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DFB-Kapitän Manuel Neuer.

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    Neuers Regenbogen-Kapitänsbinde: UEFA stellt Überprüfung ein

    Sie ist ein Zeichen der Solidarität mit der LGBT-Gemeinschaft: Nationaltorwart Manuel Neuer darf seine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben auch im EM-Spiel gegen Ungarn tragen. Die UEFA stellte ihre Überprüfung der Armbinde ein.

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    • BR24 Sport

    Die Europäische Fußball-Union hat kurzzeitig geprüft, ob Nationaltorwart Manuel Neuer seine Regenbogen-Kapitänsbinde weiter tragen darf. Diese Überprüfung sei am Sonntagabend schon wieder eingestellt worden, teilte der DFB via Twitter mit.

    In einem UEFA-Schreiben an den Verband werde "die Regenbogenbinde als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für 'good cause' bewertet". Der Regenbogen steht für die Solidarität mit der LGBT-Gemeinschaft, zudem ist der Juni für sie der "Pride Month".

    DFB: Juni steht auch im Sport im Zeichen von "Pride"

    Zuvor hatte der DFB bestätigt, dass die UEFA die Kapitänsbinde überprüft. Möglicherweise verstoße sie gegen Statuten des Verbandes, hieß es. Üblicherweise sind die EM-Kapitäne zum Tragen des UEFA-Modells verpflichtet.

    DFB-Pressesprecher Jens Grittner hatte vor dem Einlenken des Kontinentalverbandes bereits signalisiert, sich nicht beirren zu lassen: "Der Juni steht auch im Sport im Zeichen von 'Pride', um sich für mehr Vielfalt stark zu machen. Auch in diesem Jahr beteiligt sich der DFB mit verschiedenen Aktionen", betonte er.

    Manuel Neuer trägt bereits seit dem Testspiel am 7. Juni gegen Lettland die Regenbogenbinde. Als Zeichen und klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung. Die Botschaft lautet: "Wir sind bunt!"

    Leuchtet die Münchner Arena am Mittwoch in Regenbogenfarben?

    Der Regenbogen wird in den kommenden Tagen ohnehin zum Politikum werden, denn die Münchner EM-Arena soll am Mittwoch in Regenbogenfarben leuchten - das wünschen sich die Stadt und Aktivisten beim Spiel Deutschland gegen Ungarn. "Der OB wird bereits morgen einen Brief an die UEFA schreiben", sagte seine Sprecherin am Sonntag. "Das ist ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Gleichstellung", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter.

    Der Münchner Stadtrat hatte zuvor fraktionsübergreifend gefordert, die EM-Arena für das Spiel in Regenbogenfarben leuchten zu lassen. "Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft", heißt es in dem Antrag, über den formell erst am Mittwoch, dem Spieltag, entschieden werden soll.

    Am vergangenen Dienstag hatte das ungarische Parlament ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

    Die UEFA startete zwar vor der EM eine Kampagne gegen Diskriminierung im Fußball, gilt aber als eng verbunden mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.