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Viele Bayernfans empört über Hoffenheim-Eklat | BR24

© Picture alliance/dpa

Hoffenheim- und Bayernspieler nach dem Ende des Skandalspiels

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Viele Bayernfans empört über Hoffenheim-Eklat

"Rassismus, Ausgrenzung, Beleidigungen und Diskriminierungen jeglicher Art, damit muss nun Schluss sein. Dieser Meinung ist auch die überragende Mehrheit der Fans des FC Bayern", sagt Präsident Herbert Hainer. Zahlreiche Anhänger geben ihm recht.

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Nach den Vereinsverantwortlichen des FC Bayern München äußern sich jetzt immer mehr Fans zu den Vorfällen mit Schmähplakaten in Sinsheim. Dort war das Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Bayern München bei der TSG-Hoffenheim fast abgebrochen worden. Grund waren Schmähplakate von Bayern-Fans in Richtung von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Die Spieler hatten mit einem "Nichtangriffspakt" reagiert.

Fanstimmen: "Grenze überschritten"

"Wir waren wirklich sauer, wir haben es nicht verstanden, wie man ein solches Spiel kaputt machen kann", schimpft beispielsweise Anton Wald vom FC Bayern Mackems. Die Grenze sei "dort, wo man im Endeffekt beleidigt, Gewalt ausübt, oder sich rassistisch zeigt". Sein Fanklub-Kollege Florian Wald sagt klipp und klar: "Eigentlich haben solche Leute im Stadion nichts verloren".

Stellungnahme der Vereinigung aktiver Bayernfans

Passend dazu veröffentlichte der "Club Nr. 12", die Vereinigung der aktiven Bayernfans, auf seiner Webseite eine Stellungnahme zu den Vorfällen. Die Organisation distanzierte sich deutlich von den in Hoffenheim gezeigten Beleidigungen gegen den TSG-Mäzen. Zugleich betonte die Vereinigung, auch jede Form von Rassismus, Sexismus, Homophobie und Diskriminierung abzulehnen.

Deshalb fordern die Fans, dass der DFB und die DFL künftig mit gleicher Konsequenz "gegen jedwede diskriminierende, beleidigende, rassistische, homophobe, antisemitische und sexistische Äußerungen vorgehen". Dann hätte "der gestrige Tag – neben dem fantastischen Fußball unserer Mannschaft in den ersten 75 Minuten – einen weiteren positiven Aspekt".

Zu hinterfragen ist laut dem "Club Nr. 12" allerdings, aus welchen Gründen nun aufgrund von Beleidigungen einer einzelnen Person Exempel statuiert und sogar die vom DFB noch vor wenigen Monaten aufgehobenen Kollektivstrafen wieder eingeführt werden.

"Südkurve München" hatte die Aktion verteidigt

Die "Südkurve München", ein Zusammenschluss mehrerer Fanklubs, hingegen hatte bereits nach dem Spiel die Aktion gerechtfertigt. Man müsse "den Wortlaut nicht gut heißen, aber es gab für uns hierzu keine Alternative, da nur so das Thema die nötige Aufmerksamkeit erhält", schrieben sie auf ihrer Webseite. Für die Fan-Gruppierung war "die Unterbrechung heute war einfach nur überzogen und absurd". Die weiteren Äußerungen lesen sich fast wie eine Drohung: "Will man zukünftig immer, wenn solche Beleidigungen auf der Zuschauertribüne geäußert werden, Fußballspiele ab- oder unterbrechen, wird man keine Partie mehr über 90 Minuten spielen können", steht auf der Webseite.

Jetzt sind also die Verantwortlichen des FC Bayern München gefragt. Und der DFB-Kontrollausschuss wird ein Ermittlungsverfahren einleiten.

© BR

Einen Tag nach den Beleidigungen und Hass-Plakaten gegen Dietmar Hopp beim Bundesligaspiel des FC Bayern gegen Hoffenheim äußerte sich sein Anwalt Christoph Schickhardt im Interview zu den Vorfällen.

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