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Uli Hoeneß: "Keine Entscheidung aus Verärgerung heraus" | BR24

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Uli Hoeneß hat nach seinem angekündigten Rückzur als Präsident und Vorstandchef die Gründe erklärt.

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Uli Hoeneß: "Keine Entscheidung aus Verärgerung heraus"

Uli Hoeneß gibt seine Spitzenämter beim FC Bayern ab. Auf einer Pressekonferenz bestritt der Präsident, dass sein Rückzug etwas mit kolportierten "Zwistigkeiten" mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zu tun gehabt hätte.

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Hoeneß sprach gleich zu Beginn über die Gründe seines Rückzugs: Zum einen ist da seine Familie, mit der er mehr Zeit verbringen möchte. Zum anderen waren aber auch die Vorkommnisse auf der letzten Jahreshauptversammlung - Hoeneß und die Führungsriege waren von einem Fan heftig kritisiert worden - zwar nicht ausschlaggebend, aber ein "kleiner Anstoß, um über die Zukunft nachzudenken." Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber hatte jüngst darüber gesprochen, dass diese Versammlung für Hoeneß ein "Schock" gewesen sei.

"Ich wollte das selbst entscheiden. Ich wollte von niemandem auf der Welt aufgefordert werden, unten rechts meine Demission zu unterschreiben. Das ist mir meiner Ansicht nach großartig gelungen." Uli Hoeneß

"Gesunde Streitkultur" zwischen Hoeneß und Rummenigge

Stoiber nannte als weiteren Grund für den Rückzug des Präsidenten Differenzen mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge. Auch dazu bezog Hoeneß Stellung: "In der ein oder anderen Sachfrage gab es unterschiedliche Auffassungen. Aber das war in den letzten Jahren immer so. Edmund Stoiber hat sich auf eine Diskussion im Aufsichtsrat bezogen Ende letzten Jahres. Da ging es um den Trainer", sagte der 67-Jährige.

"Aber Sie glauben doch nicht, dass ich wegen so einer Sache das Amt aufgebe? Es gab immer eine gesunde Streitkultur mit Karl-Heinz, aber das gehört dazu." Uli Hoeneß
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Video: "Zwistigkeiten" mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge hätten nicht zum Rückzug beigetragen, sagte Hoeneß, "das ist nicht der Grund, warum ich diesen Rückzug vorgenommen habe."

FC Bayern in einem "super Zustand"

Hoeneß betonte mehrmals, dass er seine Entscheidung nicht aus einer Verärgerung oder Spontanität heraus getroffen habe. Aber es sei ihm immer sehr wichtig gewesen, dass er den Verein in "einem super Zustand übergebe." Herbert Hainer, designierte Nachfolger von Hoeneß, und Oliver Kahn, der Karl-Heinz Rummenigge beerben wird, sind für ihn die idealen Personen für die jeweiligen Posten. Vor allem von Kahn hält der Noch-Präsident viel: "Ich habe ihn seit gut einem Jahr im Auge. Wie er beim ZDF moderiert und kommentiert - da ist eine großartige Entwicklung zu sehen. Wir brauchen in der Führungsposition einen ehemaligen Fußballer."

"Dieser Verein hat so viel Kraft und so viel Saft, dass er Uli Hoeneß nicht mehr an vorderster Front verkraften kann." Uli Hoeneß

Hoeneß über die Zeit nach dem FC Bayern

Der 67-Jährige, der am 15. November auf der Jahreshauptversammlung nicht wieder als Präsident des Rekordmeisters kandidieren will, sprach auch über seine Zukunft. "Ich werde ab 16. November erstmals in meinem Leben ohne Plan sein. Das ist sehr spannend für mich, ein völlig neues Gebiet. Aber keine Sorge: Von mir wird schon noch was zu hören sein!" Seinen Wunsch-Nachfolger Hainer wird er "keine Ratschläge" geben. Er wolle sich nicht aufdrängen - wenn jemand aber seinen Rat braucht: "Meine Tür steht immer offen."

"Meine Frau konnte es bis gestern nicht glauben, dass ich es wirklich durchziehe." Uli Hoeneß
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Video: Die Presskonferenz mit Uli Hoeneß in voller Länge