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Wie Schwimmer von Yoga profitieren | BR24

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Bildrechte: sportler-yoga/Thomas Schnitzer

Vera Gloger bei einer Yoga-Übung

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Wie Schwimmer von Yoga profitieren

Die Schwimmer sitzen seit Anfang November buchstäblich auf dem Trockenen. Trotzdem können sich Schwimmer auf den Wiedereinstieg vorbereiten - mit Yoga.

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Von
  • Petra Martin

Während sich in der Corona-Zwangspause die Ausdauer an Land mit Laufen oder Radfahren aufrechterhalten lässt, ist es mit dem Wassergefühl schon schwieriger. Trotzdem können sich Schwimmer auf den Wiedereinstieg vorbereiten.

Schwimmer brauchen im Wasser ein Paradox: Stabilität und Beweglichkeit. Besonders die Schultern sind hier sehr beweglich, die Körpermitte sollte stabil sein, damit der Schwimmer im Wasser nicht schlingert, sondern fast so steif wie ein Baumstamm durch die Fluten zieht.

Yoga - die Trainingsalternative

Und wie bei allen Sportlern ist Dehnen wichtig. All das geht etwas abwechslungsreicher mit Yoga, davon sind Triathlon-Trainer Stefan Drexl und Yoga-Lehrerin Vera Gloger überzeugt. Beide sind selbst aktive Triathleten und empfehlen Yoga als Ausgleich an Land.

"Vor allem durch das viele Sitzen - am Schreibtisch oder auch im Auto - nehmen wir eine gekrümmte Haltung ein, unsere Muskulatur verkürzt. Dem sollten wir mit regelmäßigem Dehnen der entsprechenden Muskeln und einer Kräftigung der Gegenspieler-Muskeln etwas entgegensetzen.", sagt Vera Gloger.

Yoga gegen Erkrankungen

Die 42-jährige Allgäuerin hat Yoga für sich ganz klassisch als Entspannungsprogramm entdeckt. Und dann hat sie bald gemerkt, dass ihr die Yoga-Einheiten auch beim Sport helfen.

Nach einer Lungenentzündung vor einigen Jahren hatte sie ein Belastungsasthma entwickelt, musste Medikamente nehmen und war bei vielen Ärzten. Leider ohne Erfolg.

"Seit ich Yoga mache, brauche ich keine Medikamente mehr beim Sport, weil ich eine andere Atemtechnik gelernt habe. Dadurch, dass ich Atmung besser kontrollieren kann, habe ich mehr Sauerstoff zur Verfügung", sagt Gloger.

Das richtige Atmen neu lernen

Die Atmung wird in die Yoga-Übungen immer integriert, während diese die Muskeln dehnen und kräftigen. Besonders die tiefe Bauchatmung haben viele Menschen im Laufe ihres Lebens verlernt.

"Legen Sie beim tiefen Einatmen einfach mal die Hand auf den Bauch und beobachten Sie, ob sich die Bauchdecke hebt. Die Bauchatmung sorgt für eine bessere Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers und für eine Durchblutung des gesamten, auch unteren, Lungengewebes", so Gloger.

Zyklisch-dynamische Bewegungen wie beim Schwimmen

Beim Yoga gibt es eine Vielzahl an Übungen, die sich dem Rücken oder den Schultern widmen und sich deshalb gerade für Schwimmer eignen. Schwimmtrainer Stefan Drexl empfiehlt seinen Schützlingen gern Vinyasa-Flow-Yoga, weil er weiß, dass die meisten herkömmliches Stabilitäts-Training zu eintönig finden.

"Hier werden die einzelnen Asanas - Haltungen - dynamisch verbunden. So werden Körper und Geist im Fluss gestärkt. Es entsteht eine Dynamik, ohne dass man zur Ruhe kommt. Das ist ähnlich wie beim Schwimmen: Da haben wir auch eine zyklisch-dynamische Bewegung", erklärt Drexl.

Mit Elementen aus dem Athletiktraining

Vera Gloger baut in ihren Yoga-Stunden immer auch Elemente aus dem Athletiktraining ein. Zum einen, weil die Sportler das eh kennen, zum anderen, weil Liegestützen oder der Unterarmstütz die Tiefenmuskulatur stärken und so die Stabilität trainieren.

"Idealerweise stärkt man seine persönlichen Entwicklungsbereiche ganz nebenbei, während man sich im Yoga-Flow befindet und sich auf die Atmung und die korrekte Ausführung der Haltung konzentriert", sagt Gloger.

Entspannung pur: "Es geht um nichts"

Yoga-Einsteiger sollten keine Angst vor verrückten Verrenkungen oder zu viel Esoterik haben. Die Angebotspalette ist breit und wer sich drauf einlässt, findet für sich das Richtige.

Eines möchte Vera Gloger aber allen ambitionierten Sportlern mit auf den Weg geben: "Ehrgeiz beiseitelegen, nichts erwarten, es einfach auf sich zukommen lassen. Und nicht ärgern, wenn’s nicht klappt. Es ist Yoga, es geht um nichts."

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