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Neue Warnstreiks oder nicht? Tarifstreit um den öffentlichen Dienst vor Entscheidung

Neue Warnstreiks oder nicht? Diese Frage stellt sich für Pendler, Fluggäste und Eltern von Kita-Kindern nach den jüngsten massiven Ausständen des öffentlichen Diensts. Gelingt heute ein Tarifkompromiss?

Von: Birgit Harprath

Stand: 17.04.2018

10.04.2018, Bayern, München: Junge Männer protestieren während einer Großkundgebung auf dem Marienplatz in München mit einem Schild mit der Aufschrift "Uns reichts!". Verdi hat erneut zu Warnstreiks im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes aufgerufen. Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

"Die Kuh vom Eis holen" nennen es Tarifpolitiker, wenn sie einen Konflikt lösen wollen. Ob das heute in Potsdam beim Treffen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gelingt, ist nach wie vor offen. Es geht um ein Einkommensplus von bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigten. Die hatten zuletzt Druck mit Warnstreiks auch in Bayern gemacht.

Tarifvertrag oder weitere Warnstreiks?

Zumindest reden die Beteiligten noch miteinander und haben die Gespräche nicht abgebrochen. Das ist das Signal heute aus Potsdam. Am Nachmittag wollen die Gewerkschaften das besprechen, was bis dahin konkret auf dem Tisch liegt.

Am späten Nachmittag sind die Tarifkommissionen geladen. Die könnten ein Ergebnis durchwinken oder ablehnen. Sagen sie ja, wird es einen Tarifvertrag geben. Sagen sie nein, dann könnte es ein viertes Treffen am Verhandlungstisch und weitere Warnstreiks geben.

Problem Fachkräftemangel

Oder aber die Gespräche scheitern. Dann hätten zwei Schlichter das weitere Geschehen in diesem Tarifkonflikt in ihrer Hand. Nach wie vor geht es in Potsdam um einen Knackpunkt bei den Gesprächen: Berücksichtigt man, wie von den Gewerkschaften gefordert, die unteren Einkommen?

Oder sind diesmal die Oberen dran? Das ist Bund und Kommunen angesichts des Fachkräftemangels wichtig.


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