BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Gerade erst sind die Würzburger Kickers in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Schon wirft die neue Saison ihre Schatten voraus. Die Kickers dürfen wegen des DFL-Regelwerks nur unter Auflagen am Dallenberg spielen. Die Stadion-Diskussion flammt neu auf.

4
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Umbau oder Neubau? Die Kickers und die ewige Stadion-Frage

Gerade erst sind die Würzburger Kickers in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Schon wirft die neue Saison ihre Schatten voraus. Die Kickers dürfen wegen des DFL-Regelwerks nur unter Auflagen am Dallenberg spielen. Die Stadion-Diskussion flammt neu auf.

4
Per Mail sharen
Von
  • Carolin Hasenauer

Stahlrohre, wo einst Steinstufen waren, vier Flutlichtmasten an den Ecken zum Spielfeld: Das Stadion am Würzburger Dallenberg hat sich in den letzten Jahren bereits merklich verändert. Den Anforderungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) genügt es langfristig dennoch nicht. Mit dem überraschenden Aufstieg der Kickers in die 2. Liga, wird die Stadion-Frage in Würzburg wieder heiß diskutiert. Neubau oder Umbau? Darüber gehen die Meinungen zwischen Verantwortlichen, Anwohnern und Fans auseinander.

Stadion in Würzburg erfüllt DFL-Anforderungen nicht

Die Mannschaft der Kickers hat zwar unter Auflagen die Zweitliga-Lizenz der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhalten, doch das Stadion am Dallenberg erfüllt die baulichen Bedingungen für die 2. Liga laut DFL-Regelwerk nicht. Die Richtlinien schreiben vor, dass ein Zweitligisten-Stadion mit 15.000 Besucherplätzen ausgestattet sein muss, allesamt überdacht. Im Kickers-Stadion gibt es nur 13.090 Sitzplätze, von denen nur ein kleiner Teil, die Haupttribüne, überdacht ist.

Neubau günstiger als Umbau

Dass es irgendwann wieder um das Stadion-Thema gehen würde, war den Kickers bewusst. Im Sommer 2019 hatte die Geschäftsführung das Projekt "Z25" ausgerufen: Bis 2025 soll ein größeres Stadion her für den Verein, egal in welcher Liga die Rothosen dann spielen. Konkret lautet die Frage seit Jahren: Bleiben die Kickers im Stadion am Dallenberg, das entsprechend umgebaut werden müsste, oder wird es einen Neubau geben? Ein Planungsbüro hatte bereits 2018 erklärt, dass der Umbau wesentlich teurer wäre.

Stadt und Kickers wollen am Dallenberg bleiben

Doch sowohl die Stadt als auch der Verein wollen ihren 1967 eröffneten Standort am Dallenberg ungern verlassen. "Alle Fraktionen favorisieren diesen Standort. Unter anderem, weil Logistik und Infrastruktur schon vorhanden sind", sagt Judith Jörg (CSU), Sportbürgermeisterin der Stadt Würzburg. Seit ihrer Ernennung zur Bürgermeisterin, der das Schul- und Sportreferat angehört, will sie das Thema vorantreiben. Nicht nur, weil sie selbst Fußballfan, sondern auch "weil das ein riesiges Benefit für Würzburg als Sportstadt ist, ein Zweitliga-Stadion hat ja letztlich eine bundesweite Ausstrahlung".

Gutachten soll Klarheit bringen

Jörg hat nun eine 20-köpfige Steuerungsgruppe zusammengestellt, in der neben Vertretern der Stadt auch Mitglieder des Stadtrates und Vertreter der Würzburger Kickers mitarbeiten. Ein erstes Treffen fand vor rund zwei Wochen statt. Beim nächsten Treffen solle ein in Auftrag gegebenes Gutachten vorliegen, so Jörg.

Dieses soll klären, ob ein Umbau des bestehenden Stadions überhaupt möglich ist. Teil dessen sei auch eine Einschätzung, ob sich der Umbau negativ auf den Grundwasserspiegel auswirken könnte. Das sogenannte "hydrogeologische Gutachten", das der Stadt bislang vorliegt, sei bereits über 20 Jahre alt. Erst im Anschluss an dieses Gutachten, wolle sich die Steuerungsgruppe mit alternativen Standorten befassen, die ein Planungsbüro bereits 2018 vorgestellt hatte – oder sich eben weiter mit den Anwohnern am Dallenberg auseinandersetzen.

Anwohner am Dallenberg klagen

Denn bereits seit 2015 laufen Klagen vor dem Verwaltungsgericht Würzburg, die mittlerweile sogar in einem Berufungsverfahren beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof liegen. Bei den Klägern handelt es sich um Anwohner der Straßen rund um das Stadion. Sie wollen sich dazu aktuell nicht äußern, erklärt ihr Anwalt Johannes Bohl auf Nachfrage. In der Vergangenheit hatten sich Anwohner immer wieder durch das hohe Verkehrsaufkommen und den Lärm an Spieltagen gestört gefühlt.

2. Liga macht Umbau oder Neubau erforderlich

Für die Kickers könnte die Stadion-Frage richtungsweisend für die kommenden Jahre werden. Schließlich hatte Felix Magath, Chef der neugegründeten Dacheinheit "Flyeralarm Global Soccer", bereits bei seiner Vorstellung von Zweitliga-Ambitionen gesprochen.

Bis auf weiteres muss der Club allerdings noch die Erst-Auflagen der DFL erfüllen. Diese beinhalten etwa, dass die Kickers die Fernsehtechnik im Stadion erneuern müssen. Für den ganz großen Um- oder Neubau hat der FWK noch eine kleine Schonfrist.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR
Bildrechte: picture alliance

Gerade erst sind die Würzburger Kickers in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Schon wirft die neue Saison ihre Schatten voraus. Die Kickers dürfen wegen des DFL-Regelwerks nur unter Auflagen am Dallenberg spielen. Die Stadion-Diskussion flammt neu auf.