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Umgang mit Depressionen im Profifußball: Vorbild England | BR24

© picture alliance / Geisler-Fotopress

Die Robert-Enke-Stiftung hat ein Netzwerk aus Sportpsychiatern aufgebaut und eine Hilfs-Hotline für Leistungssportler eingerichtet.

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Umgang mit Depressionen im Profifußball: Vorbild England

In England holen sich laut der Spielergewerkschaft PFA immer mehr Fußballprofis Hilfe, weil sie unter Depressionen oder anderen mentalen Problemen leiden. Hintergrund ist eine Telefon-Helpline, die die Spielergewerkschaft eingerichtet hat.

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Seit fünf Jahren können Fußballer mit Problemen anonym bei einer Helpline anrufen und bekommen psychologische Unterstützung. Es melden sich aktuelle und ehemalige Fußballprofis und die Zahl hat sich laut Spielergewerkschaft PFA inzwischen fast vervierfacht. Von 160 im Jahr 2016 auf etwa 600 bereits in diesem Jahr.

Die Stimmung in England hat sich geändert

Ein Grund für den Anstieg ist für die PFA, dass sich die Stimmung im englischen Fußball geändert habe. Das Stigma sei nicht mehr so groß. Mehr Profis würden offen über ihre mentalen Probleme sprechen, wie Nationalspieler Danny Rose dieses Jahr in einer Talkrunde im englischen Fernsehsender BBC.

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Mike Wunderlich war Fußballprofi in der 2. Liga als er an Depressionen erkrankte. Er hat seine Krankheit öffentlich gemacht, weiß aber nicht, ob er das noch einmal tun würde.

Private Stiftung übernimmt die Aufgabe in Deutschland

In Deutschland setzt sich Teresa Enke mit der Robert-Enke-Stiftung dafür ein, dass die Krankheit Depression enttabuisiert wird. "Ich finde, wir sind ein ganz großes Stück nach vorne gekommen. Ich krieg mit, wie offen über das Thema Depression gesprochen wird. Ich glaube, viele haben endlich begriffen, dass es sich eben um eine Krankheit handelt.“

Die Stiftung hat ein Netzwerk aus rund 70 Sportpsychiatern in ganz Deutschland aufgebaut und eine Hilfs-Hotline für Leistungssportler eingerichtet.

Der Bayerische Rundfunk berichtet - vor allem wegen möglicher Nachahmer-Effekte - in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer die zuständige Redaktion sieht es durch die Umstände der Tat geboten. Sollten Sie selbst Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Beratung erhalten Sie unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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Vor zehn Jahren erschütterte ein Selbstmord im Profi-Fußball die Menschen: Torwart Robert Enke litt unter Depressionen und beging Suizid. Auch Enkes Frau Teresa kämpft bis heute für einen besseren Umgang mit der Krankheit.