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Vertrauen "stark erschüttert": FC Bayern ohne Manuel Neuer? | BR24

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Manuel Neuer steckt in der Vertragsverhandlungen mit dem FC Bayern offensichtlich fest. Ein Kommentar von BR-Fußballexperte Thomas Klinger.

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Vertrauen "stark erschüttert": FC Bayern ohne Manuel Neuer?

In den Verhandlungen um die Vertragsverlängerung von Manuel Neuer verhärten sich die Fronten zunehmend. Der Kapitän und Weltklassetorwart ist "schwer verstimmt", ein Verlassen des FC Bayern München im nächsten Jahr wird immer wahrscheinlicher.

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Bayern München ohne Manuel Neuer? Dieses Szenario könnte schon ab Sommer 2021 Realität werden. Der Kapitän ist über den Rekordmeister angeblich schwer verstimmt, ein überraschendes Ende der erfolgreichen Zusammenarbeit läge nach Aussage des 34-Jährigen im Bereich des Möglichen. Neuer sei in erster Linie darüber verärgert, dass Inhalte aus den Vertragsverhandlungen an die Öffentlichkeit gelangt sind, wusste BR-Fußball-Experte Thomas Klinger. Die Vertrauensbasis zwischen dem Kapitän der Nationalmannschaft und dem FC Bayern sei "stark erschüttert". Derzeit ruhen die Verhandlungen, der FC Bayern wollte sich zu dem heiklen Thema bisher nicht äußern.

Differenzen bezüglich Laufzeit und Gehalt

Zuletzt waren immer wieder Details aus den Gesprächen zwischen dem Klub und dem Keeper in Umlauf gebracht worden. Neuer soll mit 20 Millionen pro Jahr und einer Vertragslaufzeit von vier Jahren die Maximalforderungen gestellt haben. BR-Experte Klinger stuft diese Ansprüche als zu hoch ein: "Das ist absolut unüblich. Normalerweise bekommen Spieler über 30 nur eine Verlängerung von einem Jahr", so Klinger. Bei Robert Lewandowski wurde mit einer Laufzeit von zwei Jahren schon eine Ausnahme gemacht, dasselbe soll der Klub auch Manuel Neuer geboten haben.

Doch auch beim Thema Gehalt sollen die Vorstellungen weit auseinander liegen. "Gerade zu Zeiten von Corona ist diese Forderung definitiv zu hoch", so der Fußball-Experte. Sollten sich Neuer und die Bayern nicht einigen, könnte der Weltklassetorwart den Rekordmeister am 1. Juli 2021 nach dann zehn Jahren ablösefrei verlassen. Manchester City mit Teammanager Pep Guardiola und der FC Chelsea kursieren bereits als mögliche Kandidaten.

Nachfolger Alexander Nübel bereits verpflichtet

Die Bayern stecken in der Zwickmühle. Neuer sei laut Vorstand Oliver Kahn weiterhin als "Führungsspieler und Identifikationsfigur" eingeplant, aber nicht um jeden Preis. Derweilen wurde mit Alexander Nübel von Schalke 04 der Nachfolger schon verpflichtet. Laut Thomas Klinger sollen dem 23-Jährigen, der bis 2025 unterschrieben hat, schon mindestens zehn Spiele in der kommenden Saison zugesichert worden sein.

Darüber hatte sich Neuer zuletzt schon wenig begeistert gezeigt. "Ich bin kein Statist, sondern Protagonist und möchte immer spielen", sagte er mit Nachdruck. Rückendeckung erhielt Neuer in den letzten Wochen wiederholt von Trainer Hansi Flick, der ebenso wie Thomas Müller seinen Vertrag in der vergangenen Woche bis 2023 verlängert hatte. "Er ist für mich der mit Abstand beste Torwart der Welt. Deshalb gibt es dazu für mich keine Alternative", so Flick. In Nübel sehe er einen "jungen, talentierten Torhüter". Die Fronten scheinen verhärtet, wie es mit den Bayern und Neuer weitergeht, ist wohl offener denn je.