sagte Bsirske vor neuen Beratungen der Spitzenvertreter beider Seiten. Man müsse sehen, wie man diese Schwierigkeiten nun bewältige.

Seehofer hatte Arbeitgeberangebot versprochen

Grund für die Verstimmung waren offenbar weit auseinanderliegende Einigungsvorschläge, die Arbeitsgruppen seit Montagabend durchgerechnet hatten. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte als Arbeitgeberverhandlungsführer für heute ein erstes Arbeitgeberangebot in Aussicht gestellt.

Nach einer von massiven Warnstreiks begleiteten mehrwöchigen Pause waren die Tarifverhandlungen am Sonntagmittag in die dritte Runde gegangen. Am Abend hatten die Gewerkschaft Verdi, der Beamtenbund dbb, die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und das Bundesinnenministerium dann in einer gemeinsamen Erklärung von "Annäherungen in Einzelfragen" und "ersten Fortschritten" gesprochen. In der Höhe und der Struktur eines Abschlusses gebe es aber nach wie vor unterschiedliche Positionen.

Sechs Prozent mehr

Verdi und der Beamtenbund fordern ein Gehaltsplus von sechs Prozent, monatlich jedoch mindestens 200 Euro mehr. Auszubildende und Praktikanten sollen 100 Euro mehr erhalten.

Bund und Kommunen wollen jedoch weniger bei den unteren, dafür mehr bei den oberen Gehaltsgruppen drauflegen, um den Bewerbermangel bei hochqualifizierten Expertenjobs zu überwinden. Im Falle eines Scheiterns drohen massive Streiks.


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