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Evakuierung in Florida und Georgia Hunderttausende in den USA fliehen vor Hurrikan "Irma"

Auf den Karibikinseln zeigt sich immer deutlicher das Ausmaß der Verwüstung durch den Hurrikan "Irma". Mehrere Menschen kamen ums Leben. Auf Haiti gibt es Überschwemmungen. Kuba, Florida und jetzt auch der US-Staat Georgia wappnen sich für die Ankunft von "Irma". Hunderttausende Menschen werden evakuiert.

Von: tagesschau.de

Stand: 08.09.2017

Frauen auf Haiti während des Sturms "Irma" | Bild: REUTERS/Andres Martinez Casares

Der Hurrikan "Irma" ist mit zerstörerischer Wucht über die Inseln der Karibik hinweggefegt und hat mehrere Menschen in den Tod gerissen. Auf den amerikanischen Jungferninseln kamen infolge des Tropensturms vier Menschen ums Leben, wie der Fernsehsender CNN unter Berufung auf den Sprecher des Gouverneurs berichtete. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf hinterließ auf seinem Weg zerstörte Häuser, überflutete Straßen und entwurzelte Bäume. Wie viele Menschen ums Leben kamen, ist unklar.

Opferzahl kann weiter ansteigen

Frankreichs Premierminister Edouard Philippe sagte, im Überseegebiet Saint-Martin seien vier Tote gefunden worden. Er betonte, die Bilanz sei noch unsicher. Auf dem niederländischen Inselteil Sint Maarten kam mindestens ein Mensch ums Leben, wie Innenminister Roland Plasterk mitteilte. Zuvor war bereits von mehr Toten die Rede gewesen. Wegen des schlechten Zugangs zum Katastrophengebiet ist eine genaue Erfassung der Opferzahlen noch schwierig. Im britischen Überseegebiet Anguilla und auf Barbuda kamen zwei Menschen ums Leben.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Der Hurrikan passierte in der Nacht Haiti und sollte dann weiter Richtung Kuba, Bahamas und Florida ziehen. Auf Haiti wurden Überschwemmungen gemeldet.

60 Prozent der Bevölkerung obdachlos

"Irma" ist einer der stärksten jemals in der Region registrierten Tropenstürme mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde. Besonders schwer getroffen wurden die Karibikinseln Barbuda, Saint-Martin und Anguilla. "Mindestens 95 Prozent der Gebäude wurden beschädigt. 60 Prozent der Bevölkerung sind obdachlos", sagte Premierminister Gaston Browne zur Lage auf Barbuda. Die Insel sei praktisch unbewohnbar geworden.

Evakuierung auf Kuba und in Georgia

Auf Kuba wurden Tausende Touristen in Sicherheit gebracht. Die ausländischen Touristen sollten in anderen Hotels untergebracht werden, kubanische Urlauber nach Hause geschickt.

Mindestens 31.000 Menschen verließen auch die Inselkette Florida Keys als Vorsichtsmaßnahme. "Irma" wird hier in der kommenden Nacht erwartet. Floridas Gouverneur Rick Scott erklärte, Florida brauche freiwillige Helfer, um auf den Sturm und dessen Folgen vorbereitet zu sein. "In den vergangenen Stunden haben sich 4000 freiwillige Helfer gemeldet. Das ist hervorragend, aber wir brauchen mehr", so Scott. Insgesamt 17.000 Freiwillige würden gesucht.

Im US-Staat Georgia ordnete der Gouverneur die Evakuierung von Küstenorten an; 540.000 Menschen waren betroffen. Der Wirbelsturm hat laut Wetterforschern das Potenzial, Florida als Hurrikan der Kategorie fünf heimzusuchen, anschließend in Georgia könnte es Kategorie drei werden.

US-Airlines wollen mehr Flüge aus Florida anbieten

US-Fluggesellschaften versuchen so viele Kunden wie möglich aus dem Gefahrengebiet herauszufliegen. American Airlines bietet 16 zusätzliche Flüge von Miami an. Delta Air Lines stellt mehr und größere Flugzeuge bereit, um so die Zahl der verfügbaren Plätze um 2000 zu erhöhen. United Airlines nahm sechs zusätzliche Flüge in seinen Plan auf. Alle drei Airlines wollen bis zum Abend ihren Flugbetrieb in Florida weitgehend einstellen.

Und es haben sich bereits zwei weitere Wirbelstürme gebildet. Das US-Hurrikanzentrum stufte sowohl den Sturm "Katia" als auch den Sturm "José" als Hurrikan ein. Vor allem "Katia" im Golf von Mexiko bereitet den Experten Sorgen: Er erreiche Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde und soll sich im Laufe des Tages auf das Festland zubewegen.


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