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Was taugt Instagram als Fitnesscoach? | BR24

© BR/ Katharina Kestler

Was taugt Instagram als Fitnesscoach?

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    Was taugt Instagram als Fitnesscoach?

    341 Millionen Einträge zu #fitness, bei #running 55 Millionen Posts – Sport ist eines DER Themen auf Instagram. Fitness-Influencer posten ihre Workouts und wollen andere inspirieren. Doch was bringt das Training via Smartphone?

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    Pamela Reif, 22 Jahre alt, sehr dünn und sehr durchtrainiert. Sie gilt als Deutschlands erfolgreichste Influencerin. Auf Instagram folgen ihr über vier Millionen Menschen, auf YouTube mehr als eine Million. Wikipedia bezeichnet Pamela als "Model", sie hat Bücher geschrieben und eine eigene Unterwäschelinie. Von einer Trainerausbildung oder gar einem sportwissenschaftlichen Hintergrund ist nichts bekannt – ihr Workout postet sie trotzdem.

    Zu viel Angebot, zu wenig Qualität

    Sportwissenschaftlerin und Ernährungsberaterin Johanna Wirler findet die Übungen und die Ausführung der 22-Jährigen Influencerin gut, aber viel zu anspruchsvoll für Anfänger. Das größte Problem des Trainings per Smartphone ist ohnehin das "Richtige" zu finden: Pamela ist schließlich nur eine von unzähligen Fitnessinfluencerinnen, die ihre Workouts zum Nachtrainieren posten.

    Ähnlich berühmt: Sophia Thiel (Instagram-Account) Früher war die Rosenheimerin übergewichtig, bis sie durch Bodybuilding in drei Jahren 25 Kilo abnahm. Ihre Erfolgsrezept vermarktet sie seither. Doch wie in der Masse der fitten Instagramer das Training finden, das am besten zu einem selbst, der körperlichen Verfassung und dem individuellen Trainingsstand passt? Wie unter den vielen, zum Teil selbsternannten, Fitnessprofis echte Qualität erkennen?

    "Man braucht nicht unbedingt ein sportwissenschaftliches Studium. Wenn jemand ehemaliger Olympiasieger ist, weiß er auch, wovon er redet und hat seine Ziele erreicht. Er bringt das vielleicht prasixnäher rüber als ein Wissenschaftler. Aber ich würde definitiv hinterfragen und recherchieren, wer diese Person ist, was sie macht und was dahinter steckt." Johanna Wirler, Sportwissenschaftlerin und Ernährungsberaterin

    Keine Korrektur durch einen Trainer

    Selbst wenn man einen Insta-Feed gefunden hat, dessen Macher – wie zum Beispiel die TriCrew Cologne – wissen, wovon sie sprechen, kann das Smartphone keinen Personal Trainer ersetzen. Schließlich können die Online-Trainer nicht aus dem Smartphone kriechen, um zu korrigieren, wenn man die Übung nicht korrekt ausführt, oder um individuell auf die Sportler einzugehen. Johanna Wirler ist Skitrainerin und Übungsleiterin beim TSV 1860 München – ein Profi also. Trotzdem vertraut sie selbst lieber realen Trainern als sozialen Medien:

    "Ich habe ein sehr gutes Körpergefühl, aber auch ich mache Fehler. Vor allem wenn man bereits im dritten Satz die achte Wiederholung macht, ist es gut, wenn ein Trainer daneben steht und sagt: Konzentrier dich nochmal und mach es richtig!" Johanna Wirler, Sportwissenschaftlerin und Ernährungsberaterin

    Smartphone-Training ist einsames Training

    Rausgehen, Freunde treffen und gemeinsam Ziele erreichen – für viele sind das die schönen Nebeneffekte beim Sport. Doch beim Training mit den Sozialen Medien bleibt genau das Soziale am Sport auf der Strecke. Echte Sportsfreunde gibt’s im Smartphone nämlich keine.