Jonas Vingegaard bei einer Abfahrt
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Tour de France: Poels siegt nach erneutem Massensturz

Beim Sieg des Niederländers Wout Poels auf der 15. Etappe der Tour de France haben sich die Topfahrer erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Zuvor hatte ein unachtsamer Zuschauer einen Massensturz verursacht.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Der Niederländer Wout Poels hat in den Alpen die 15. Etappe der 110. Tour de France gewonnen. Der 35-Jährige, bei Bahrain Victorious Teamkollege der deutschen Radprofis Phil Bauhaus und Nikias Arndt, siegte am Sonntag nach 4:04 Stunden und 179 km bei der Bergankunft in Saint-Gervais Mont-Blanc. Poels hatte sich am letzten Anstieg aus einer zu dem Zeitpunkt dreiköpfigen Spitzengruppe mit Wout van Aert (Belgien/Jumbo-Visma) und Marc Soler (Spanien/UAE Emirates) gelöst und seinen Vorsprung bis ins Ziel stetig ausgebaut.

Der in der Gesamtwertung führende Jonas Vingegaard und sein Herausforderer Tadej Pogacar kamen zeitgleich ins Ziel. Jay Hindlay, Kapitän des oberbayerischen Teams Bora-hansgrohe verlor weiter wertvolle Sekunden auf den drittplatzierten Carlos Rodriguez Cano und fiel sogar auf Platz fünf zurück. Der deutsche Straßenrad-Meister Emanuel Buchmann vom Team Bora-hansgrohe kam kurz vor dem Ziel zu Fall, blieb aber unverletzt und konnte das Rennen zu Ende fahren.

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Sturz auf der 15. Etappe der Tour de France 2023

Zuschauer verursacht Sturz

Zuvor hatte es wie schon am Vortag einen Zwischenfall gegeben: Etwa 128 Kilometer vor dem Ziel der 15. Etappe stand ein Fan zu weit auf der Straße und hielt seinen Arm heraus, mit dem er offenbar ein Smartphone hielt. Der an der Spitze des Feldes fahrende US-Amerikaner Sepp Kuss touchierte den Arm, stürzte und riss rund 20 Fahrer mit zu Boden. In den Bergen ist Kuss der wichtigste Helfer von Vingegaard.

"Das ist das Büro der Fahrer. Geht nicht in ihr Büro", sagte Radsport-Experte Jens Voigt, der die Etappe nach Saint-Gervais am Mont Blanc auf dem Motorrad begleitete. "Versucht nicht, Teil des Spektakels zu werden. Die Fahrer sind das Spektakel, sie sind die Show. Überlasst die Straße den Fahrern", appellierte der Ex-Profi. John Degenkolb war ebenfalls in den Sturz verwickelt, der unmittelbar keinen Fahrer zur Aufgabe zwang.

Pogacar am Vortag im Fan-Spalier ausgebremst

Schon am Vortag hatte es auf der 14. Etappe ebenfalls Probleme mit den eng stehenden Fans am Straßenrand gegeben. Im Sekundenkrimi um das Gelbe Trikot hatte Tadej Pogacar seinen Rivalen Jonas Vingegaard ein letztes Mal entscheidend attackieren wollen - und wurde unsanft ausgebremst. Ein Begleitmotorrad versperrte dem 24-Jährigen den Weg.

In dem dichten Fan-Spalier auf der engen Straße des Col de la Joux Plane, dem letzten Anstieg am Samstag, konnte der im Nachgang sanktionierte Motorrad-Pilot nicht schnell genug Platz machen - Pogacar musste seinen Antritt abbrechen, um eine Kollision zu vermeiden. "Es ist, wie es ist", sagte Pogacar im Anschluss.

Am Montag bietet der zweite Ruhetag den Profis die Gelegenheit, sich von den Strapazen in den Alpen zu erholen.

Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar
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Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar

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