Dimitrij Ovtcharov

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TTC Neu-Ulm: Gelingt der Sprung an die Tischtennis-Weltspitze?

TTC Neu-Ulm: Gelingt der Sprung an die Tischtennis-Weltspitze?

Der TTC Neu-Ulm ist ein sehr junger, ambitionierter Verein. Die Schwaben wollen im Tischtennis vor allem international Erfolge einfahren und haben sich dementsprechend verstärkt. Prominentester Neuzugang ist Dimitrij Ovtcharov.

Den TTC Neu-Ulm gibt es erst seit dem Jahr 2019. Obwohl der Verein damals noch kein einziges Spiel bestritten und noch nicht einmal eine Herrenmannschaft hatte, schaffte er es per Wildcard in die Tischtennis-Bundesliga. Bereits in der Saison 2021/22 nahm der TTC an der Champions League teil.

TTC Neu-Ulm mit vier Top-10-Spielern verstärkt

Jetzt haben sich die Neu-Ulmer nochmals verstärkt und wollen weiter durchstarten. Vier Top-10-Spieler der Weltrangliste haben sich dem TTC angeschlossen. Den Bronze- und Silber-Gewinner der Olympischen Spiele von Tokio Dimitrij Ovtcharov reizte die Perspektive, hier "in der Champions League vorne mitspielen" zu können. Er tritt nur in der Königsklasse und im Pokal an. Zum Team gehört auch der Vizeweltmeister Truls Möregardh aus Schweden. Der Japaner Tomokazu Harimoto ist die aktuelle Nummer fünf der Weltrangliste, Lin Yun-Ju aus Taiwan ist Sechster.

Ovtcharov fädelte die Transfers ein

"Das Geheimnis dahinter ist Dimitri Ovtcharov. Der sagte: ‚Ich komme zu dir. Aber wenn ich zu dir komme, dann wollen wir aber auch ein gutes Team haben. Und er hat mir die Namen gesagt", erklärt der TTC-Mäzen Florian Ebner. Als "schwäbischer Kaufmann" fragte er zwar kurz: "Kann ich mir das denn leisten?" Die Antwort lautete schlichtweg nur: "Gib mir zwei Tage, ich rufe die Jungs an". Und innerhalb der versprochenen Frist kam die Rückmeldung "gebongt", binnen insgesamt vier Tagen hatten die Neu-Ulmer vier Top-Ten-Spieler.

Favorit in der Champions League, in der Bundesliga Vierter

Mit dieser Starbesetzung gehören die Neu-Ulmer in der Champions League zu den Top-Favoriten. Die erste Runde haben sie bereits mit Bravour überstanden. Ebner, der das Projekt TTC ins Leben gerufen hatte, erklärt: "Unser Hauptinteresse sind die Champions League und der Pokal. Wir würden zu gerne mal in das Final Four kommen. In der Bundesliga lassen wir uns überraschen."

Klar, dass die Neu-Ulmer auch die Bundesliga aufmischen. "Es haben heute nicht alle gespielt von denen. Aber wenn man das auf dem Papier liest, dann ist das natürlich eine unglaubliche Mannschaft. Wenn die dann in der Champions League voll antreten, ist das schon eine Hausnummer", schwärmt Bastian Steger vom TSV Bad Königshofen, der am Montag (19.9.) von Möregardh in drei Sätzen (11:5, 11:0, 11:0) deklassiert wurde. Durch den 3:1-Sieg gegen den TSV Bad Königshofen sprang der TTC mit 6:2 Punkten auf Platz vier der Tabelle. Nur der Spitzenreiter Düsseldorf hat mehr Zähler auf dem Konto. Am übernächsten Spieltag (13.11., 17.00 Uhr) empfängt Neu-Ulm die Borussia.

Ähnlicher Durchmarsch wie der FC Bayern Basketball

Es bleibt also weiterhin spannend, den kometenhaften Aufstieg der Neu-Ulmer zu beobachten. Einen vergleichbaren Durchmarsch gab es bisher nur selten. Der Basketballabteilung des FC Bayern München gelang es im Jahr 2008, durch die Übernahme der Lizenz der Düsseldorf Magics von der vierten Liga direkt in die oberste Spielklasse aufzurücken.

Im Volleyballsport durfte das deutsch-österreichische Volleyballteam Hypo Tirol Alpenvolleys Haching im Jahr 2017 durch den Verzicht des TSV Unterhaching plötzlich in der deutschen Bundesliga antreten.

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