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Online-Handel Steuertricks im World Wide Web

IT-Konzerne gelten als innovativ. Auf jeden Fall sind sie das, wenn es darum geht, Steuern zu vermeiden. Legendär sind Apple’s verschobene Milliarden. Aber auch kleine Online-Händler sind in dieser Disziplin äußerst kreativ.

Von: Stefen Wurzel

Stand: 08.03.2018

Wer im Internet Kleidung, Computerzubehör oder Deko-Artikel bestellt, bekommt diese häufig aus China geliefert. Steuern zahlen die rund 10.000 chinesischen Händler, die in Deutschland aktiv sind, aber meistens nicht. Dem Fiskus entgehen so jedes Jahr hunderte Millionen Euro. Künftig sollen Amazon, Ebay und Co für diese Ausfälle geradestehen.

Heimdeko aus China

Auch der Online-Händler Pete führt nur selten Steuern an Finanzämter im Ausland ab. Von einem unscheinbaren Geschäftshaus in Shanghai aus betreibt er sein Unternehmen. Jahresumsatz: rund 5 Millionen Euro. Pete vertreibt vor allem Heimdeko-Artikel – über vier verschiedene Online-Plattformen.

Amazon-Händler und der Fiskus

Bei Amazon hat er mehrere Möglichkeiten, seine Waren ins Ausland zu verkaufen. Eine ist, sie auf Vorrat in europäischen Logistikzentren einzulagern und von dort aus zu versenden. Solche Produkte kommen schnell beim Kunden an. Dafür muss der Händler aber am Standort des Logistikzentrums Umsatzsteuern zahlen.

China direkt

Pete aber wickelt nur einen kleinen Teil seines Geschäfts so ab. Das Meiste hingegen verschickt er direkt aus China. „Darauf fällt für mich keine Umsatzsteuer in Europa an“, sagt er.  „Ich kenne aber auch einen Händler hier aus Shanghai, der Probleme bekommen hat,“ räumt er ein. „Die Behörden sagen, er habe getrickst und müsse deshalb rund 25.000 Euro Steuern nachzahlen.“ Er hingegen halte sich an die europäischen Steuerregeln, versichert Pete. Aber diese Regeln seien eben sehr kompliziert, weswegen er sein europäisches Engagement aktuell nicht ausbauen wolle.


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Klaus Leist, Donnerstag, 08.März, 15:42 Uhr

3. Umsatz-/Mehrwertsteuer

Die Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer) ist eine reine Inlandssteuer. Wie richtig vermerkt, muss ein Händler oder auch Handwerker etc., der innerhalb Deutschlands verkauft, in Deutschland die Mehrwertsteuer ans Finanzamt abführen. Ein ausländisches Unternehmen, das vom Ausland aus die Ware nach Deutschland ausliefert, sei es aus Italien, Frankreich usw. oder auch aus China, muss dafür in Deutschland keine Umsatzsteuer bezahlen. Umgekehrt profitiert unsere Export orientierte Nation von dieser Regelung ganz gewaltig, das müsste man diesen hier angegeben Pseudo-Berechnungen entgegen rechnen. Jedes Auto, jedes Arzneimittel, das aus Deutschland ins Ausland geliefert wird ist Umsatzsteuer frei. Um diesen Ist-Zustand zu ändern, müssten unsere Umsatzsteuer-Gesetze fundamental geändert werden. Aber wer will das wirklich?

  • Antwort von Erklärbär, Donnerstag, 08.März, 17:31 Uhr

    So so. Was ist dann die Einfuhrumsatzsteuer?

  • Antwort von Steuerzahler, Donnerstag, 08.März, 17:33 Uhr

    Warum gibt es dann den Mehrwertsteuerausgleich zwischen verschiedenen Ländern?

Andi, Donnerstag, 08.März, 15:11 Uhr

2. Steuern

Amazon, Apple und wie sie noch alle heissen. Das Merkwürdige ist, jeder weiss von den Steuerhinterziehungen, aber trotzdem wird gekauft und zwar der Steuerzahlende. Die Politik und die Gesetzgebung " dulden " stillschweigend die Schlupflöcher. Während unsereiner einen Steuerbescheid über einige wenige Euro Nachzahlung erhält, und wehe er ignoriert es, dann aber hallo. Liebe GroKo, ihr seid gefragt.

Many, Donnerstag, 08.März, 13:52 Uhr

1. Steuertricks

kann man auch kreative Buchführung nennen, komisch ,wie kommt mir da der Bundeshaushalt und die schwarze Null in den Sinn.