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Uli Hoeneß: Letzter großer Auftritt als Präsident | BR24

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Uli Hoeneß gibt sein Präsidentenamt ab: Es wird ein emotionaler Abschied vom großen Lenker und Denker des FC Bayern. Für Bundestrainer Joachim Löw "hat er den Fußball geprägt, wie keine anderer."

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Uli Hoeneß: Letzter großer Auftritt als Präsident

Patron Uli Hoeneß will am Abend den emotionalen Abschied von seiner FC Bayern-Familie zelebrieren. Die Olympiahalle soll "auseinanderplatzen". Der Bericht des Präsidenten ist bei der Jahreshauptversammlung passend dazu Tagesordnungspunkt 1.

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Uli Hoeneß bereitet sich auf seine emotionale Abschiedsmesse in der Münchner Olympiahalle vor. "Am Freitagmorgen weiß ich, was ich sage" beim letzten großen Auftritt vor seiner Bayern-Familie. "Und was auch immer das sein wird - die überwiegende Mehrheit der rund 10.000 erwarteten Mitglieder wird ihrem "Uliii" bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München e.V. wohl ein letztes Mal zu Füßen liegen. "Ich habe gehört, dass die Olympiahalle auseinanderplatzen wird", sagt Hoeneß, "da ist einiges zu erwarten" - wohl nicht zuletzt von ihm.

Tagesordnungspunkt 1 - Bericht des Präsidenten

Um 19.00 Uhr geht's los und Tagesordnungspunkt 1 lautet: Bericht des Präsidenten. Und das ist dann, noch: Hoeneß. "Ich schreibe nichts auf", sagt er über seine letzte große "Parteitagsrede". Der 67-Jährige will "wie immer" frei sprechen und sich von seinem legendären Bauchgefühl leiten lassen. In 40 Jahren als Bayern-Macher ist er mit dieser Art sehr weit gekommen. "Ich habe diesen Job wahnsinnig gerne gemacht, ich habe mich immer unheimlich reingehängt, alles gegeben - und ich glaube, das Ergebnis ist so schlecht nicht", sagt Hoeneß.

Der Verein, sein FC Bayern, sei "pumperlgsund" und ruhe in sich, als sein persönliches Denkmal thront die Allianz Arena weithin sichtbar an der A9 in Fröttmaning. "Alles abbezahlt", sagt Hoeneß stolz. Die letzte personelle Weiche hat er am Montag gestellt, als er der Aufsichtsratssitzung letztmals als Chef vorstand und die Beförderung von Hasan Salihamidzic zum Sportvorstand abnicken ließ. Mit Salihamidzic, seinem designierten Nachfolger Herbert Hainer - dessen Wahl für drei Jahre Tagesordnungspunkt 6 vorsieht - und dem künftigen Vorstandsboss Oliver Kahn (ab 1. Januar 2022) seien "genau die Zukunftsperspektiven aufgezeigt, die ich mir vorgestellt habe", so Hoeneß.

Allerdings: Die nicht unwesentliche Frage nach dem neuen Cheftrainer ist aktuell offen. Hansi Flick soll die Profis (nicht nur) nach dem Willen von Hoeneß zwar auch nach dem Bundesligaspiel in Düsseldorf (23. November) betreuen. Aber wie lange genau? Sollte Hoeneß am Freitag ein Engagement des "treuen Hansi" bis Saisonende verkünden, wäre es ein letztes Geschenk für die Bayern-Gemeinde.

Ab Samstag geht's um die eigene Zukunft

Über seine eigene Zukunft will er "am Samstag nachdenken, wenn ich am Tegernsee aufwache". Noch habe er "überhaupt keinen Plan" für die Zeit danach, sagt Hoeneß, Angst verspüre er deshalb aber nicht: "Das ist sehr spannend." Mehr Zeit mit der Familie und Ehefrau Susi will er verbringen - und "kein Golf spielender Rentner" sein.

"Wenn du über so lange Zeit etwas tust, dass du gerne machst, ist es schwierig, Abstand zu nehmen" Arjen Robben

Man wird wohl schnell wieder von ihm hören: "Der eine oder andere Journalist wird sich schon gefallen lassen müssen, dass ich die Abteilung Attacke wieder ausfahre, jetzt wo ich dann keine offizielle Funktion mehr habe", hatte er zuletzt angekündigt. Alles zum Wohle seiner Bayern, versteht sich: "Immer wenn ich Unsachliches höre und sehe, werde ich den Verein wie eine Glucke bewachen." Zulasten seines Nachfolgers Hainer werde dies nicht gehen, verspricht Hoeneß. Er schätzt den ehemaligen Adidas-Boss, den er einen "Freund" nennt, als "absoluten Vollprofi" und werde es nie zulassen, dass dieser durch ihn zur "Lame Duck" werde.

Hoeneß wird nie einen letzten Tag beim FC Bayern haben

Als einfaches Aufsichtsratsmitglied unter dem neuen Chef Hainer bis mindestens 2023 werde seine Tür aber für alle Anliegen offen sein, am Tegernsee stünden für Besucher "Kaffee, Kuchen, Rostbratwürste" bereit. Hoeneß, sagt sein langjähriger Wegbegleiter Karl-Heinz Rummenigge, werde "nie" seinen letzten Tag beim FC Bayern haben. Und der scheidende Patriarch will das gar nicht dementieren. Er sei - bei aller Bescheidenheit - der Meinung, sagt Hoeneß, "dass ich dem FC Bayern weiter Rat geben kann".