Zurück zur Startseite
Sport
Zurück zur Startseite
Sport

Zum Tod von Niki Lauda: Abschied von einer Legende | BR24

© BR

Eine Nachricht, die nicht nur die Formel 1 bewegt: Der Österreicher Niki Lauda ist tot. Der ehemalige Weltmeister, der das Flammen-Inferno am Nürburgring überlebt, starb im Alter von 70 Jahren.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Zum Tod von Niki Lauda: Abschied von einer Legende

Die Motorsport-Welt trauert um einen ihrer größten Helden: Der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda, der 1976 die Flammenhölle am Nürburgring überlebte, ist tot. Er starb mit 70 Jahren im Kreise seiner Familie. Seine Erfolge bleiben unvergessen.

Per Mail sharen

"In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist", gab die Familie des Rennfahrers bekannt. "Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich. Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle", heißt es in der Mitteilung.

Lauda war dreifacher Formel-1-Weltmeister

Der Österreicher war einer der besten Fahrer der 1970er- und 1980er-Jahre. Drei Mal - 1975, 1977 und 1984 - sicherte sich Lauda den Weltmeistertitel in der Formel 1. Zuletzt musste man sich um ihn sorgen, denn nach einer Lungentransplantation im vergangenen August, die ihn zweimal ins Krankenhaus zwang, lag Lauda längere Zeit auf der Intensivstation. Doch auch das hatte er überstanden.

Der Weg in den Motorsport war für ihn alles andere als einfach: Der gebürtige Wiener, dessen Vater und Großvater Industrielle waren, hatte sich wegen seiner Motorsport-Ambitionen mit seiner Familie überworfen. Dank seines Namens gewährten ihm österreichische Banken dennoch ausreichend Kredite, so dass 1971 der Einstieg in die Formel 1 glückte. Zuvor war Lauda seit 1968 in verschiedenen anderen Klassen, unter anderem der Formel 2 und 3 gestartet.

Debüt beim Heim-Grandprix in Österreich

Sein Formel-1-Debüt feierte er im August 1971 bei seinem Heim-Grandprix in Österreich für das Team March-Ford. Nach einem Intermezzo beim britischen B.R.M.-Team landete Lauda 1974 bei Ferrari. Firmengründer Enzo Ferrari war auf den jungen Österreicher aufmerksam geworden, weil der mit vermeintlich unterlegenen Autos den Ferraris das Formel-1-Leben schwer machte. Lauda feierte in seiner ersten Saison beim Großen Preis von Spanien den ersten seiner insgesamt 25 Formel-1-Siege, schon in der zweiten Saison 1975 krönte er sich erstmals zum Weltmeister.

© picture-alliance/dpa

Niki Lauda

Der Unfall am Nürburgring 1976

Weit über die Formel-1-Szene hinaus bekannt wurde Lauda durch einen schlimmen Unfall beim Großen Preis von Deutschland am 1. August 1976. Er verunglückte auf dem Nürburgring in einem Linksknick, der heutigen Niki-Lauda-Kurve, wo er nach rechts ausbrach, gegen eine Felswand fuhr und sein Ferrari in Flammen aufging. Es dauerte über eine halbe Minute, bis er endlich aus dem brennenden Wagen befreit werden konnte. Lauda trug schwere Verbrennungen davon, schlimmer noch waren aber die Lungenverätzungen durch die giftigen Dämpfe.

Im Unfallkrankenhaus Ludwigsburg bekam Lauda schon die Krankensalbung - doch er überlebte und saß bereits nach 42 Tagen wieder im Cockpit. Mehr noch: Bis zum letzten Saisonrennen, dem Großen Preis von Japan in Fuji, führte Lauda sogar noch die WM-Wertung an. Dort stellte Lauda sein Auto nach zwei Runden aber aus Sicherheitsgründen - Regen und Nebel hatten für schwierige Bedingungen gesorgt - ab. "Ich wollte mich nicht ein zweites Mal umbringen", sagte Lauda später. Der Brite James Hunt verhinderte Laudas zweiten WM-Titel. Der folgte aber nur ein Jahr später.

© picture-alliance/dpa

Niki Lauda nach seinem Unfall am Nürburgring

Lauda war erfolgreicher Motorsport-Manager

Auch nach seiner aktiven Rennfahrer-Karriere blieb Lauda dem Motorsport und vor allem der Formel 1 treu. In den 1990er-Jahren fungierte er unter anderem als Berater bei Ferrari, nach der Jahrtausendwende war er als Rennleiter und Teamchef beim britischen Jaguar-Team. Seit September 2012 war er Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Formel-1-Teams.

Erfolgreicher Unternehmer

Schon während seiner Rennfahrerkarriere gründete Lauda, der auch selbst Pilot war, die Fluglinie Lauda Air. Diese vergrößerte er nach und nach, seit 1990 besaß die Fluglinie eine weltweite Linienflugkonzession. In den 2000er-Jahren verkaufte Lauda mehr und mehr Anteile an die österreichische Austrian Airlines, die schließlich 2002 die Fluglinie zu 100 Prozent übernahm. Lauda selbst war schon im November 2000 aus seinem Unternehmen ausgeschieden. Seit 2016 war er wieder im Flug-Business mit der österreichischen Gesellschaft "Laudamotion".

Niki Lauda hatte zwei Nieren- und eine Lungentransplantation

Als Folge seines Unfalls 1976 musste sich Lauda nicht nur umfangreichen Hautoperationen unterziehen. Als Folge der Medikamente ließen auch seine Nieren stark nach. 1997 und 2005 bekam er neue Spendernieren. Nach einer schweren Lungenerkrankung musste sich Lauda am 2. August 2018 auch einer Lungentransplantation unterziehen.

© BR

Der dreifache Formel-1-Weltmeister und Unternehmer Niki Lauda ist tot. Er wurde 70 Jahre alt. Ein Rückblick auf seine Karriere, auf seine Rennen und seine Zeit als Flugunternehmer.