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Relegations-Drama: Wütende Ingolstädter fühlen sich betrogen | BR24

© picture alliance/Matthias Balk/dpa

Relegationsrückspiel in Ingolstadt: Jalen Hawkins (links) tröstet Tobias Schröck vom FC Ingolstadt 04 nach dem Abpfiff.

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    Relegations-Drama: Wütende Ingolstädter fühlen sich betrogen

    In nur einer Woche wird dem FC Ingolstadt 04 gleich zwei Mal in der Nachspielzeit der Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga entrissen. Nach dem Drama im Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Nürnberg fragen sich die Schanzer: Was haben wir verbrochen?

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    Der Fußball-Gott kann kein Schanzer sein. Das bittere Relegations-Drama gegen den 1. FC Nürnberg raubte beim Drittligisten FC Ingolstadt 04 allen den Glauben an Gerechtigkeit im Profi-Business. "Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben", haderte Torwart Marco Knaller nach dem 3:1-Sieg im Rückspiel, der dennoch nicht zum Aufstieg in die 2. Liga reichte.

    Die Mannschaft von Trainer Tomas Oral bot ein grandioses Comeback nach der 0:2-Niederlage im Relegationshinspiel. Bis zur letzten Aktion war der FCI nach einem Jahr zurück in der 2. Liga - dann zerstörte das Tor von Nürnbergs Fabian Schleusener in der 96. Minute alles.

    Emotionale Ausraster nach dem Abpfiff

    Nach dem Abpfiff entluden sich die Emotionen auf dem Rasen des Sportparks in wüsten Beschimpfungen und beinahe sogar in Handgreiflichkeiten. Vor allem Ingolstadts Kapitän Stefan Kutschke, ein Kicker mit Nürnberger Vergangenheit, rastete aus. In der Geisterspiel-Atmosphäre des Corona-Spielbetriebs war vieles zu hören, was sonst im Fan-Lärm auf den Tribünen untergeht.

    "Es gibt schlechte Verlierer und noch viel schlechtere Gewinner", schnaubte Ingolstadts Abwehrspieler Marcel Gaus. "Nach dem Hinspiel waren wir tot, wurden belächelt. Wir wussten aber, wenn wir ein Tor schießen, kommen wir in die Köpfe vom Club", sagte Gaus nach dem Spiel und betonte: "Zweimal wird uns der Kuchen, kurz bevor du ihn ausgepackt hast, weggenommen. Es tut einfach weh, es kotzt mich an."

    Schon am 4. Juli am Aufstieg geschnuppert

    Zweimal? Ja! Erst ein paar Tage zuvor schienen die Schanzer am letzten Drittliga-Spieltag schon aufgestiegen zu sein, bis die Würzburger Kickers einen fragwürdigen Elfmeter in der Nachspielzeit erhielten, diesen verwandelten und direkt in die 2. Bundesliga hoch durften.

    Diesmal ließ Schiedsrichter Christian Dingert länger als die angezeigten fünf Minuten nachspielen. Ein vermeintliches Foul vor Fabian Schleuseners entscheidendem Treffer überprüfte er nicht selbst am Video-Bildschirm. Für Ingolstadts Vorstandschef Peter Jackwerth war das "Arroganz".

    Enttäuschung, Wut und Leere

    "Brutal" nannte Trainer Tomas Oral den doppelten Tiefschlag. "Das hatten wir nicht verdient", resümierte er nach dem unbelohnten Kraftakt beim 13. Spiel in sechs Wochen. Der 47-Jährige spürte nur noch "Leere" in sich. 2019 stieg er mit Ingolstadt in der Relegation dramatisch ab. Jetzt verpasste er nach seiner Rückkehr zu den Oberbayern im März binnen einer Woche zweimal den Aufstieg.

    Orals Vertrag läuft noch bis 2021. Dann soll es ein Happy-End mit den Schanzern geben. Vereinsboss Jackwerth (63) erklärte trotzig: "Wir treten nicht an, um im Mittelfeld zu landen. Das wird nächstes Jahr wieder so sein!" Vielleicht erhört ihn der Fußball-Gott.

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