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Trotz Gerichtsurteil im Pokalstreit: Schalke-Gegner weiter offen | BR24

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Im bayerischen Pokalstreit hat das Landgericht München ein Urteil gefällt, der Pokalgegner von Schalke 04 steht aber immer noch nicht fest. Türkgücü München oder doch Schweinfurt - der Bayerische Fußball-Verband ist am Zug.

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Trotz Gerichtsurteil im Pokalstreit: Schalke-Gegner weiter offen

Im bayerischen Pokalstreit hat das Landgericht München ein Urteil gefällt, der Pokalgegner von Schalke 04 steht aber immer noch nicht fest. Türkgücü München oder doch Schweinfurt - der Bayerische Fußball-Verband muss den Starter neu melden.

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Ursprünglich hätte das Urteil des Landgerichts München I schon am Montag fallen sollen. Angesichts der Komplexität hatte die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz allerdings erklärt: "Die eineinhalb Tage nehmen wir uns noch. Wir werden das alles noch einmal gründlich überdenken."

Das Ergebnis, das am Mittwoch präsentiert wurde, überraschte dann wohl alle Beteiligten: "Wir haben die Nominierungs-Entscheidung an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) zurückgegeben. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Meldung von Schweinfurt 05 nicht auf die Spielordnung des BFV gestützt werden kann."

Zwei Optionen für den Bayerischen Fußball-Verband

Neben Möglichkeit eins - der BFV nominiert Türkgücü München - könnte der BFV allerdings eine Änderung der Spielordnung anstreben, um - wie ursprünglich geschehen - erneut den 1. FC Schweinfurt für die erste Pokalrunde zu nominieren. Dabei seien jedoch laut Gericht "die Interessen aller Betroffenen zu würdigen und der gefundene Ausgleich ist zu begründen."

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Pokalveranstalter wurde durch das Gericht verpflichtet, den Widerruf und die Neumeldung des bayerischen Pokalteilnehmers zuzulassen. Beide Seiten - Türkgücü München und der BFV - können Berufung vor dem Oberlandesgericht München einlegen.

Türkgücü rechnet mit Pokal-Teilnahme

Drittligist Türkgücü München rechnet fest damit, dass er nun in der ersten DFB-Pokalrunde antreten kann. "Ich gehe davon aus, dass wir zum DFB-Pokal gemeldet werden, außer der Bayerische Fußball-Verband versucht sich wieder auf die Schweinfurter Seite zu begeben und die Spielordnung erneut zu ändern", sagte Geschäftsführer Max Kothny nach dem Urteil.

Oder doch wieder Schweinfurt?

Die BFV-Verantwortlichen haben allerdings noch keine Entscheidung getroffen. "Fußballtechnisch steht alles auf Anfang. Wir haben aktuell keinen Teilnehmer, wir müssen Türkgücü nicht verpflichtend melden, wir müssen uns neu überlegen, wen wir melden und müssen das erneut begründen", sagte BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher.

Wochenlanger Pokalstreit

Seit Anfang September sorgt der Streit um die Teilnahme am DFB-Pokal für gehörigen Wirbel. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hatte entschieden, Türkgücü München als Führenden der Regionalliga nach dem Abbruch des Spielbetriebs wegen der Coronakrise für den Aufstieg in die 3. Liga zu melden und aus der Tabelle zu streichen.

Die zweitplatzierten Schweinfurter rutschten dadurch auf Tabellenplatz eins und sollten im DFB-Pokal antreten - auf jenem Startplatz, der normalerweise für den bayerischen Amateurmeister, den Regionalliga-Sieger, reserviert ist. Für diese Lösung hatte der Bayerische Fußball-Verband (BFV) sogar seine Statuten verändert und die Schweinfurter beim DFB als Starter gemeldet.

Satzungsänderung aus dem September ist nichtig

Das Gericht entschied jetzt, dass diese Satzungsänderung zum 1. September einer kartellrechtlichen Überprüfung nicht stand hält und somit nichtig sei. Zwar stehe es dem BFV frei, im Rahmen seiner Satzungsautonomie seine Satzung erneut und kurzfristig zu ändern. Eine Entscheidung, die nachträglich die Qualifizierungsbedingungen ändert, sei jedoch "auf die fehlerfreie Ausübung des Ermessens zu überprüfen."

Gang vors Gericht verhinderte Pokal-Anpfiff

Zwei Tage vor der geplanten Austragung des DFB-Pokalspiels zwischen Schweinfurt und Schalke hatte das Landgericht München die Austragung des angesetzten Spiels 1. FC Schweinfurt-Schalke 04 Mitte September gestoppt. Fußball-Drittligist Türkgücü München war vor Gericht gezogen und hatte eine einstweilige Verfügung erwirkt. Daraufhin musste auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Partie bis zur endgültigen Klärung aufzuschieben.