BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Was bringt der neue Nutri-Score? | BR24

© BR

Ein Ampelsystem, das anzeigt, welche Lebensmittel eine gesunde Wahl sind - darauf warten deutsche Verbraucher schon lange. Jetzt soll der sogenannte Nutri-Score endlich kommen. Was bringt er? Warum ist es so schwer ein Ampelsystem durchzusetzen?

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Was bringt der neue Nutri-Score?

Wer sich gesund ernähren möchte, muss sich gut auskennen und die Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln genau studieren. Der neue Nutri-Score, der im November in Kraft getreten ist, soll dies leichter machen. Doch hält er, was er verspricht?

1
Per Mail sharen

Lieber nicht blind auf den Nutri-Score vertrauen, rät die Ökotrophologin Julia Böhm. Die neue Ampelskala auf verarbeiteten Nahrungsmitteln und Fertigprodukten soll auf einen Blick deutlich machen, ob beispielsweise die jeweilige Pizza oder der jeweilige Fruchtjoghurt gut für unsere Ernährung ist. Rot signalisiert ungesund und grün steht für gesund.

Böhm ist Ernährungsberaterin am Klinikum Nürnberg, und hat ihre Bachelorarbeit über den Nutri-Score geschrieben. Ihr Fazit: Er bietet keine transparente Verbraucherinformation, weil die Bewertung der einzelnen Bestandteile nicht klar erkennbar seien.

Ernährung ist individuell unterschiedlich

Zwar würden Energiezufuhr, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salzgehalt schlecht bewertet, und dem gegenüber Ballaststoffe, Proteine und Obst- und Gemüseanteile positiv. Doch essentielle Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe würden beispielsweise nicht berücksichtigt.

Um zu erfahren, was genau in dem Produkt enthalten ist, muss man weiterhin die Angabe der Inhaltsstoffe genau studieren. "Es ist wichtig, immer die gesamte Ernährung eines Menschen anzuschauen. So ist beispielsweise der Energiebedarf jedes Einzelnen sehr individuell", sagt Julia Böhm. Der Nutri-Score schere jedoch alle Menschen über den gleichen Kamm.

Tipps für die kalorienreiche Adventszeit

Viele arbeiten im Home Office und dort liegen im Vorratsschrank oft süße Verlockungen. Besonders in der Adventszeit gibt es Marzipan, Plätzchen und Schokolade. Also keine guten Aussichten für eine schlanke Figur und gute Fitness. Aber es gibt ein paar hilfreiche Tipps, wie man Heißhunger auf Süßes vermeiden kann.

Statt ganz auf Süßes zu verzichten, rät Julia Böhm, dass man nach dem Essen nur eine kleine Süßigkeit ist. "Das hat den Vorteil, dass man schon eine Essensgrundlage hat, eigentlich satt ist, und der Blutzuckerspiegel nicht so stark in die Höhe schnellt und wieder abfällt."

Die richtige Ernährung für Sportler

Statt teure Sportriegel zu kaufen, kann man vor und nach dem Sport einfache Snacks essen. Dazu eignen sich alle Arten von Nüsse und Obst, auch gemischt mit Natur-Joghurt oder Kefir. Die Ernährung hängt aber auch immer davon ab, welches Ziel man hat: Ob man sich einfach nur wohl fühlen oder eher abnehmen möchte oder die Muskeln wachsen lassen will.

Für den Muskelaufbau brauche man Eiweiß, erklärt Böhm, und wer beim Sport viel schwitzt, benötigt mehr Natrium, Kalium und Zink. Bei den Ausdauersportarten verbraucht man viel Sauerstoff, so dass antioxidative Nährstoffe wichtig sind wie beispielsweise Vitamin C und E, Betacarotin und Selen.

Diese sind in grünen Gemüsearten wie Grünkohl oder Spinat enthalten, aber auch in Paprika und Tomaten. "Alle knallbunten Gemüse eignen sich gut", rät die Ökotrophologin. Sie selbst ist ein großer Fan von Hülsenfrüchten. Denn Linsen, Bohnen und Kichererbsen sind pflanzliche Eiweißlieferanten und eine gute Alternative zu Fleisch. Nach ihrem Geschmack könnten die Hülsenfrüchte in deutschen Küchen viel öfter auf den Tisch kommen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!