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Tour de France und Wimbledon sträuben sich noch | BR24

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Radsportler bei der Tour de France in Paris

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    Tour de France und Wimbledon sträuben sich noch

    Der Sport steht weltweit still. Nur die Organisatoren der Tour de France und von Wimbledon halten noch am ursprünglichen Terminplan fest. Ob's dabei bleibt? Die Rufe nach einer Verlegung werden auch in Deutschland lauter.

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    Fußball-EM: verschoben. Olympia 2020: verschoben. Aber die Tour de France wehrt sich trotz der dramatischen Coronakrise vehement gegen eine Absage. Das Radsport-Spektakel ist neben dem Tennis-Mekka Wimbledon der letzte Gigant, der sich gegen eine Verlegung sträubt - auch weil die finanziellen Schäden immens wären.

    "Es wäre eine Katastrophe, wenn die Tour nicht gefahren oder erstmal abgesagt wird." Radprofi Emanuel Buchmann
    © picture-alliance/dpa

    Emanuel Buchmann

    Buchmann für Verschiebung der Tour

    Alles andere könne der Radsport ganz gut verkraften, sagt Emanuel Buchmann, im vergangenen Jahr Vierter der Tour-Gesamtwertung. "Aber wenn die Tour ausfällt, wäre das echt schlimm." Der 27-Jährige aus Ravensburg regt eine Vertagung der Großen Schleife an, die am 27. Juni in Nizza beginnen soll: "Vielleicht kann man sie ja auch einen Monat nach hinten verschieben. Es weiß halt niemand, wie die Entwicklung in ein paar Wochen und Monaten aussieht."

    Was eine Absage wirklich bedeuten würde, könne man nicht abschätzen, sagte Klassikerspezialist John Degenkolb dem ZDF. "In erster Linie wäre es wahnsinnig erschreckend. Aber es stehen im Moment wirklich wichtigere Dinge auf der Agenda. Wenn man die Tour de France absagen muss, um die Pandemie einzudämmen, ist das die absolut richtige Entscheidung - so bitter das auch für den Einzelnen ist."

    Teams in Sorge: Alles kann zusammenbrechen

    Insbesondere für viele Teams wären die aus einer Absage resultierenden finanziellen Folgen verheerend. "Wenn es keine Tour gibt, kann das ganze Modell des Radsports zusammenbrechen", sagte Patrick Lefevere, Chef der der Top-Equipe Quick-Step, der Tageszeitung Het Nieuwsblad. "Die Teams investieren Millionen in der Gewissheit, dass sie im Sommer mit einem Engagement bei der Tour belohnt werden. Und da mehrere Teams bereits unter dem Druck stehen, Sponsorengelder für 2021 zu finden, wird die Aufgabe im Falle einer Absage nur noch schwieriger."

    Mit diesem Worst-Case-Szenario setzen sich die Organisatoren der Tour bislang noch nicht auseinander. "Wir stehen in Kontakt mit der ASO (Tour-Organisator Amaury Sport Organisation, d. Red.)", erklärte Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu am Montag auf France Inter: "Es ist von größter Bedeutung, dass diese Veranstaltung durchgeführt werden kann.

    © picture-alliance/dpa

    Spieler in Wimbledon

    Wimbledon: "Werden verantwortungsvoll handeln"

    Wie bei der Tour tickt für Wimbledon der Entscheidungs-Countdown unerbittlich, bis zum prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt (ab 29. Juni) sind es wie bis zur Tour noch knapp drei Monate. Die Spielervereinigungen ATP und WTA haben ihre Spielpausen vergangene Woche bereits bis zum 7. Juni verlängert. Der Klassiker an der Church Road in London war bislang kriegsbedingt in den Jahren 1915 bis 1918 sowie 1940 bis 1945 abgesagt worden.

    "Der All England Lawn Tennis Club überwacht die aktuelle Situation wegen des Coronavirus und arbeitet eng mit der Regierung und den zuständigen Gesundheitsbehörden zusammen. Während wir derzeit weiterhin mit der Durchführung der Championships planen, werden wir verantwortungsvoll handeln im besten Interesse der Gesellschaft", sagte Wimbledons Pressesprecherin Eloise Tyson.