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Tour de France: Tadej Pogacar ist der jüngste Sieger seit 1904 | BR24

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Tadej Pogacar hat die Tour de France 2020 gewonnen

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    Tour de France: Tadej Pogacar ist der jüngste Sieger seit 1904

    Der 21-jährige Slowene Tadej Pogacar hat die Tour de France 2020 gewonnen. Erwartungsgemäß wurden auf der Schlussetappe nach Paris keine Attacken mehr gefahren. Pogacar ist der jüngste Toursieger seit 116 Jahren.

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    Mit 21 Jahren ist der Slowene Tadej Pogacar der jüngste Sieger der Tour de France seit 1904. Nur der damalige Gewinner Henri Cornet aus Frankreich war beim Gewinn des bedeutendsten Radrennens der Welt jünger.

    Mit einem unfassbaren Bergzeitfahren auf der vorletzten 20. Etappe am Samstag war Pogacar ins Gelbe Trikot gefahren und und hatte seinem Landsmann Primoz Roglic den sicher geglaubten Toursieg noch entrissen. Auf der Schlussetappe am Sonntag - die 21. Etappe führte über 122 Kilometer von Mantes-la-Jolie nach Paris - wurde im Fahrerfeld nicht mehr angegriffen.

    Schüchtern hatte Pogacar seinen Husarenritt am Samstag kommentiert. "Ich bin doch nur ein Junge aus Slowenien. Ich habe zwei Schwestern und einen Bruder. Ich weiß nicht, was ich jetzt sagen soll", sagte Pogacar, der am Montag seinen 22. Geburtstag feiert. Als Toursieger.

    Der unterlegene Primoz Roglic war den Tränen nah, gratulierte dem neuen Radsport-Star aber mit Respekt. "Er war viel besser als ich, er verdient das so sehr", sagte Roglic über den Senkrechtstarter aus dem 6.000-Einwohner-Dorf Komenda in der Oberkrain.

    Die Radsportwelt verneigt sich

    Die Radsportwelt verneigt sich vor dem möglichen nächsten Superstar der Szene. "Ich habe vor dem Fernseher geschrien, so wie ich 1989 auf den Champs Élysées bei meinem Sieg geschrien habe. Das ist die Geburt eines großen, großen Champion", sagte der dreimalige Toursieger Greg LeMond aus den USA.

    "Ich wusste schon nach der Vuelta, dass er ein Großer ist. So eine Nummer macht man nicht, wenn man kein Talent hat", sagte der fünfmalige Tourchampion Eddy Merckx. "Das war eine der besten Leistungen, die wir jemals im Radsport gesehen haben. Eine unglaubliche Leistung", schrieb der US-Amerikaner Lance Armstrong in den sozialen Netzwerken.

    Aber: Der Dopingverdacht fährt mit

    Armstrong hatte die Tour von 1999 bis 2005 sieben Mal gewonnen, 2012 wurden ihm alle Titel wegen Doping aber abgesprochen. Auch Pgacars furioses Bergfahren wurde durchaus mit Skepsis aufgenommen. "Er hat Roglic völlig zerstört. Eine unglaublich starke Leistung. Hoffen wir, dass wir uns auch noch in fünf Jahren darüber freuen dürfen", unkte beispielsweise der frühere Radsportler Jens Voigt.

    Gegen Pogacar liegen zwar keinerlei Verdächtigungen vor. Aber der Radsport steht wegen seiner dubiosen Vergangenheit grundsätzlich im Fokus, wenn es um Doping-Vermutungen geht.

    Mit neun Jahren begann Pogacar mit dem Radsport, mit elf Jahren verfolgte er seine Idole vor dem Fernseher. 2009 habe er Alberto Contador zugejubelt. Auch dem wurde ein Toursieg wegen Dopings aberkannt.

    Pogacars Entdecker und Sportdirektor Andrej Hauptman wurde im Jahr 2000 wegen eines Hämatokritwertes von über 50 Prozent nicht zur Tour zugelassen. Und in der Dopingaffäre "Operation Aderlass", die derzeit vor dem Münchner Landgericht verhandelt wird, führen viele Spuren auch nach Slowenien. Bislang führt keine Spur zu Tadej Pogacar.

    Taggessieg geht nach Irland

    Den prestigeträchtigen Tagessieg auf den Champs-Elysees holte im Massensprint der Ire Sam Bennett vor Weltmeister Mads Pedersen aus Dänemark und dem Slowaken Peter Sagan. Die 21. und letzte Etappe der dreiwöchigen Tour führte am Sonntag über 122,5 km von Mantes-La-Jolie in die französische Hauptstadt, wo auf der berühmten Prachtstraße lediglich 5000 Zuschauer zugelassen waren.