BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Nach langer Pause wieder Profifußball im Münchner Olympiastadion | BR24

© BR24 Sport

Regionalliga-Tabellenführer Türkgücü München hat vorerst sein Stadionproblem gelöst. Steigt der Verein in die 3. Liga auf, würde im Grünwalder und im Olympiastadion gespielt.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nach langer Pause wieder Profifußball im Münchner Olympiastadion

Regionalliga-Tabellenführer Türkgücü München hat vorerst sein Stadionproblem gelöst. Steigt der Verein in die 3. Liga auf, würde im Grünwalder und im Olympiastadion gespielt. Das Olympiastadion feiert nach langer Pause ein Comeback im Profifußball.

2
Per Mail sharen

Die Kuh ist vom Eis: Regionalliga-Tabellenführer Türkgücü München hat gemeinsam mit der Landeshauptstadt München endlich sein Stadionproblem für den Aufstiegsfall geklärt - und es ist eine Doppellösung: Gemeinsam mit dem TSV 1860 München und dem FC Bayern München II wird der Klub das Städtische Stadion an der Grünwalder Stadion in Giesing nutzen. Die entsprechenden Verträge wurdem am Freitag (19.06.2020) unterschrieben.

Weil der DFB in dem Stadion aber nur maximal 50 Spiele in einer Saison zulässt, wird Türkgücü für die überzähligen Partien ins Olympiastadion ausweichen. Vorbehaltlich der Entscheidung des Verbands, der für diese Lösung noch grünes Licht geben muss, kehrt damit der Profifußball nach langer Pause ins Olympiastadion zurück.

Das letzte Männerspiel fand 2005 zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg statt. 2012 war das Stadion Austragungsort des Champions-League-Finales der Frauen.

Zwei Kleinigkeiten bereiten noch Sorge, allerdings hat der DFB teilweise schon Entgegenkommen signalisiert: Das Olympiastadion hat keine Rasenheizung - eigentlich eine Voraussetzung in den Lizenzbedingungen. Außerdem reicht momentan die Lux-Zahl des Flutlichts nicht aus, um die Mindestansprüche zu erfüllen. Hier soll allerdings ab November von Seiten des Betreibers Abhilfe geschaffen werden.

"Es macht uns stolz, mit Türkgücü München, dem TSV München von 1860 und dem FC Bayern München in der nächsten Saison gleich drei Profi-Vereinen eine Heimat zu geben. Das ist ein starkes Signal für die Sportstadt München." Münchens Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl

Lange Stadionsuche hat ein Ende

Die Stadionproblematik hatte den Verein Türkgücü und die Stadt München seit mehr als einem Jahr beschäftigt. Nachdem der TSV 1860 und die Zweitvertretung des FC Bayern nicht bereit waren, die Heimstätte in Giesing aufzugeben und der DFB das Anliegen von Türkgücü abgelehnt hatte, nach Nordrhein-Westfalen auszuweichen, ging die Suche weiter und das Münchner Olympiastadion wurde als mögliche Alternative ins Spiel gebracht.

Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark GmbH, betonte im Interview mit BR24 Sport, dass es sich hierbei nur um eine Notlösung handele: "Es werden nicht alle Spiele hier stattfinden, aber Ausweichspiele", so Schöne, die zugibt: "Das Olympiastadion entspricht nicht mehr einem modernen Fußballstadion, aber für diese Notsituation ist es auf alle Fälle geeignet." Im Vertrag ist geregelt, dass das Olympiastadion Türkgücü für maximal acht Spiele zur Verfügung steht.

"Es waren keine einfachen Verhandlungen. Umso froher sind wir nun, mit allen Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben." Beatrix Zurek, Sportreferentin

Olympiapark: Lieber Open Airs als Fußball

Der Verband habe bereits signalisiert, dass er fürs Olympiastadion auch Ausnahmen von den gängigen Lizenzauflagen genehmigen würde, berichtet Schöne. "So müssen wir beispielsweise keine Rasenheizung einbauen." An den Verein Türkgücü dann noch diese Botschaft: "Unsere Forderung ist aber, dass die Ausweichspiele nicht in der Open-Air-Saison stattfinden, weil wir mit Open Airs mehr verdienen als mit Fußball."

"Herzlich willkommen unter dem berühmten Zeltdach." Marion Schöne
© BR

Im Münchner Olympiastadion könnte erstmals nach 17 Jahren wieder ein Fußball in einem Pflichtspiel rollen. Der designierte Drittligaaufsteiger Türkgücü München wird dort voraussichtlich einige Heimspiele austragen.

Sportpark Heimstetten ist Vergangenheit

Bisher spielte Türkgücü im Forever-Sportpark in Heimstetten, der Heimstätte des Regionalligisten SV Heimstetten. Im Winter sollte der Klub dann ins Städtische Stadion an der Grünwalder Straße umziehen, wo bereits der TSV 1860 München und der FC Bayern München II ihre Drittligapartien absolvieren. Nur die Coronapause verhinderte bisher, dass dort Regionalligaspiele ausgetragen wurden.

Als Türkgücü beim DFB die Lizenzunterlagen für die 3. Liga einreichte, nannte der Klub als geplanten Spielort das Grünwalder Stadion. Doch der DFB lässt nur 50 Partien in einem Stadion zu. Bei 19 Heimspielen pro Saison kommen die drei Münchner Klubs aber auf 57 Partien, hinzu kommen noch DFB- und Toto-Pokalspiele. Und da weder die Münchner Löwen noch die "kleinen Bayern" weichen wollen, muss sich Türkgücü nun zumindest für einige Spiele eine andere Heimstätte suchen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!