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Zwei Skifahrer holen ihre Ausrüstung aus dem Auto.
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Martin Raspe
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Zwei Skifahrer holen ihre Ausrüstung aus dem Auto.

Höchste Zeit also, einen Blick auf die Skiausrüstung zu werfen, die seit Monaten unbeobachtet im Keller schlummert.

Skier, Bindung, Schuhe und Helm. Alles noch in Ordnung?

Vor dem ersten Pistentag sollte alles überprüft und in gutem Zustand sein, sonst bleibt der Spaß und die Sicherheit möglicherweise auf der Strecke. Hier folgen die offiziellen Empfehlungen des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) für einen gelungenen Start in den Ski-Winter.

Ski-Check: Professioneller Skiservice sorgt für optimales Material

Die Vorfreude auf den ersten Skitag ist groß! Klar, dass der Einstieg in den Skiwinter möglichst perfekt sein sollte. Eine Grundvoraussetzung dafür ist optimales Material. Frisch gewachste Ski gleiten besser und lassen sich dadurch leichter drehen, was Kraft spart. Wenn sich Rost an den Kanten abgelagert hat oder die Kanten Kratzer aufweisen, müssen sie geschliffen werden. Scharfe Kanten greifen besser auf Eis und hartem Schnee. Das erhöht auch die Sicherheit auf der Piste. Viele Sportfachgeschäfte bieten zum Start in die neue Saison einen Rund-um-Service!

Bindungs-Check: Ein "Muss" vor dem ersten Skitag

Besonders wichtig vor der ersten Abfahrt ist ein professioneller Bindungs-Check. Die optimale Funktion der Bindung sollte vom Sportfachhändler einmal jährlich - vor dem Saisonstart - kontrolliert werden. Nur so ist gewährleistet, dass die Bindung hält und erst dann auslöst, wenn es nötig ist: nämlich bei einem Sturz!

Skischuh-Check: Optimale Kraftübertragung

Skistiefel sind das Bindeglied zwischen Skifahrer und Ski. Um eine perfekte Kraftübertragung und perfektes Aufkanten zu gewährleisten, müssen die Skischuhe richtig passen und sollten dem Fuß so wenig Spiel wie möglich gewähren. Nur ein optimal sitzender Skischuh kann vor Verletzungen schützen. Wichtig ist natürlich, dass die Schale einwandfrei ist. Vor dem Saisonstart sollten alle Schnallen auf ihre Festigkeit, auf ihre Funktion und auf eventuelle Risse geprüft werden. Sind die Skistiefel mehr als zehn Jahre alt, ist es Zeit für ein neues Paar. Denn der Kunststoff enthält Weichmacher, die sich mit der Zeit verflüchtigen - die Schuhe können brüchig werden. Die UV-Strahlung am Berg und der ständige Temperaturwechsel tragen ihren Teil zum Alterungsprozess bei. Ausschlaggebend ist neben der Schale auch die Sohle: Ist diese stark abgelaufen, können die Kräfte nicht optimal übertragen werden. Zudem können zerkratzte und raue Sohlen die Auslösefunktion der Bindung und damit die Sicherheit beeinträchtigen!

Skihelme- und Handschuhe liegen auf einer Bank.

Skihelme- und Handschuhe liegen auf einer Bank.

Helm-Check: Schutzfunktion ist entscheidend

Die Schutzfunktion eines Helms erlischt nach acht Jahren - auch ohne jeglichen Sturz! Das schreiben die Hersteller explizit in die Bedienungsanleitungen. Ein Skihelm sollte also spätestens nach dieser Zeit durch ein neues Modell ersetzt werden. Wann der Helm hergestellt wurde, ist in der Innenschale oder im Innenfutter des Helms vermerkt. Unabhängig davon muss ein Skihelm nach einem heftigen Sturz auf jeden Fall ausgetauscht werden. Durch den Aufprall können sich kleinste Risse in der Schale bzw. im Dämmmaterial bilden, die von außen oft nicht zu erkennen sind, die Schutzfunktion aber deutlich einschränken.

Skibrillen-Check: den Durchblick behalten

Freie und gute Sicht ist wichtig, um vor allem bei schlechtem Wetter Bodenunebenheiten auszumachen. Wenn das Brillenglas verkratzt ist oder sofort beschlägt, muss es ausgetauscht werden. Die meisten Hersteller verkaufen Ersatzscheiben in verschiedenen Tönungen für ihre Skibrillen. Bei Nebel und Bewölkung sind Gelb und Orange die richtige Wahl, bei praller Sonne darf die Scheibe auch verspiegelt sein.

Bekleidungs-Check: Ein Blick in den Kleiderschrank lohnt sich!

Dass das Material beim Saisonstart geprüft und auf den neuesten Sicherheitsstand gebracht werden muss, ist logisch. Doch auch ein rechtzeitiger Blick in den Kleiderschrank lohnt sich - oft auch finanziell! Über den Sommer ist schnell vergessen, dass man die löchrige Skiunterwäsche austauschen wollte, der Reißverschluss an der Jacke klemmt oder die Skihose zu eng sitzt. Und über die Sommermonate kann sich auch schon mal die Kleidergröße ändern - vor allem bei Kindern!

Wer sich rechtzeitig um Ersatz kümmert, kann das ein oder andere Vorsaison-Schnäppchen mitnehmen und ist rechtzeitig zum Saisonbeginn wieder optimal ausgestattet. Außerdem sollte die Skibekleidung gewaschen sein - da alter Schweiß oder Dreck die Poren verstopft, ist nur dann die Atmungsaktivität einer Membran gewährleistet!

Damit das Wasser außen an Jacke und Hose abperlt, empfiehlt sich eine Auffrischung der Imprägnierung - hier helfen Sprays oder Mittel zum Einwaschen. Die verwendeten Produkte sollten der Umwelt zuliebe PFC-frei sein, auch hier hilft der Fachhändler weiter. Um die Imprägnierung richtig im Gewebe zu fixieren oder sie nach der Wäsche wieder zu aktivieren, sollten die Bekleidungsstücke mit Wärme behandelt werden. Dazu eignet sich am besten der Trockner. Keine Angst, auch die teure Drei-Lagen-Jacke hält zwei Minuten bei mittlerer Hitze gut aus. Sie können auch das Bügeleisen benutzen, bei den Polyester- und Nylongeweben ist aber Vorsicht geboten!

Familie in Skibekleidung im Winterurlaub

Familie in Skibekleidung im Winterurlaub

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Martin Raspe

Sendung

Das Fitnessmagazin vom 11.11.2018 - 07:35 Uhr