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Werner Schuster erklärte in Blickpunkt Sport die Gründe für das Auf und Ab in der Leistung der Skisprung-Elite. Im Interview gab der Ex-Bundestrainer auch eine Einschätzung zur kommenden Heim-WM in Oberstdorf ab.

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Werner Schuster: "Eisenbichler ist ein sehr emotionaler Mensch"

Werner Schuster erklärte in Blickpunkt Sport die Gründe für das Auf und Ab in der Leistung der Skisprung-Elite. Im Interview gab der Ex-Bundestrainer auch eine Einschätzung zur kommenden Heim-WM in Oberstdorf ab.

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Von
  • Cristina Krüger

Das wechselhafte Dominanz einzelner Skisprung-Athleten resultiert laut Werner Schuster aus dem "Mix aus Technik, Athletik und Material". Konkret habe man dieses Jahr an er Ausrüstung die Keile verändert, die als Stütze zwischen Schuh und Wade zur Verbesserung der Hebelwirkung dienen. Auch bei den Anzügen habe es Änderungen gegeben.

Das fragile System sei vergleichbar mit der Formel 1: "Da muss jeder seine Strategie finden, die auch auf die jeweilige Strecke passt", so der ehemalige Bundestrainer. Erst wenn das Vertrauen in die Ausrüstung stimme, "wird der Kopf immer stärker", erklärte Schuster. So kam beispielsweise Vierschanzentournee-Gewinner Kamil Storch nach zwei schwächeren Saisons stärker zurück denn je.

Kopfproblem bei Markus Eisenbichler

Bei Markus Eisenbichler hingegen seien die Schwankungen eher kurzfristig. Im Sommer sei er "gesprungen wie ein Engel" - zuletzt blieben die guten Ergebnisse allerdings aus. "Markus ist ein sehr emotionaler Mensch, wenn er sich wohl fühlt, kriegt er alles hin", so Schuster über den vierfachen Weltmeister.

Das Tournee-Ergebnis kam angesichts der eigentlich guten Form Eisenbichlers für den Psychologen und Buchautor eher überraschend, dennoch müsse man im Hinblick auf die kommende Heim-WM in Oberstdorf unbedingt mit dem 29-Jährigen rechnen. Neben Favorit Karl Geiger könne er sich vorstellen, dass das DSV-Team in den sechs Wochen bis zur WM "noch einen dritten Springer heranzieht, der es aufs Treppchen schaffen kann".

Straffes Programm für DSV-Adler

Hinsichtlich der Corona-Pandemie habe "alles besser geklappt als gedacht". Bisher haben alle Springen stattgefunden, das strenge Hygienekonzept und der eng getaktete Terminkalender verlange den Athleten allerdings einiges ab. Von der Tournee direkt ins nächste Heimspringen - in anderen Sportarten wäre das undenkbar. "Es ist wichtig für die Verbände, sichtbar zu sein", erklärte der Österreicher die Situation. Dennoch: "Jeder braucht mal Pause. Das muss das Trainerteam jetzt gut timen, um bei der Heim-WM eine erholte Mannschaft zu haben", so Schusters Appell.