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"Wenn ich weiter so draufzahlen muss, ist nach Tokio Schluss" | BR24

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Ruderweltmeister Oliver Zeidler und Volleyball-Bundesligatrainer Max Hauser zu Gast bei Blickpunkt Sport

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"Wenn ich weiter so draufzahlen muss, ist nach Tokio Schluss"

Ruderweltmeister Oliver Zeidler und Volleyball-Bundesligatrainer Max Hauser sprechen in Blickpunkt Sport über die Probleme der Finanzierung im Spitzensport.

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Ohne Geld geht es im Leistungssport nicht. Um Höchstleistungen bringen zu können, müssen den Sportlern optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen zur Verfügung stehen. Um dies zu finanzieren, sind Spitzensportler in allen Mannschafts- und Einzelsportarten auf Sponsoren angewiesen.

Das Damoklesschwert Fußball

Es sei jedoch schon immer ein harter Kampf gewesen, Sponsoren zu finden, die Randsportarten wie Volleyball, Handball oder Eishockey unterstützen. Zum sechsten Mal stehen die Herrschinger Volleyballer nun in der ersten Liga. Der Bundesligist vom Ammersee nutzt jede Gelegenheit medialer Aufmerksamkeit, um den Verein am Leben zu halten. Es brauche "eine Handvoll Enthusiasten und Wahnsinnige", so Max Hauser, Trainer der Herrschinger. Die ersten drei Jahre seien dabei besonders hart gewesen, nun setze man auf Storytelling als Erfolgsrezept. Zum Vergleich: Der Etat des Fußball-Erstligisten FC Bayern München beläuft sich auf circa 300 Millionen Euro, während die Herrschinger Volleyballer 0,3 Millionen Euro zur Verfügung haben.

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Ruderweltmeister Oliver Zeidler und Volleyball-Bundesligatrainer Max Hauser kennen die Probleme der finanziellen Förderung im Profisport abseits des Fußballs.

Finanzierung von einer Olympiade zur nächsten

Noch schwieriger hätten es da die Einzelsportarten. Perfektes Beispiel: Ruderweltmeister Oliver Zeidler. In der Szene ist der 23-Jährige bekannt, ansonsten könne er sich aber frei bewegen und werde nur selten in der Öffentlichkeit angesprochen. Bei einem Fußballweltmeister wäre dies undenkbar. Hausers Ansicht zufolge seien diese jedoch die wahren Athleten: Diejenigen nämlich, die ihr ganzes Leben dem Sport widmen, ohne jeglichen finanziellen Anreiz. So wie Zeidler eben, der neben dem Leistungssport studiert hat, um sich für die Zeit nach seiner sportlichen Karriere eine Existenzgrundlage zu schaffen. Derzeit einziger Sponsor: sein Arbeitgeber. Auch nach dem Weltmeistertitel gab es keine zusätzliche Prämie, geschweige denn neue Sponsoren. Der Sport bleibt für ihn also erstmal ein Draufzahlgeschäft. Seine Kosten belaufen sich auf circa 35.000 Euro jährlich, die größte Ausgabe sei dabei das Boot.

Der Bacheloranwärter setzt nun erst mal alles auf Olympia. Seine derzeitige Förderung reiche gerade aus, um den Sport vernünftig ausüben zu können. Aber eben nur bis Tokio 2020. Was danach passiert, bleibt ungewiss, von Altersvorsorge ganz zu schweigen.