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Was sagen die Befürworter, was die Gegner? | BR24

© dpa

Martin Kind, Präsident Hannover 96

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    Was sagen die Befürworter, was die Gegner?

    Die 50+1-Regel droht den deutschen Fußball zu spalten. Investoren, wie Hasan Ismaik, wollen die Regel außer Kraft setzen lassen, andere sehen bei einer Abschaffung dem Kommerz im deutschen Fußball Tür und Tor geöffnet.

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    Kritiker der Regel befürchten, dass ohne die Abschaffung keine Chancengleichheit mehr in der Bundesliga gegeben sei. "Die 50+1-Regel verzerrt den Wettbewerb. Ich empfehle daher den Fortfall dieser Regelung. Die Klubs haben dann die freie Entscheidung zur Ausgliederung in ein Wirtschaftsunternehmen, über die Gesellschafterstruktur und über die Finanzierung", sagte Martin Kind, Präsident von Hannover 96.

    50+1-Regel für Hoeneß kein Problem

    Auch Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern, hätte kein Problem damit, die Fußball-Bundesliga für Investoren zu öffnen. "Ich bin total für die Abschaffung der 50+1-Regel", sagte Hoeneß in einem Interview mit der Bild am Sonntag, und ergänzte: "Nicht, weil wir etwas ändern würden ... Aber damit endlich diese Diskussion aufhört." Der Bayern-Boss würde die Entscheidung in die Hände der Vereine legen und damit in einer möglichen Abstimmung den Mitgliedern übertragen. "Das ist Demokratie", sagte Hoeneß, der bestritt, dass der FC Bayern eine Änderung immer abgelehnt habe, um die Konkurrenz nicht zu stärken.

    "Von mir aus kann jeder Verein seine Anteile an wen auch immer verkaufen. Ist mir völlig wurscht! Wir werden es nicht tun, das wissen unsere Fans, und da kriegen sie von mir auch die 100-prozentige Garantie."Uli Hoeneß

    Watzke: "Investoren größte Gefahr für Fußball"

    Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom Bundesligisten Borussia Dortmund warnt dagegen vor Investoren im Fußball. "Investoren sind die größte Gefahr für den Fußball. Die Menschen verwechseln häufig Sponsoren und Investoren: Als Sponsor lasse ich dem Verein Geld zukommen, als Investor hingegen möchte ich den gesamten Klub besitzen und irgendwann auch mein Geld zurückhaben. Dadurch steigen dann, wie in England, auch die Ticketpreise", sagte Watzke. Watzke betonte, dass er daher ein großer Anhänger der 50+1-Regelung sei, "damit der Verein die strategische Mehrheit behält und die Mitbestimmung der Mitglieder und der Fußball als Kulturgut erhalten bleiben."

    "Ich wehre mich dagegen, dass Leute, die mit dem Fußball Geld verdienen wollen, so tun, als wäre mit 50+1 kein Erfolg möglich." Hans-Joachim Watzke

    Rettig: "Wettrennen nach reichstem Oligarchen"

    Ähnlich sieht es Geschäftsführer Andreas Rettig vom Zweitligisten FC St. Pauli: "Wenn 50+1 fällt, geht das Wettrennen nach dem reichsten Oligarchen los. Dann haben wir keine Bundesliga-Tabelle, sondern die Forbes-Tabelle", sagte der 53-Jährige der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Rettig verwies auf den WM-Titel 2014, den Deutschland trotz der 50+1-Regel geholt hatte, und erteilte Investoren bei St. Pauli eine klare Absage: "Niemals. Wir sind mit dem Prinzip, als mitgliedergeführter Verein Lasten auf viele Schultern zu verteilen, gut gefahren. Warum sollten wir uns einem Investor ausliefern, wenn wir Tausende haben können und haben?"