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Yannic Seidenberg - Hilfssheriff des Eishockey-Bundestrainers | BR24

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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft muss ohne Bundestrainer Toni Söderholm beim Deutschland Cup antreten. Der Chefcoach hat Corona. Deshalb sollen die Stars um Routinier Yannic Seidenberg auf dem Eis den verlängerten Arm des Trainers geben.

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Yannic Seidenberg - Hilfssheriff des Eishockey-Bundestrainers

Routinier Yannic Seidenberg fiebert dem Deutschland Cup entgegen. Weil Bundestrainer Toni Söderholm wegen Corona passen muss, ist Seidenberg diesmal als verlängerter Arm des Coaches besonders gefordert,

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Von
  • Achim Hofbauer

Yannic Seidenberg ist süchtig, süchtig nach Eis. Über 1.000 Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat er auf dem Tacho, in der Nationalmannschaft gehört er mit seinen 36 schon fast zum Inventar. Immer wenn sich die Kabinentür öffnet und es raus aufs Eis geht erlebt er seinen x-ten Frühling.

Beim diesjährigen Deutschland Cup ist das nicht anders. Seidenberg kratzt schon mit den Kufen: "Ich habe es den ganzen Sommer vermisst. Ich freue mich auf die Spiele hier. Vor allem gegen Lettland zu zeigen, was wir drauf haben. Ich bin heiß, ja!"

Eishockey in der "Bubble"

Doch diesmal wird's anders als sonst: Keine Zuschauer, keine Topnationen, dafür eine Bubble. "Das ist ungewohnt", sagt Seidenberg: "Normal verbringen wir bei einem Turnier auch viel Zeit draußen. Gehen in die Stadt, ins Café oder so. Oder wir halten uns draußen auf."

Aber: "Jetzt sind wir nur in der Halle und im Hotel. Trainieren, Essen, Schlafen. Aber wir hängen viel miteinander ab im Hotel. Wir spielen Darts, haben auch Spiele dabei. Macht Spaß!" Man muss das Beste draus machen, sagt Seidenberg. Jammern, nicht sein Ding, lieber spielen.

Ohne Bundestrainer Söderholm - wegen Corona

Gegner der Nationalmannschaft sind Lettland und das eigene Perspektivteam. Und auf Seidenberg persönlich wartet da eine spannende Aufgabe. Bundestrainer Toni Söderholm wurde positiv auf Corona getestet.

Die Trainingseinheiten werden gestreamt, damit er sie verfolgen kann, das übrige Trainerteam steht in ständigem Austausch mit ihm - an der Bande eingreifen kann er aber nicht. Und da kommt wieder Yannic Seidenberg ins Spiel.

Spieler wie er, Korbinian Holzer oder Moritz Müller sollen auf dem Eis den Laden zusammenhalten. Allesamt arrivierte Kräfte, die U18-Trainer Steffen Ziesche unterstützen sollen: "Die Jungs sind sich der Verantwortung auch bewusst. Wir wollen dieses Turnier spielen, es hat eine wichtige Signalwirkung.“

Nur die Fitness fehlt noch nach der Coronapause

Denn das deutsche Eishockey steht nach langer Zeit mal wieder im Schaufenster. Und Yannic Seidenberg möchte helfen, es in den kommenden Tagen ein wenig aufzupolieren: "Wir arbeiten an Kleinigkeiten draußen, auch an der Fitness. Klar versuche ich zu helfen oder Tipps zu geben, wenn sie es brauchen."

Im Training sagt er, ist die Stimmung gut. Aber an der Fitness feilen sie nach Monaten ohne Spiel noch ordentlich bei der Nationalmannschaft: "Manche pumpen mal etwas stärker neben mir, aber das geht mir auch ab und zu so."

Turnier "wichtig fürs deutsche Eishockey"

Aber allen ist eines bewusst, vor allem auch im Hinblick auf die DEL, deren Start ja immer noch in der Schwebe liegt: "Es ist wichtig fürs deutsche Eishockey um zu zeigen, dass wir noch alle da sind, dass wir alle spielen wollen. Es gilt Deutschland zu repräsentieren. Und natürlich den Turniersieg zu holen."