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Vor 28 Jahren: "Hackl Schorsch" gewinnt erstmals Olympia-Gold | BR24

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Nach WM- und EM-Gold endlich auch bei Olympia ganz oben auf dem Podest: Am 10. Februar 1992 gewann Georg "Schorsch" Hackl in Albertville zum ersten Mal Olympia-Gold. Ein TV-Beitrag aus der Sendung "Olympia live" im Ersten von 1992.

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Vor 28 Jahren: "Hackl Schorsch" gewinnt erstmals Olympia-Gold

Er war Weltmeister, er war Europameister, hatte Olympia-Silber. Aber die Goldmedaille bei Winterspielen fehlte noch in Georg Hackls Sammlung. Am 10. Februar 1992 fuhr die bayerische Rodel-Legende in Albertville erstmals zu Olympia-Gold.

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Hackls Sieg bei den Olympischen Winterspielen 1992 im französischen Albertville war der Auftakt zu einer einzigartigen Serie: Auch in Lillehammer 1994 und in Nagano 1998 war der Bayer bei Olympia nicht zu schlagen. 2002 in Salt Lake City legte er noch ein Mal Silber nach.

Dabei schockte Hackl in Albertville die Konkurrenz schon in den Trainingsläufen, legte Bestzeit um Bestzeit vor. Die Konkurrenz vermutete schon, dass Hackl in der Saison nur geblufft habe. Obwohl er nie schlechter als Vierter im Weltcup war, verlief die Saison insgesamt durchwachsen. Nur ein Rennen gewann er, Dritter war er am Ende im Gesamtweltcup. Den holte sein - fast in der gesamten Karriere - ärgster Konkurrent: der Österreicher Markus Prock. Zehn Mal gewann Prock den Rodel-Gesamtweltcup, Hackl "nur" zwei Mal.

Doch bei Olympia war Hackl auf den Punkt genau fit. Nur im zweiten Lauf war Prock schneller als der Berchtesgadener, in den übrigen drei Wertungsläufen sorgte jeweils Hackl für die Bestzeit im Eiskanal von La Plagne. Mit 0,306 Sekunden Vorsprung vor Prock schnappte sich Hackl die Goldmedaille.

Der Tüftler mit den selbstgebauten Schlitten

Georg Hackl, 1966 in Berchtesgaden geboren, fing schon in der Schule mit dem Rodeln an, wird deutscher Schülermeister. Anschließend absolvierte er eine Schlosslehre - und die sollte sich im Rodelsport auszahlen. Von Anfang an fuhr Hackl auf selbstgebauten Schlitten: Er war stets sein eigener Entwickler, Designer, Mechniker und mehr.

Sein technischer Vorsprung, ab 1996 mehr als unverzichtbar: Nach einer Bandscheibenoperation fuhr Hackl zwar weiter in der Weltspitze mit, gewann sein drittes und letztes Olympia-Gold in Nagano 1998, dazu weitere WM- und EM-Titel. Aber am Start war er der Konkurrenz unterlegen.

Nach einer erneuten Bandscheiben-Operation 2005, einer Viruserkrankung und einer Nervenentzündung im linken Arm 2006 fuhr er nicht als Mitfavorit zu den Olympischen Winterspielen nach Turin, seinen sechsten. "Rodeln geht noch, starten aber nimmer", so Hackl kurz und knackig: "Mein Körper hat das Haltbarkeitsdatum überschritten."

Fünf Olympia- und 33 WM-Medaillen

Hackl landete in Turin nur auf dem siebten Platz und beendete danach seine Karriere - mit insgesamt fünf Olympiamedaillen, 22 Medaillen bei Weltmeisterschaften, zwölf Medaillen bei Europameisterschaften und 33 Weltcupsiegen. Daneben ist er neunmaliger Weltmeister in der Fun-Sportart "Wok-Fahren". 2012 wurde Hackl in die "Hall of Fame" des Welt-Rodelverbands FIL aufgenommen.

Nach dem Rücktritt erwarb Hackl die Trainerlizenz und betreut seit dem die Schlitten der bayerischen Starter und der deutschen Rodel-Nationalmannschaft. Und noch immer schraubt der Tüftler selbst.

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Marianne Kreuzer trifft im Berchtesgadener Land den dreimaligen Rodel-Olympiasieger Georg Hackl. Seine einmalige Karriere begann der "Schorsch" Hackl auf der Bob- und Rodelbahn am Königssee.