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Wie steht’s beim 1. FC Nürnberg, wie geht’s weiter? | BR24

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BR-Sportreporter Jan Wiecken: "Ich würde an der Stelle des Aufsichtsrats in Ruhe suchen und kühlen Kopf bewahren".

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Wie steht’s beim 1. FC Nürnberg, wie geht’s weiter?

Nach einer Aufsichtsratssitzung wurden beim 1. FC Nürnberg erst der Sportvorstand Andreas Bornemann und kurz darauf Trainer Michael Köllner entlassen. Unsere Reporter fassen den Tag zusammen und erklären, wie es beim Club weiter gehen kann.

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Andreas Bornemann wollte den Trainer nicht opfern. Jetzt musste er selbst gehen. Wie selten ist denn diese Loyalität im Profifußball?

BR-Sportreporter Jan Wiecken: In der Bundesliga musste im Jahr 2013 der Trainer Marco Kurz gehen, gemeinsam mit Manager Andreas Möller. Aber dass der Sportvorstand seinen Verbleib an dem des Trainers knüpft, das hat es bislang noch nicht gegeben. Und das spricht für Herrn Bornemann und dafür, dass er zu seinem Wort steht, weil er immer wieder betont hat: "Ich gehe mit Herrn Köllner notfalls auch in die zweite Liga".

Der 1. FC Nürnberg hatte zuletzt 15 Spiele ohne Sieg. Warum haben die Aufsichtsräte so lange gewartet?

BR-Sportreporter Jan Wiecken: Es gab ja immer wieder Hoffnung, aber leider keine Kontinuität bis zum Schluss. Ich denke an das 1:1 gegen Bremen – in den letzten Minuten gab’s da den Ausgleich durch Ishak und alle haben gefeiert. Das ist der "Bock", den es umzustoßen gilt. Und das war der nötige Impuls. Aber dann kam das Pokal-Aus gegen den HSV und die bittere Niederlage gegen den Abstiegskonkurrenten Hannover. Dann hat der Aufsichtsrat gesagt: "Jetzt müssen wir handeln".

Wie soll der neue Impuls unter dem bisherigen Cotrainer denn aussehen?

BR-Sportreporter Jan Wiecken: Vielleicht ergibt sich jetzt eine andere Ansprache, eine andere Hierarchie oder eine andere Struktur. Club-Torwartlegende Raphael Schäfer hat gesagt: "Ein Trainerwechsel ist die einzige Chance für diese Mannschaft, um noch irgendwie die letzten zehn Prozent raus zu kitzeln und dann vielleicht den Klassenerhalt zu schaffen". Marek Mintal könnte vielleicht auch als Stürmer-Ikone dabei helfen.

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© dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Merak Mintal und Boris Schommers: Thomas Klinger stellt das neue Trainergespann vor.

Wie schnell muss ein neuer Sportvorstand her?

BR-Sportreporter Jan Wiecken: Ich würde an der Stelle des Aufsichtsrats in Ruhe suchen und kühlen Kopf bewahren. Da muss jemand kommen, der Erfahrung hat, darauf legt der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Grethlein auch wert. Nicht irgendein Ex-Spieler, ein verdienter, der jetzt schnell zum Sportvorstand gemacht wird, das wäre das Falsche. Es sollte jemand sein, der ein paar Scouts mitbringt, der auch selber einen guten Blick für jungen Nachwuchs hat – und jemand, der den Weg der finanziellen Konsolidierung mitgeht beim Club.

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BR-Reporter Florian Weber vor der Geschäftsstelle des 1. FC Nürnberg: "Wenn man drin bleibt in der ersten Liga, dann könnte sich das Auszahlen".

Was sagen die Fans über den Rauswurf?

BR-Reporter Florian Weber: Der Großteil der Fans steht sicherlich hinter dieser Entscheidung. Im Gegenteil: Die allermeisten Fans haben einen neuen Trainer schon seit Wochen gefordert. Spätestens nach der Niederlage gegen Hannover und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz wurden die Rufe ja richtig laut. Das hat schon eine Rolle gespielt bei der Entscheidung des Aufsichtsrats, dass man sagt, wir dürfen auch unsere Fans nicht verlieren. Wir müssen jetzt handeln, wir müssen was tun, um irgendwie die Klasse zu halten.

Mitten in der Saison zwei Verantwortliche rauswerfen und zwei neue verpflichten – kann sich der Club das wirklich leisten?

BR-Reporter Florian Weber: Ja natürlich muss der 1. FC Nürnberg jetzt nach einer guten Lösung suchen: ob das Gehalt erst mal weitergezahlt wird oder ob vielleicht eine Abfindung mit den beiden vereinbart wird. Aber der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Grethlein hat auch ganz klar gesagt: "Es ist jetzt kein größeres Problem für den 1. FC Nürnberg". Es ist vor allem kein Risiko aus finanzieller Sicht, sich mit den beiden zu einigen – selbst im schlimmsten Fall, wenn man die beiden Gehälter erst mal weiterzahlen muss. Auch wenn diese Ausgaben natürlich nicht eingeplant waren. Aber man muss es ja auch so sehen: Wenn man drin bleibt in der ersten Liga, vielleicht durch diesen Trainerwechsel, dann gibt es ja auch viel mehr Geld für die nächste Saison. Also das könnte sich natürlich unterm Strich auszahlen.