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Das Stadion der Würzburger Kickers

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    Trotz Niederlagen: Würzburger Kickers planen neues Stadion

    Nach ihrem Aufstieg sind die Würzburger Kickers aktuell Schlusslicht in der zweiten Fußball-Bundesliga. An den Plänen für ein neues Stadion am Dallenberg halten sie trotzdem fest. Unabhängig von der Liga will der Verein wettbewerbsfähig sein.

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    Von
    • Carolin Hasenauer

    Erst in der vergangenen Saison haben die Würzburger Kickers den Aufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Eine Voraussetzung, um in der Liga bleiben zu können, ist jedoch eine bestimmte Stadiongröße. An den Planen für ein neues, größeres Stadion am Dallenberg halten die Würzburger Kickers fest – obwohl sie mehrere Niederlagen einstecken mussten und aktuell Tabellen-Schlusslicht sind. Das bestätigte Kickers-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer auf Nachfrage von BR24.

    Kickers wollen sich mit neuem Stadion langfristig aufstellen

    "Uns geht es vor allem langfristig darum, wettbewerbsfähig zu sein – unabhängig von aktuellen Erfolgen oder Misserfolgen", so Sauer. Ein größeres Stadion, das den Ansprüchen der zweiten Bundesliga und den Vorgaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL) entspricht, sei strategisch sinnvoll. So könne der Verein langfristig konkurrenzfähig sein, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Bestes Beispiel ist für Sauer der SSV Jahn Regensburg: "Der Jahn hat sein Stadion als Regionalligist eingeweiht und ist mittlerweile etabliert in der zweiten Liga."

    Probleme mit Anwohnern und Trinkwasser

    Viele Weichen seien noch zu stellen bis zum Stadionneubau am Dallenberg, so Sauer: Neben dem seit 2015 anhaltenden Rechtsstreit mit den Anwohnern wegen Licht- und Lärmbelästigung hat Mitte 2020 auch ein Grundwasser-Gutachten für Aufregung gesorgt. Das Problem: Das gesamte Vereinsgelände liegt in der Wasserschutzzone der Trinkwassergewinnung Mergentheimer Straße. So müssten bei Planung und Bau die Auflagen zum Trinkwasserschutz beachtet werden.

    Das heißt: Das Stadion etwas in den Untergrund einzulassen, ist nicht möglich, weil sonst nicht genügend Abstand zum Grundwasser gewährleistet ist. Am geplanten Bauplatz befindet sich das Grundwasser in zehn beziehungsweise 17 Metern Tiefe, heißt es im Gutachten eines Würzburger Ingenieursbüros. Über ein Absenken des Stadions in den Boden war aus Lärmschutzgründen im Vorfeld nachgedacht worden. Jetzt muss ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben werden, um die exakten Grundwasser-Stände zu ermitteln. Denn zwischen Stadion und Grundwasser müssen mindestens zwei Meter Abstand liegen.

    Stadt Würzburg favorisiert Stadion an bisherigem Standort

    Sportbürgermeisterin Judith Jörg (CSU) spricht sich ganz klar für den 1967 eröffneten Standort am Dallenberg aus. "Alle Fraktionen favorisieren diesen Standort. Unter anderem, weil Logistik und Infrastruktur schon vorhanden sind", sagte Jörg, die sich seit dieser Amtszeit in einer eigens gegründeten Steuerungsgruppe für die Stadion-Pläne einsetzt.

    Flyeralarm-Arena entspricht nicht den Vorgaben der zweiten Liga

    Unabhängig davon, dass Sauer den größeren Neubau ohnehin forcieren will, sitzt die DFL den Kickers im Nacken: Seit ihrem Aufstieg in die zweite Bundesliga drängt die Stadionfrage umso mehr. Denn laut DFL-Regelwerk entspricht die Flyeralarm-Arena in Würzburg nicht den Vorgaben für den Zweitligabetrieb.

    Ärger wegen Lärmbelästigung

    Neben der Herausforderung das Grundwasser betreffend laufen außerdem bereits seit 2015 Klagen wegen Lärmbelästigung vor dem Verwaltungsgericht Würzburg. Viele Anwohner fühlen sich durch die Lautstärke bei Heimspielen gestört. Mit diesen Klagen muss sich inzwischen sogar der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem Berufungsverfahren beschäftigen. Die Anwohner wollen sich derzeit nicht dazu äußern, erklärte Anwalt Johannes Bohl auf Nachfrage.

    Stadt Würzburg muss am Ende entscheiden

    Will die Stadt Würzburg aus städtebaulicher Licht ein 30 Meter hohes Stadion? Und ist die Lärmbelästigung noch vertretbar? Darüber müsse die Stadt entscheiden, sollte der geplante Neubau nicht in den Untergrund eingelassen werden können, so die Einschätzung von Sportbürgermeisterin Jörg.

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