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Zukunft des Bundestrainers: DFB-Gipfel mit Löw bereits gestartet | BR24

© dpa-Bildfunk/Alex Grimm

Bundestrainer Joachim Löw

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Zukunft des Bundestrainers: DFB-Gipfel mit Löw bereits gestartet

Offenbar schneller als gedacht wird über die Zukunft des Bundestrainers entschieden. Nach Medieninformationen sind die ranghöchsten Funktionäre bereits am Montag in der DFB-Zentrale mit Joachim Löw zusammengekommen.

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  • BR24 Sport

Woche der Wahrheit für Joachim Löw: Zum Start in die Woche der endgültigen Entscheidung über seine Zukunft tauchte der angeschlagene Bundestrainer plötzlich in Frankfurt auf. Nach tagelangem Schweigen traf sich der 60-Jährige wohl in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einigen wenigen, aber zentralen Entscheidern des Verbandes. Zwei Wochen nach dem verstörenden 0:6-Debakel gegen Spanien in Sevilla soll allerspätestens bei der DFB-Präsidiumssitzung am Freitag über Löws Einsatz bei der EM 2021 entschieden werden.

Keine Bestätigung vom DFB

Der DFB bestätigte den Gipfel von Löw mit der Verbandspitze um Präsident Fritz Keller und den für die Nationalteams verantwortlichen DFB-Direktor Oliver Bierhoff zunächst nicht. Der DFB hatte dem ewigen Bundes-Jogi wie nach dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 die "zeitliche und emotionale Distanz" gewährt, die sportliche Situation in Ruhe aufzuarbeiten - gerade auch persönlich.

Das Vorabtreffen könnte den Entscheidungsprozess beschleunigen. Bierhoff hatte seinem Weggefährten Löw noch in Sevilla Rückendeckung gegeben: "Das Vertrauen ist da, daran ändert auch dieses Spiel nichts". Auch Keller sprach sich schnell dafür aus, den "steinigen" Weg mit einem jungen Umbruchteam fortzuführen.Im Verband werden zudem der ungünstige Zeitpunkt, die schwierige Corona-Lage und auch eine sofort fehlende Nachfolgelösung gesehen.

Rücktritt halten viele für unwahrscheinlich

Dass Löw nach der angeordneten inneren Einkehr ein halbes Jahr vor der Europameisterschaft mit den Heimspielen in der Gruppenphase gegen Weltmeister Frankreich, Titelverteidiger Portugal und Ungarn in München hinwirft, hielten Personen aus dem direkten Dunstkreis der DFB-Auswahl, aber auch gut informierte Personen im Umfeld der Verbands-Funktionäre vor dem Treffen für unwahrscheinlich. Löw verabschiedete sich aus Sevilla zwar mit der Aussage, dass es jetzt darum gehe, "die richtigen Schlüsse" aus dem "rabenschwarzen Abend" zu ziehen. Er äußerte aber keine Zweifel an sich selbst und seinem Kurs, der ganz auf den EM-Sommer ausgerichtet ist.

Unabhängig von einem gültigen DFB-Vertrag bis nach der WM 2022 in Katar will Löw sicherlich nicht mit einer 0:6-Niederlage abtreten. Ein stressiger Job als Vereinstrainer reizt ihn nicht mehr. Mit 60 fühlt er sich zugleich zu jung für den Ruhestand.

Rückendeckung aus dem Profilager

Der am Spitzengespräch beteiligte DFB-Vizepräsident Peter Peters gilt nicht erst seit dem WM-Triumph 2014 in Brasilien als Löw-Befürworter. Der Multi-Funktionär und frühere Schalker Finanzvorstand ist zudem ein Vertreter des Profilagers. Aus der Bundesliga aber waren keine Rufe zu vernehmen, ein halbes Jahr vor der EM den Nationaltrainer auszuwechseln. Nicht nur beim FC Bayern oder bei RB Leipzig haben sie es sehr geschätzt, dass Löw im eng getakteten Corona-Spielplan ihre Topkräfte - auch zum eigenen Nachteil - in mehreren Herbst-Länderspielen pausieren ließ. Rückendeckung bekommt er auch von Stefan Effenberg. Am Sonntag wies der ehemalige Nationalspieler im Interview in Blickpunkt Sport darauf hin, dass das Problem nicht nur am Trainer, sondern zum Großteil auch an den Spielern liegt.

© BR

Ex-Bayernspieler Stefan Effenberg erläuterte in Blickpunkt Sport die Rolle von charakterstarken Führungsspielern beim FC Bayern. Dabei sieht der ehemalige Nationalspieler auch einen Zusammenhang zur aktuellen Situation in der Nationalmannschaft.