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Würzburger Kickers: Was plant Magath mit Cheftrainer Schiele? | BR24

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Kein Kommentar zur Vertragsverlängerung: Michael Schiele, Trainer der Würzburg Kickers, will sich bis zum Saisonende aufs Sportliche konzentrieren. In Sachen Vertragsverlängerung gab's nur ein Schmunzeln.

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Würzburger Kickers: Was plant Magath mit Cheftrainer Schiele?

Stell Dir vor, Du steigst auf und hast keinen Trainer. Die Würzburger Kickers stürmen der 2. Bundesliga entgegen. Doch der Vertrag von Chef Michael Schiele läuft aus. Die Fans fordern die Verlängerung, der Verein und Felix Magath schweigen bisher.

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Beim jüngsten 3:1-Heimsieg gegen Hansa Rostock prangte wieder ein auffälliges Fanplakt in der Würzburger Arena am Dallenberg. "Worauf wartet Ihr? Michas Vertrag verlängern!", war darauf zu lesen. Schon eine Woche zuvor beim Heimspiel gegen Chemnitz hatten die Kickers-Fans so ein klares Votum abgegeben. "Der Erfolg gibt ihm recht - Vertragsverlängerung jetzt!" Auch schon vor der Coronapause hatten sich die Würzburger Anhänger für Michael Schiele eingesetzt.

Der gebürtige Heidenheimer formte in Würzburg, seit er 2017 vom Co- zum Cheftrainer befördert wurde, in Unterfranken eine schlagkräftige, leidenschaftliche Truppe. Der Aufstieg rückt immer näher. Selbst wenn die Konkurrenz konstant gewinnt, würden den Kickers zwei Punkte aus den verbleibenden beiden Spielen gegen Viktoria Köln und den Halleschen FC für den Zweitliga-Aufstieg reichen.

Doch was danach kommt, ist weiter offen. Als Schiele 2017 Cheftrainer wurde, wurde einfach sein vorhandener Vertrag übernommen. Der läuft aber nur bis zum 30. Juni. Was kommt dann? Die Kickers-Anhänger hatten schon im Frühjahr, als ein möglicher Auftstieg noch nicht in Sicht war, einen Schuldigen ausgemacht. "Lieber Liga 3 mit Micha als Champions League mit Felix!", war auf einem Banner beim Auswärtsspiel in Zwickau im Februar zu lesen.

© imago images/foto2press

Würzburg-Fans beim Auswärtsspiel in Zwickau im Februar

"Felix", das ist natürlich Felix Magath, seit Januar der vermeintlich mächtige Mann im Hintergrund der Kickers. Magath ist seit Januar Chef des neugeschaffenen Bereichs "Global Soccer" bei Würzburg-Sponsor "Flyeralarm". "Ich will mit meiner Erfahrung aus dem Fußballgeschäft als Sparringspartner zur Verfügung stehen und bei Entscheidungen helfen", hatte er damals gesagt. Seitdem hält Magath die Fäden vor allem im Hintergrund. Welchen Einfluss er tatsächlich auf den Klub hat, ist noch immer nicht so richtig klar.

Fakt ist: Zuletzt verfolgte Magath aufmerksam die Heimspiele der Kickers von der Terrasse der Vereinsgaststätte "club11", meist flankiert von anderen Würzburger Verantwortlichen. Beim Heimspiel gegen Rostock standen Flyeralarm-Gründer Thorsten Fischer und Kickers-Vizepräsident Sebastian Herkert bei Magath, der intensiv die Partie verfolgte.

© imago images/HMB-Media

Aufmerksame Beobachter beim Spiel Würzburg-Rostock: Felix Magath, Sebastian Herkert und Thorsten Fischer (v.r.)

Magath und Schiele tauschen sich regelmäßig aus. "Gespräche mit ihm sind immer sehr interessant. Wir haben auch die letzten Partien zusammen noch einmal analysiert. Er hat immer viele Ratschläge und einen großen Erfahrungsschatz", sagte der Trainer über Magath, als die Liga nach der Coronapause wieder Fahrt aufnahm.

In Sachen Vertragsverlängerung gab und gibt sich Schiele aber weiter kurz angebunden, Magath sagt ohnehin nichts zum Trainer. Magath, das war schon beim Amtsantritt klar, will sich erst ein umfassendes Bilder von den Würzburger Kickers machen und dann einiges umkrempeln. "Das eine oder andere wird und muss sich hier verändern", sagte Magath schon bei seiner Vorstellung, "sonst wäre ich ja nicht hier."

Nur: Im Januar standen die Kickers nach 20 Spieltagen gerade mal auf Tabellenplatz 13. Dass der Klub nur 16 Spieltage später das von Magath ausgegebene Ziele "2. Liga" fast schon erreicht hat, damit hätten wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten gerechnet.

Was sind Felix Magaths Pläne?

War es Magaths Plan, die neue Saison auf jedem Fall mit einem neuen Trainer anzugehen? Wird dieser nun angesichts des unerwarteten Erfolgs von Trainer und Mannschaft durchkreuzt? Oder ist es nur eine der bewährten Taktiken des Erfolgsmenschen Magath, die Vertragsverlängerung hinauszuzögern, um die Spannung bei Trainer und Mannschaft auch im Saisonfinale hochzuhalten?

Schiele will sich aufs Sportliche konzentrieren

Michael Schiele, von den Fans verehrt, von Magath derzeit in die Warteschleife gepackt, geht nach außen noch entspannt mit der Situation um. "Ich bin die letzten Monate gut damit gefahren, mich aufs Sportliche zu konzentrieren. Das andere müssen dann andere Leute machen", sagte er nach dem 3:1-Sieg gegen Rostock. Gibt's also in zwei Spieltagen einen Aufsteiger ohne Aufstiesgtrainer? Michael Schiele setzt sein Lausbuben-Lächeln auf. Und schweigt.

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Der 36. Spieltag der 3. Liga in der Saison 2019/20: Sehen Sie hier die Partie Würzburger Kickers - Hansa Rostock in voller Länge.