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Vor 26 Jahren: Wasmeier gewinnt erstes olympisches Gold | BR24

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So ein Erfolg ist keinem anderen deutschen Skirennfahrer davor oder danach gelungen. Mit seinem Doppel-Gold bei Olympia schrieb Markus Wasmeier Sporthistorie. 26 Jahre ist der Coup von Lillehammer her.

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Vor 26 Jahren: Wasmeier gewinnt erstes olympisches Gold

"Immer am Jahrestag schau ich mir mit Freunden die Filme von damals an", erzählt Markus Wasmeier über den 17. Februar 1994. Damals gewann er in Lillehammer olympisches Gold im Super-G.

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26 Jahre ist es her, als Wasmeier sein erstes olympisches Gold im Super-G gewann. Und immer noch ist der 55-Jährige aufgeregt , wenn er die Bilder von damals sieht: "I bin jedes Mal wieder froh, wenn i gwinn".

Der Oberbayer hatte bei den Winterspielen im Super-G geführt und Gold kurz vor Rennende sicher. Aber er wollte partout nicht zu früh jubeln - denn 1992 war er in Albertville auf Bronze-Kurs in der Abfahrt noch abgefangen worden. "Da war eine innere Anspannung, eine Stunde lang", erzählt er: "Ich habe mich nicht richtig freuen können". Dann aber kletterte plötzlich sein Vater über die Absperrung im Zielbereich: "Und in dem Moment, als wir uns umarmten, ist dann eigentlich alles weggebrochen. Das war der Moment, in dem ich wusste: Ich hab's!"

Zweiter Olympiasieg und Karriereende

Doch es sollte noch besser kommen: Sechs Tage nach dem Sieg im Super-G wurde Wasmeier Riesenslalom-Olympiasieger. Wenige Wochen nach diesem Höhepunkt beendete er seine Karriere am Saisonende. Vor dem Doppelerfolg in Lillehammer war er bei der Weltmeisterschaft 1985 in Bormio im Riesenslalom ganz oben gestanden sowie neun Mal bei Weltcup-Rennen.

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BR-Sportmoderatorin Marianne Kreuzer auf der Suche nach den unbekannten und überraschenden Seiten von Sportlern. Diesmal besucht sie Ski-alpin-Olympiasieger Markus Wasmeier am Schliersee.

Anfangs "kein Platz im Deutschen Haus"

Dabei ging Olympia in Lillehammer für Wasmeier mit einem ernüchternden 36. Rang in der Abfahrt los. "Im Deutschen Haus haben meine Familie und ich nicht mal einen Platz bekommen. Ich kam mir vor wie ein Verbrecher", erzählte er einmal. Wobei diese Schilderung perfekt zum bodenständigen Wesen des Oberbayern passt, der mit seiner Meinung nie hinter dem Berg hält.

Heimat-Freilichtmuseum in Schliersee

In Schliersee führt der 56-Jährige ein Freilicht-Heimatmuseum, das er ohne Lillehammer nicht hätte aufbauen können. "Als gemeinnütziges Projekt lebst du von Spenden", erklärt der langjährige TV-Experte. "Und niemand spendet dir was, wenn du Huber oder Maier heißt, wohl aber als Olympiasieger Wasmeier". Das Museum hat der gelernte Restaurator und Kirchenmaler gegen manchen Widerstand vorangetrieben - schon zu Sportlerzeiten war er zäh und meinungsstark: "Mein Vorteil war, dass ich nie in eine Schablone gepasst habe", sagt er.