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Wettanbieter und Bundesliga-Klubs im Visier der Behörden | BR24

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Wettanbieter als große Sponsoren im Fußball

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Wettanbieter und Bundesliga-Klubs im Visier der Behörden

Wegen unerlaubter Glücksspielwerbung sind sieben Fußball-Profivereine ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Nach Informationen der ARD-Recherche Sport läuft unter anderem gegen Borussia Dortmund ein Verfahren. Dazu schlagen Suchtexperten Alarm.

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Ob "Bwin", "Tipico" oder "Betway": Zahlreiche Anbieter von Sportwetten haben auch in Deutschland verbotenes Glücksspiel im Angebot, wie beispielsweise Spielautomaten oder Roulette. Wenn Fußball-Vereine das Logo des Anbieters auf ihrer Internetseite oder auf Banden im Stadion präsentieren, werben sie automatisch für diese mutmaßlich illegalen Angebote der Unternehmen mit und sind deshalb im Visier der Behörden. Betroffen sind inzwischen mehrere Fußball-Bundesligisten, darunter Dortmund, Bremen, Köln und Düsseldorf.

Vereine werben für illegale Angebote

Auf Anfrage der ARD-Radio-Recherche Sport teilte die Bezirksregierung Düsseldorf mit, es "(...) soll den Fußballvereinen unsererseits kein absichtliches rechtswidriges Handeln vorgeworfen werden. Die Vereine, denen häufig nicht bewusst ist, dass sie durch ihre Werbemaßnahmen auch die illegalen Online-Casino-Angebote der Sportwettveranstalter bewerben, werden im Rahmen des Verfahrens über die vorliegenden Verstöße informiert und aufgefordert, diese abzustellen."

"Das sehen wir sehr problematisch, weil hier natürlich einem illegalen Glücksspiel das Deckmäntelchen der Legalität gegeben wird. Also Bayern München im Speziellen oder im Allgemeinen die Deutsche Fußball-Liga sind zwei herausragende Institutionen in Deutschland, viele Menschen sind entweder Mitglieder in dem Verein, sind Fans von diesem Verein." Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
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"Das sehen wir sehr problematisch, weil hier natürlich einem illegalen Glücksspiel das Deckmäntelchen der Legalität gegeben wird", sagt Konrad Landgraf von der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern zu Sportwetten-Werbung in der Bundesliga.

Aufsichtsbehörde alarmiert

So müssen die Vereine deutlich darauf hinweisen, dass sie nur für das Sportwetten-Angebot der Unternehmen werben. Internet-Links dürfen nicht zu den Seiten der Wettanbieter führen, wenn diese Online-Casinos im Angebot haben. Folgen die Vereine entsprechenden Vorschlägen der Aufsichtsbehörden nicht, droht eine Untersagungsverfügung. Bedeutet: Der Verein müsste die Werbung einstellen.

Anteil der Sportwetten-Süchtigen steigt

Das fordern Suchtexperten ohnehin. Die Kritik an Partnerschaften zwischen Wettanbietern, Bundesliga-Vereinen, Verbänden und Sportlern ist groß. Der prozentuale Anteil der Online-Sportwetter unter den Glücksspielsüchtigen ist in den vergangenen Jahren eindeutig gestiegen. Laut dem Statistikportal "statista" wurden in Deutschland im Jahr 2018 rund 8,8 Milliarden Euro auf Sportereignisse gewettet. Die Wetteinsätze sollen sich demnach in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt haben. Umgekehrt kassieren allein die deutschen Profiklubs und Verbände knapp 60 Millionen Euro von der Wettindustrie.