BR24 Logo
BR24 Logo
Sport

Würzburg-Kicker Kwadwo für Spielabbruch nach Rassismusvorfall | BR24

© BR

Würzburgs Fußball-Profi Leroy Kwadwo hat nach der rassistischen Entgleisung eines Zuschauers gegen seine Person im Drittligaspiel in Münster geschlossenen Widerstand der Branche gefordert: "Fußball hat eine große Macht."

8
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Würzburg-Kicker Kwadwo für Spielabbruch nach Rassismusvorfall

Fußball-Profi Leroy Kwadwo fordert nach den rassistischen Beleidigungen gegen ihn im Drittliga-Spiel der Würzburger Kickers bei Preußen Münster ein noch entschlosseneres Handeln aller Beteiligten. Er erwägt sogar Spielabbruch bei solchen Vorfällen.

8
Per Mail sharen
Teilen

Leroy Kwadwo war am Freitagabend im Preußenstadion in Münster von einem Zuschauer mit Affenlauten beschimpft worden. Andere Zuschauer reagierten daraufhin mit "Nazis-raus"-Rufen und zeigten auf den Mann, so dass dieser in Polizeigewahrsam genommen werden konnte. Die Reaktion sei "fast eine Genugtuung" für ihn gewesen, sagte Kwadwo im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. "Nochmal einen großen Dank an die Fans von Preußen, die da schnell und gut gehandelt haben", fügte der Fußballer mit ghanaischen Wurzeln hinzu.

Die Beleidigung selbst habe ihn "einfach nur traurig und wütend gemacht", teilte Kwadwo mit: "Ich habe zwar eine andere Hautfarbe, aber ich bin hier geboren."

"Der Fußball hat eine große Macht. Wir sollten dann alle zusammenrücken, sagen, so geht es nicht weiter, dann spielen wir nicht", meinte der 23-Jährige auf die Frage, ob Spielabbrüche eine angemessene Reaktion bei solchen Vorfällen sein könnten.

Lob für FIFA-Schiedsrichterin Rafalski

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verurteilte den Vorfall in Münster, lobte die Reaktionen der Beteiligten, insbesondere das richtige Eingreifen von FIFA-Schiedsrichterin Katrin Rafalski. "So traurig und beschämend der rassistische Vorfall gegenüber Leroy Kwadwo" gewesen sei, "so vorbildlich waren die sofortigen Reaktionen darauf", twitterte der DFB auf seinem Account. Rafalski habe gemäß der Drei-Stufen-Regel der Europäischen Fußball-Union (UEFA) eine Stadiondurchsage veranlasst und gleichzeitig versucht, den Spieler zu beruhigen.

Entschuldigung von Preußen Münster

Die Gastgeber entschuldigten sich sofort bei dem betroffenen Kicker und den Gästen aus Unterfranken: "Das ist nichts, was auf den Fußballplatz und schon gar nicht in unser Stadion gehört. Solche Leute wollen und brauchen wir hier nicht", betonte Preußen-Vereinspräsident Christoph Strässer, der von 2014 bis 2016 sogar Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung war.

Kickers: Dank an reagierende Zuschauer

Auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie, lobte Würzburgs Coach Michael Schiele die Reaktion der eingreifenden Zuschauer. "Rassismus hat nirgendwo etwas verloren, das tolerieren wir als Verein nicht, und niemand in Deutschland sollte so etwas tolerieren. Wir sagen Danke an die Zuschauer für die Reaktion."