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Pläne für München Staatsregierung belohnt Carsharing mit Parkplätzen

Die bayerische Staatsregierung will Leihwagen fördern. Geplant ist ein Gesetz, mit dem Kommunen leichter spezielle Carsharing-Parkplätze ausweisen können. Die Idee: weniger private PKW, weniger Feinstaub, weniger Verkehr. Den Gesetzentwurf befürwortet auch der bayerische Städtetag.

Von: Leonie Thim

Stand: 09.03.2018

Parkplatznot in München | Bild: Leonie Thim

Neben Anwohner-Parken bald auch Carsharing-Parken? Wenn es nach der Staatsregierung geht, ja! Die Münchner Bürger aber sind unentschlossen, was sie von reinen Carsharing-Parkplätzen in der Innenstadt halten sollen. Das zeigen die Antworten in einer kleinen BR-Straßenumfrage.

Münchner sind bei Carsharing-Parken unentschlossen

"Schwierig, gerade in Schwabing, wo es eh so wenige Parkplätze für die Anwohner gibt", meint ein Befragter. "Ich finde, das ist ein Versuch wert. Auf der anderen Seite fehlen dem Normalbürger ein paar Parkplätze. Aber auf der anderen Seite: Wenn dadurch ein paar Leute sagen, ich lasse mein Auto zuhause und nutze Carsharing", sagt ein anderer Anwohner.

Mehr Stellplätze für Leihautos in Münchner Innenstadt

Eine gewisse Skepsis also. Kein Wunder: Die Parkplatznot ist groß. Im Glockenbachviertel oder dem Lehel ist es für viele Anwohner jeden Tag das gleiche Spiel: Nachdem sie im Stau standen, müssen sie auch noch einen Parkplatz suchen, oft zwischen 20 und 40 Minuten. Der Freistaat will dieses Problem angehen. Aber nicht, indem er mehr öffentliche Parkplätze schafft; er will vielmehr Stellplätze extra für Leihautos reservieren.

Vorfreude bei Carsharing-Firmen

Mit einem neuen Gesetz will es die Staatsregierung Städten und Gemeinden erleichtern, entsprechende Parkplätze an Staats- und Kreisstraßen auszuweisen. Der Carsharing-Betreiber DriveNow aus München begrüßt das natürlich.

"Wir sehen die Problematik gerade in Stadtteilen wie Schwabing. Dass viele Leute gerne Carsharing-Autos nutzen würden, dass viele Leute gerne aufs eigene Auto verzichten würden, das aber nicht tun, weil sie Schwierigkeiten haben, einen Parkplatz zu finden."

Niklas Merk, Sprecher von DriveNow

Vorteil für Carsharing-Kunden - Nachteil für Anwohner

Carsharing-Kunden dürfte es freuen, denn ihre Parkplätze wären damit gesichert. Und sie haben einen klaren Vorteil gegenüber den Anwohnern, die noch weniger Stellplätze dadurch haben. Die könnten sich beschweren, wenn es noch weniger öffentliche Parkplätze gibt. Kurt Gribl, Präsident des bayerischen Städtetags, sieht darin kein Problem. Aus seiner Sicht würde sich dieser Konflikt von selbst regeln.

"Irgendjemand wird sich ja an dem Carsharing dann auch beteiligen und das sind in der Regel ja auch Anwohner. Von daher gehen wir davon aus, dass wenn Carsharing zunimmt, auch der Bedarf an sonstigen Stellflächen rückläufig sein wird."

Kurt Gribl, Präsident des bayerischen Städtetags

Auto teilen und Parkplatz finden

Außerdem gebe es keine konfliktfreien Veränderungen, meint Gribl. Sie seien immer mit "Betroffenheiten" verbunden. Im Grunde gehe es darum, die Lebensqualität zu erhöhen und Schadstoffbelastungen zu senken. Das geht nach Ansicht Gribls eben nur, wenn weniger Autos im städtischen Bereich unterwegs sind. Generell sieht Gribl im Carsharing "die Möglichkeit, dass sich viele an der gemeinschaftlichen Nutzung eines Autos beteiligen, dann eher auch mal den öffentlichen Nahverkehr benutzen und damit dazu beitragen, dass die Schadstoffqualität runter geht".

Städtetag steht hinter den Carsharing-Plänen

Der bayerische Städtetag unterstützt also den Gesetzentwurf der Staatsregierung. Denn mit dem geplanten Gesetz sollen Anwohner nicht nur dazu gebracht werden, das eigene Auto gegen einen Leihwagen zu tauschen. Sie sollen auch auf andere Verkehrsmittel umsteigen - oder genauer: auf einen Mix aus Verkehrsmitteln. Zum Beispiel mit dem Leihauto zum Bahnhof, dort in den Zug steigen und am Ende mit dem Rad ans Ziel. Das wäre aus Sicht vieler Politiker das Ideal.


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Ilona , Freitag, 09.März, 12:46 Uhr

6. Carsharing

Oberste Priorität kann nur die vermehrte Nutzung des ÖPNV sein. Dazu muss dieser effektiv mit hohen Taktzahlen auch in den Abendstunden und langen Wagenzügen fahren und nicht zu teuer sein. Carsharing nutzen auch viele Autobesitzer, also wird kaum jemand sein Auto verkaufen um sich ein Auto zu leihen .

Schafft man spezielle Parkplätze ist das nur wieder ein Anreiz mit dem Auto irgendwohin zu fahren, statt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen . Nach dem Motto wenn es da Parkplätze gibt, fahr ich doch mit dem Auto. Weiß ich hngegen, ich kann nicht parken, geht es auch öffentlich.

  • Antwort von Kats, Freitag, 09.März, 14:09 Uhr

    @ Ilona
    Viele in der Stadt kaufen kein Auto weil sie es nicht brauchen, sie fahren mit dem
    Rad oder den Öffentlichen. Wenn größere Besorgungen zu erledigen sind oder eine
    Fahrt in's Grüne nutzen sie Carsharing.
    Gerade viele junge Menschen haben kein eigenes Auto mehr, diese Zahl steigt stetig.

Peter, Freitag, 09.März, 10:06 Uhr

5. Das Gegenteil von gut, ist gut gemeint!

Zuerst einmal ist Carsharing eine gute Sache die meiner Meinung nach gefördert werden darf solange es nicht zu Auswüchsen wie bei der Solarförderung führt.

Viele Münchner haben ein Zweitauto das sie nur wenige Stunden im Monat benutzen, ein gutes Angebot an Carsharing könnte durchaus die Zahl der parkenden Autos reduzieren.
Was das aber mit Feinstaub zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht.
Die Entscheidung mit dem Auto zu fahren wird nicht davon abhängen ob eigener PKW oder geteilter. Die Entscheidung hängt jedes mal individuell vom Ziel und den Besonderheiten ab. Wenn ein ÖPNV zur Verfügung steht wird er sich an objektiven Gesichtspunkten messen lassen müssen.

Also ein klares JA zu Carsharing!
Allerdings mit Feinstaub damit zu werben, ist Volksverdummung.

PS : Ich bin eh der Meinung, dass Neubauten im München einen Zwang zur Tiefgarage haben müssten!
a, kann man den teuern Platz besser nutzen und b, wird sich der Käufer die Anschaffung eines 2tPkw 2mal überlegen

Rene Gat, Freitag, 09.März, 09:22 Uhr

4. Wer parkt da ?

Ich weiss jetzt schon genau, wer auf diesen Stellflächen NICHT parken wird.

Wolfgang, Freitag, 09.März, 09:17 Uhr

3. "Laternengaragen" alle abschaffen.

1. Daher keine gebührenfreien Dauerabstlelplätze auf öffentlichem Grund!

2. Stellplatzbaupflicht beonders für Gewerbe wie Handel, Handwerk, Fittness und Gastronomie abschaffen.

Dann gibt es viele Möglichkeiten wieder leben in die unmittelbare Wohnumgebung zu bringen, kurze Fußwege zum Frisör, Kneipe, Fittness, Handwerkern, Nahversorger.

Ohne Baupflicht bleibt es ja dem Gewerbe überlassen trotzdem Stellplätze zu errichten wnn die überwegend KFZ-Anfahrer als ihre Zielgruppe sehen.

Ebenso beim Wohnungsbau, dem Käufer und Bauträger es überlassen.

Wenn keine Laternengaragen in der Nähe sind und parken 4€/h kostet nwrd auch nicht zugeparkt.

Rechlich wäre schön wenn für sofortiges Abschleppen Pfandrecht am Fahrzeug bestünde, bezahlen oder Fahrzeug wird öffentlich versteigert, unabhängig wer der Fahrer war oder betreff Rechte von Leasingfirmen oder Banken.

Schaut euch an wem ihr einen Wagen anvertraut oder finanziert....

Wr die STVO einhält hat keine Probleme.

  • Antwort von Handwerker, Freitag, 09.März, 21:51 Uhr

    An Wolfgang,

    bei so einem Kommentar, muss ich davon ausgehen, dass du die ganze Nacht durch gemacht hast und eben nach Hause gekommen bist.

Max Morigl, Freitag, 09.März, 08:38 Uhr

2. Ziel des Carsharing

Carsharing macht doch nur Sinn, wenn dadurch die Anschaffung/der Besitz eines eigenen Pkw vermieden wird. Die Anzahl der Fahrzeuge im Verkehr soll dadurch sinken. Dann würde auch der benötigte Parkraum reduziert. Die geplante Maßnahme Parkraum für Carsharing Fahrzeuge zu reduzieren wird alleine nicht die Carsharing Quote erhöhen. Dazu bräuchte es weiterer Fördermaßnahmen.