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WM-Analyse: Bundestrainer Löw räumt Fehler ein | BR24

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In München hat der Fußball-Bundestrainer seine mit Spannung erwartete WM-Analyse vorgestellt. Joachim Löw räumte Fehler ein, radikal umbauen will er aber nicht.

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WM-Analyse: Bundestrainer Löw räumt Fehler ein

Bei seiner WM-Analyse in München räumte Bundestrainer Joachim Löw eigene Fehler ein. Auch die Foto-Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan habe man unterschätzt, sagte Löw.

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Es gibt nicht die eine Erklärung, für Erfolg oder Misserfolg, das machte Löw gleich zu Beginn klar. Zwei große Fehler hat der Bundestrainer allerdings ausgemacht. "Mein allergrößter Fehler war, dass ich gedacht habe, dass wir mit Ballbesitz zumindest durch die Vorrunde kommen," erklärte Löw. "Ich wollte das auf die Spitze treiben und das noch mehr perfektionieren.“

Der zweite große Punkt war die fehlende Leidenschaft bei seiner Mannschaft, die der Coach aber auch auf den Erfolg 2014 zurückführt: "Wenn man ein Turnier gewinnen will, muss man ein Feuer schüren und die Lunte muss immer mehr brennen, das haben wir in diesem Turnier nicht geschafft."

"Wollen Schiff wieder auf Kurs bringen"

Für die Zukunft sieht der Bundestrainer genau bei diesen beiden Punkte seinen Ansatz. Bereits vier Tage nach dem WM-Aus sei für ihn und Oliver Bierhoff klar gewesen, dass sie mit aller Kraft daran gehen wollen, "das Schiff wieder auf Kurs zu bringen." Er habe sich trotzdem bewusst die Zeit für die Analyse genommen, sich mit wichtigen Spielern ausgetauscht und die Trends der WM 2018 angesehen.

Personell löst der bisherige Co-Trainer Thomas Schneider Urs Siegenthaler als Leiter der Scoutingabteilung ab. Im Stab von Löw bleiben dagegen Assistent Marcus Sorg und Andreas Köpke als Bundestorwarttrainer.

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Bundestrainer Joachim Löw hat in München seine lange erwartete Analyse des frühen WM-Scheiterns präsentiert. Seine zwei zentralen Schlüsse: Ballbesitzfußball reicht nicht mehr, zudem habe der Enthusiasmus von 2014 gefehlt.

Löw über Özil-Rücktritt

Auch das Thema Mesut Özil sprach Löw an. Er habe mehrfach versucht Kontakt mit Özil aufzunehmen, bislang aber nicht persönlich mit ihm gesprochen. "Wir haben die Situation mit den Fotos unterschätzt. Meine einzige Intention war: Wir stehen vor einer WM und müssen uns verbereiten." Dieses Thema habe Kraft gekostet, "aber es war nicht der Grund, dass wir ausgeschieden sind." Die Vorwürfe von Özil an den DFB seine überzogen, Rassismus habe es in seinen Teams nie gegeben.

"Mesut hat mich bis heute nicht angerufen. Er hat sich für diesen Weg entschieden, das muss ich so akzeptieren." Joachim Löw
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Bei seiner WM-Analyse in München räumte Bundestrainer Joachim Löw ein, dass sein Team die Foto-Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan unterschätzt habe.

Auch Teammanager Oliver Bierhoff zeigte sich selbstkritisch. "Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten", sagte Bierhoff. In Zukunft, kündigte er, soll das DFB-Team wieder nahbarer und bodenständiger auftreten. Auch der Betreuerstab rund um das Team soll deutlich kleiner werden. Im Vergleich zum WM-Team werden in Zukunft elf Betreuer weniger zum Funktionsteam gehören.

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Das WM-Aus mit Zahlen erklärt: Bei seiner Aufarbeitung der WM-Blamage von Russland griff Bundestrainer Joachim Löw tief in die Statistikkiste und zeigte, was im Vergleich zu 2014 gefehlt hat.