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Bildrechte: Hypoxicum

Ein Erfolgsrezept gerade im Ausdauersport ist das Höhentraining. In Hypoxie-Studios können Athleten, aber auch Patienten, die Effekte eines simulierten Höhentrainings nutzen. Die "dünne Luft" ist – richtig dosiert - gut für Fitness und Gesundheit!

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Trainieren wie die Profis: Simuliertes Höhentraining Hypoxie

Ein Erfolgsrezept gerade im Ausdauersport ist das Höhentraining. In Hypoxie-Studios können Athleten, aber auch Patienten, die Effekte eines simulierten Höhentrainings nutzen. Die "dünne Luft" ist – richtig dosiert - gut für Fitness und Gesundheit!

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Von
  • Bernd-Uwe Gutknecht

Profisportler steigern mit Höhentraining ihre Leistungsstärke, vor allem im Ausdauerbereich. Da solch ein Trainingslager in den Bergen aufwendig und kostspielig ist, ist für Hobbysportler ein Hypoxie-Training im Fitnessstudio eine gute Alternative.

Höhentraining im Tiefland

"Hypoxietraining beruht auf dem Höhentraining, das man so kennt von den Profis, die ins Höhentrainingslager fahren. Das Hypoxietraining bei uns sieht so aus, dass man in simulierter Höhe trainiert", erklärt Flavio Mannhardt, Sportwissenschaftler und Betreiber des Hypoxicum in München. Hier, auf rund 500 Metern Höhe über dem Meeresspiegel, beträgt der Anteil an Sauerstoff in der Luft etwa 21 Prozent. In 2.500 Metern Höhe liegt der Wert bei 15,5 Prozent.

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Vor dem Training testet Flavio Mannhardt die Athleten.

Bergluft im Kellerraum

Mithilfe eines Kompressors wird im Hypoxicum der Sauerstoff-Partialdruck verringert, wodurch weniger Sauerstoff in der Lunge der Trainierenden ankommt. In den kleinen Studioräumen stehen Cardio-Geräte. Auf einem Laufband trainiert die Hobby-Triathletin Britta.

In einer simulierten Raumluft von 2.500 Metern Höhe: "Ich trainiere regelmäßig hier, um mich für einen Triathlon vorzubereiten. Ich finde, die Ausdauerleistung steigt enorm. Es ist natürlich sehr anstrengend, also man wird nicht schneller im Training, aber ausdauernder."

Kontrolle am Zeigefinger

Damit der Trainingsaufwand auch die gewünschten Effekte erzielt, werden die Sauerstoff-Werte mit einem Pulsoximeter am Zeigefinger der Trainierenden laufend überprüft.

Neben dem subjektiven Gefühl vieler Sportler belegen auch wissenschaftliche Studien den Sinn eines Hypoxie-Trainings, wie Professor Simon Schäfer von der Münchner Uniklinik in Großhadern bestätigt. Nicht nur für Sportler, sondern für Jeden, der seine Gesundheit pushen will: "Ein kontinuierliches Training unter Sauerstoffmangel kann Einfluss auf verschiedene chronische Erkrankungen haben: Zuckerkrankheit, Übergewicht oder Bluthochdruck."

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Mit einem Pulsoximeter wird der Trainingseffekt kontrolliert.

Höhentraining to go

Mittlerweile gibt es auch Hypoxie-Training für daheim. Weil selbst das Schlafen in simulierter Höhe die Adaption verbessert, legen sich Höhensportler nachts in ein Höhenzelt, trainieren aber im Flachland, nach der bewährten Methode "sleep high, train low", also in der Höhe schlafen, in niedrigen Lagen trainieren. Zum Beispiel Eva-Maria Sperger, eine der weltbesten Ultratrail-Läuferinnen: "In meinem Schlafzimmer habe ich ein Höhen-Zelt, in dem meine Matratze liegt und darin schlafe ich einfach ein paar Wochen."

Gut für die Psyche

Hypoxie-Experte Mannhardt empfiehlt die Therapie auch für die Regeneration nach Verletzungen und aufgrund seiner Wirkungen auf gewisse Hormone auch für psychische Beschwerden: "Man weiß, dass Höhenluft glücklich macht, Dopamine werden vermehrt ausgeschüttet. Wir haben manchmal Patienten da, die von Ärzten geschickt werden, die zum Beispiel Depressionen haben, keine Lust mehr haben, harte Medikamente zu nehmen. Dann haben wir auch ein Hormon Melatonin, das ist unser Schlafhormon. Um das anzukurbeln, kommen Patienten mit Schlafstörungen zu uns."

So sinnvoll ein Hypoxie-Training im Studio ist, an das Glücksgefühl bei einer Gipfeltour kommt es natürlich nicht heran!