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Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny mit Schutzmaske

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    Wirbel um "falsch positive" Corona-Tests im Profifußball

    Im Fußball kommen Zweifel an der Zuverlässigkeit von Corona-Tests auf: Auch bei Drittligist Türkgücü München wurden einige Positivtests nachträglich als "falsch positiv" eingestuft. Die Münchner sind bereits der dritte betroffene bayerische Klub.

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    Von
    • Bernd R. Eberwein

    Was ist, wenn ein positiver Corona-Test gar nicht positiv ist? Diese Frage sorgt gerade bei mehreren Fußball-Vereinen für Aufregung: Auch Drittligist Türkgücü München teilte am Sonntag mit, dass "drei positive Corona-Meldungen vom vergangenen Freitag 'falsch positiv' bzw. negativ sind". Dies habe das zuständige Corona-Labor nach einer weiteren Testreihe der gesamten Mannschaft und des Betreuerstabs bestätigt.

    Das für Freitagabend angesetzt Drittligaspiel von Aufsteiger Türkgücü beim FSV Zwickau war vom Deutschen Fußball-Bund auf Antrag des Münchner Klubs abgesagt worden. Es gab drei vermeintliche Coronafälle bei Türkgücü, ingesamt 18 Spieler mussten in häusliche Quarantäne.

    Alle Betroffenen dürfen die angeordnete Quarantäne nach Vereinsangaben nun sofort wieder verlassen.

    DFB will Ermittlungen zu Labortests starten

    Nach Angaben von Türkgücü will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in der kommenden Woche "Ermittlungen über die Verbesserung von Labortests durchführen."

    "Es ist sehr traurig, dass unser Spiel beim FSV Zwickau wegen drei falsch positiven Tests abgesagt werden musste, besonders aus sportlicher Sicht aber auch aufgrund der entstandenen Kosten. Nun gilt es den Fall aufzuarbeiten, um solche Szenarien in Zukunft zu vermeiden." Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny

    "Falsch positive" Befunde auch bei FC Bayern und Kickers

    An diesem Wochenende hatte es beim deutschen Fußballmeister FC Bayern München und Zweitligist Würzburger Kickers ähnliche Fälle mit "falsch positiven" Befunden gegeben.

    Nach einem positiven Corona-Befund am vergangenen Dienstag waren bei FC-Bayern-Spieler Serge Gnabry an den vier darauffolgenden Tagen jeweils weitere PCR-Tests durchgeführt worden, die allesamt ein negatives Ergebnis brachten, wie der Verein am Sonntag mitteilte. Zusätzlich wurden am Samstag und am Sonntag jeweils ein Antigen-Test durchgeführt, beide zeigten ebenfalls ein negatives Ergebnis. "Das Münchner Gesundheitsamt geht daher nun davon aus, dass der positive PCR-Test vom vergangenen Dienstag falsch-positiv war und hat daher die Quarantänemaßnahmen aufgehoben", schrieb der Club in einer Mitteilung. Gnabry werde nun wieder zum Kreis der Mannschaft stoßen und am Montag die Reise zum Champions-League-Spiel nach Moskau antreten.

    Bei den Würzburger Kickers waren Spieler Douglas und zwei Co-Trainer betroffen, die wegen positiver Testergebnisse nicht am Spiel beim Hamburger SV teilnehmen konnten. Auch hier teilte der Klub am Samstag nach dem Spiel mit, dass die Tests "falsch positiv" gewesen sein und das Trio bereits am Sonntag wieder am Mannschaftstraining teilnehmen kann.

    Heidenheim prüft rechtliche Schritte

    Außerhalb Bayerns war unter anderem Zweitligist 1. FC Heidenheim betroffen. In der vergangenen Woche waren dort sechs Personen aus Mannschaft und Umfeld positiv getestet worden. Das Spiel gegen den VfL Osnabrück schien ernsthaft gefährdet.

    Nach Vereinsangaben wurden die betroffenen Personen dann noch einmal - wie die gesamte Mannschaft - am Freitag und Samstag vom Klinikum Heidelberg mit negativen Ergebnissen getestet worden.

    Noch am Samstagnachmittag konnte der Klub die Spielvorbereitung wieder aufnehmen. Der 1. FC Heidenheim teilte mit, dass gegen das ursprüngliche Testlabor rechtliche Schritte geprüft werden.