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Türkgücu-Aufstieg: 1. FC Schweinfurt greift DFB an | BR24

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Die Arena in Würzburg - das Heimstadion von Türkgücü München?

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    Türkgücu-Aufstieg: 1. FC Schweinfurt greift DFB an

    Der 1. FC Schweinfurt kritisiert in einem offenen Brief den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Konkurrent Türkgücü München hat ohne eigenes Stadion die Drittligazulassung erhalten. Die vermeintliche Spielstätte in Würzburg sei nur ein "Strohmannstadion".

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    Schweinfurt wirft dem DFB fehlende Transparenz vor, es bleiben "Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung", so Schweinfurts Geschäftsführer Markus Wolf in dem offenen Brief des Klubs an den DFB.

    Wegen des Abbruchs der Regionalliga-Saison wurde Tabellenführer Türkgücü München als Aufsteiger in die 3. Liga bestimmt, der 1. FC Schweinfurt war dahinter Zweiter.

    Allerdings besitzen die Münchner kein eigenes Stadion. Der Verein gab gegenüber dem DFB die Arena in Würzburg als offizielles Heimstadion an und das Städtische Stadion und das Olympiastadion in München als Ausweichstadien. Ende Juni hatte Türkgücü vom DFB die Drittliga-Zulassung erhalten.

    "Heimstadion" 300 Kilometer vom Verein entfernt

    Die Schweinfurter reiben sich vor allem am vermeintlichen Heimstadion in Würzburg, rund 300 Kilometer von der Türkgücü-Heimat München entfernt. Laut Drittligastatuten muss sich das Heimstadion am Heimort des Vereins befinden, Ausnahmen sind allerdings möglich. Zudem müsse das Stadion uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

    "Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass Türkgücü München wohl kaum ein Spiel in Würzburg austragen wird, sondern seine Heimspiele in den zusätzlich angegebenen Ausweichstadien in München spielen wird", so Wolf.

    Pikant: Nach Schweinfurter Informationen liegt der Stadt Würzburg bisher nicht einmal eine Anfrage vor, dass Türkgücü Heimspiele in Unterfranken austragen wird. Die Stadt gehe zudem davon aus, dass auch Würzburg nur ein Ausweichstadion sei.

    "Wir sind sehr gespannt, wie viele Spiele dann in Würzburg letztendlich stattfinden werden, da die Stadt Würzburg aktuell von keinem einzigen Spiel ausgeht, wie ihre Pressestelle auf Anfragen mitgeteilt hat." Schweinfurt-Geschäftsführer Markus Wolf
    © picture-alliance/dpa

    Markus Wolf, Geschäftsführer 1. FC Schweinfurt

    Schweinfurt kritisiert fehlende DFB-Transparenz

    Zudem kritisierte Wolf die fehlende Kommunikationsbereitschaft des DFB. Obwohl sein Verein den Verband gebeten habe, der Situation rund um Türkgücü und das Würzburger Stadion nachzugehen, habe der Verband bisher nicht die Stadt kontaktiert.

    Auch auf Anfragen, wie denn die Unterlagen von Türkgücü am Ende genau ausgesehen haben, sei der Verband nicht eingegangen. "Von der in letzter Zeit häufig zitierten Transparenz kann jedenfalls keine Rede sein, stattdessen bleibt hier ein ganz übler Beigeschmack."

    "Wie bereits ausgeführt wurden uns diese Informationen seitens des DFB aber nicht gegeben, so dass unsere Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung nach wie vor bestehen." Markus Wolf

    Nach Auskunft von Wolf habe zudem die Stadt Würzburg "nach unserer Kenntnis eine Anfrage der Würzburger Kickers, ob sie einer zusätzlichen Nutzung durch Türkgücü München zustimmen würde, eine Absage erteilt."

    "Wir fordern daher den DFB dazu auf, sich eine uneingeschränkte Stadionnutzung der Stadt Würzburg schriftlich einzuholen." Markus Wolf