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Schon morgens um 7.00 Uhr absolviert Anabel Knoll Schwimmeinheiten im Langwasserbad in Nürnberg. Das harte Training hat sich für die Triathletin gelohnt: Die 25-Jährige fährt zu den Olympischen Spielen nach Tokio.

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Triathletin Anabel Knoll - ein bayerischer Geheimtipp für Tokio

Eigentlich hatte sich die 25-Jährige Triathletin Anabel Knoll aus Nürnberg die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 als Ziel gesetzt. Doch jetzt ist sie bereits in Tokio dabei - mit Außenseiterchancen auf eine Medaille.

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Von
  • BR24 Sport
  • Florian Weber

Anabel Knoll hatte ihren Schwerpunkt in den vergangenen Jahren "sehr auf das Studium gelegt", erzählt sie. An der Universität Bayreuth ist die 25-Jährige in der Fachrichtung Biodiversität und Ökologie aktiv. Schließlich wollte sie eigentlich erst im Jahr 2024 zu den Olympischen Spielen.

Doch dann setzte sich die für den SC Delphin Ingolstadt startende Mittelfränkin Ende Mai bei einer internen Ausscheidung im Trainingszentrum Kienbaum durch und sicherte sich damit eines der beiden letzten Tickets für Tokio.

Knoll startet in der Mixed-Staffel mit zwei Vizeweltmeistern

Gleich zwei Mal wird sie dort starten: im Einzelrennen und in der Mixed-Staffel. Ihr Vater Roland Knoll, der sie auch trainiert, rechnet für den Teamwettbewerb mit einer Außenseiterchance, "den dritten Platz zu belegen".

Dabei absolviert jeder Sportler einen "Super-Sprint" aus 250 bis 300 Meter Schwimmen, fünf bis acht Kilometer Radfahren und ein bis zwei Kilometer Laufen. Gemeinsam mit Laura Lindemann, Justus Nieschlag und Jonas Schomburg geht die 25-Jährige in Tokio ins Rennen.

Die Medaillenambitionen sind nicht unberechtigt: Im Jahr 2019 wurde eine deutsche Staffel schon einmal Vizeweltmeister, Lindemann und Nieschlag waren damals dabei.

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Es ist wohl der Traum eines jeden Sportlers einmal bei Olympia dabei sein. Für die Ingolstädterin Anabel Knoll hat sich dieser Traum überraschend erfüllt. Sie startet im Triathlon für Deutschland und reist im Juli nach Japan.

Für Knoll geht der "größte Traum" in Erfüllung

Im Einzelrennen stehen 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen an. Als bisher einziger deutscher Triathlet konnte Jan Frodeno bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking in dieser Disziplin eine Goldmedaille gewinnen.

Für Knoll geht es in diesem Wettbewerb aber wie beim Studium "erst einmal um das Lernen", erklärt ihr Vater. Schließlich ist es ja ihre olympische Premiere. Ihr "größter Traum", den sie sich jetzt erfüllt.

Monatelange Vorbereitung im Nürnberger Bad

In den vergangenen Monaten war das Nürnberger Langwasserbad ihr zweites Zuhause: Schon morgens um 7.00 Uhr absolvierte Anabel Knoll fünf- bis sechsmal in der Woche Schwimmeinheiten am Triathlon Bundesstützpunkt. "Ich bin immer ganz froh, wenn das Training gleich früh ist. Je früher umso schneller hat man es hinter sich. Wenn man drei Einheiten am Tag trainieren muss, ist es schon gut, wenn man früh anfängt“, sagt die 25-jährige, die in Ingolstadt aufgewachsen ist.

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Schon morgens um 7.00 Uhr absolviert Anabel Knoll Schwimmeinheiten im Langwasserbad in Nürnberg. Das harte Training hat sich für die Triathletin gelohnt: Die 25-Jährige fährt zu den Olympischen Spielen nach Tokio.

Vater und Trainer war selbst Spitzentriathlet

Trainiert wird Anabel Knoll von ihrem Vater Roland Knoll. Er war selbst einst Spitzentriathlet und als Trainer unter anderem für Olympiasieger Jan Frodeno bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking verantwortlich. 2Bis dahin habe ich nie so richtig verstanden, was er da eigentlich macht. Als man dann 2008 beide im Fernsehen gesehen hat, ist mir klargeworden, dass er da was cooles macht und das gar nicht so schlecht aussieht2, erzählt Anabel Knoll. Also habe sie eben selbst Triathlon ausprobiert. Seit zwei Jahren trainiert Knoll am Bundesstützpunkt in Nürnberg, ihr Vater ist hier Stützpunkttrainer.

Vater-Tochter-Beziehung mit Konfliktpotenzial

Eine Vater-Tochter-Beziehung mit Vor- und Nachteilen, sagt Roland Knoll: "Es ist sehr praktisch, weil man den nahen Bezug hat und ich sie von Geburt an kenne und weiß, wie sie tickt. Andererseits gibt’s natürlich immer ein gewisses Konfliktpotential, weil die Emotionen anders sind als in einem normalen Trainer-Athleten-Verhältnis. Aber wir können uns immer noch in die Augen schauen." In Tokio können sie das leider nicht. Wegen der Corona-Vorschriften kann ihr Trainer die Wettbewerbe nur aus der Heimat mitverfolgen.

Freunde und Familie müssen zuhause bleiben

Und es gibt weitere Einschränkungen: Ihr Freund Maximilian Sperl, der selbst Bundesliga-Triathlet ist, und ihre Familie dürfen pandemiebedingt nicht nach Japan reisen. "Ich wäre schon gerne dabei gewesen, aber am Ende muss sie es alleine vor Ort machen, egal ob ich da bin oder nicht" sagt Maximilian. Weil die Wettkämpfe bei uns mitten in der Nacht laufen, haben sie mit der Trainingsgruppe ausgemacht, dass sie sich treffen und die Wettbewerbe gemeinsam im Fernsehen anschauen. Anabel Knolls Freunde und Familie müssen also aus knapp 13.000 Kilometern Entfernung mitfiebern.

Triathlon bei den Olympischen Spielen in Tokio

Die Olympischen Spiele werden vom 23. Juli bis 8. August 2021 in Tokio ausgetragen. Die Metropole ist zeitlich aktuell sieben Stunden voraus. Die Wettkämpfe finden aus deutscher Sicht in der Nacht statt.

  • Sonntag, 25. Juli 2021, 23.30 Uhr: Männer
  • Montag, 26. Juli 2021, 23.30 Uhr: Frauen
  • Samstag, 31. Juli 2021, 0.30 Uhr: Mixed-Staffel

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