Zurück zur Startseite
Sport
Zurück zur Startseite
Sport

Zehn Jahre Blutpass: Doping am häufigsten in der Leichtathletik | BR24

© B5 Sport

Internationale Dopingfahnder geben erstmals Zahlen heraus, wie viel der sogenannte Blutpass im Kampf gegen Doping bisher gebracht hat. Von 150 verurteilten Sportlern kommen 104 aus der Leichtathletik.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Zehn Jahre Blutpass: Doping am häufigsten in der Leichtathletik

Internationale Dopingfahnder geben erstmals Zahlen heraus, wie viel der sogenannte Blutpass im Kampf gegen Doping bisher gebracht hat. Von 150 verurteilten Sportlern kommen 104 aus der Leichtathletik.

Per Mail sharen
Teilen

Im Rahmen des Biologischen Athletenpasses, wie das Programm offiziell heißt, werden von den Athleten regelmäßig Blutproben genommen und der Verlauf der Blutwerte beobachtet. Gibt es abnormale Schwankungen, die nur durch Doping zu erklären sind, können die jeweiligen Sportler gesperrt werden, ohne dass eine verbotene Substanz direkt nachgewiesen werden muss.

Um das System des Blutpasses zu vereinheitlichen und zu stärken, hat die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA 2009 Richtlinien zur Durchführung vorgegeben. Seitdem seien schon mehr als 150 Sportlerinnen und Sportler nur aufgrund abnormaler Werte zu einer Dopingstrafe verurteilt worden, so die WADA.

104 von 150 betroffenen Sportlern aus der Leichtathletik

Von den gut 150 kamen 104 und damit mit Abstand die meisten aus der Leichtathletik, 20 aus dem Radsport, einen Fall gab es bisher im Skisport und jeweils keinen einzigen beispielsweise in den Sportarten Biathlon, Eisschnelllauf, Triathlon, Schwimmen und Fußball. Das teilten die jeweiligen Anti-Doping-Organisationen dem Bayerischen Rundfunk/ARD-Radio-Recherche Sport mit.

© BR

Dopingstrafen durch die WADA aufgrund des Blutpasses

Bei den Zahlen handelt es sich um Angaben der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sowie der jeweiligen Internationen Verbände bzw. deren Anti-Doping-Organisationen auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks/ARD-Radio-Recherche Sport. Die Zahlen lassen sich nicht miteinander vergleichen, weil es gerade in der Leichtathletik viel mehr Sportler gibt als zum Beispiel im Biathlon. Die Darstellung soll lediglich eine Übersicht liefern, in welchen Sportarten es beispielsweise schon Fälle gegeben hat, und in welchen nicht.

Die Effektivität des Blutpasses war zuletzt in Frage gestellt worden, als Ski-Langläufer bei den Weltmeisterschaften im österreichischen Seefeld erst mithilfe der Polizei und Hausdurchsuchungen des Blutdopings überführt werden konnten. Nach den bisherigen Erkenntnissen handelte es sich dabei allerdings um Athleten, die nicht zur Weltspitze gehören und deshalb offensichtlich auch nicht so im Fokus der Dopingfahnder standen.

Für die WADA ist der Athletenpass mittlerweile unerlässlich, gerade auch für erfolgreiche Zielkontrollen. Athleten mit verdächtigen Blutwerten würden gezielt getestet. Seit der Einführung vor zehn Jahren habe der Pass schon zu mehr als 350 positiven Tests auf das Blutdopingmittel Epo geführt.

© BR Sport

Vor zehn Jahren begann im Kampf gegen Doping ein neues Kapitel. Der Biologische Athletenpass, oder auch Blutpass genannt, wurde mit einheitlichen Richtlinien weltweit eingeführt. Was hat der Blutpass bislang gebracht?