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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Pete Goding

Tadej Pogacar steht kurz vor der Krönung zum jüngsten Doppel-Champion in der Geschichte der Tour de France. Beim Tagessieg von Wout Van Aert reichte dem erst 22-Jährigen eine ruhige Fahrt. Eine deutsche Radsport-Legende beendete derweil ihr Karriere.

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Tour de France: Pogacar kurz vor erneutem Tour-Sieg

Tadej Pogacar steht kurz vor der Krönung zum jüngsten Doppel-Champion in der Geschichte der Tour de France. Beim Tagessieg von Wout Van Aert reichte dem erst 22-Jährigen eine ruhige Fahrt. Eine deutsche Radsport-Legende beendete derweil ihr Karriere.

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Die Alpen dominiert, in den Pyrenäen triumphiert, die Zeitfahren kontrolliert, Tadej Pogacar ist der Mann dieser Tour de France. Auch ohne weitere Machtdemonstration wird sich der Slowene am Sonntag zum zweiten Mal zum Gesamtsieger krönen. Nach einer absolut herausragenden Tour wurde Pogacar am Samstag in Saint-Emilion tatsächlich distanziert, das 30,8 Kilometer lange Einzelzeitfahren beendete der erst 22-Jährige als Achter.

Den Sieg sicherte sich der belgische Allrounder Wout Van Aert (Jumbo-Visma), der bereits schon die doppelte Kletterpartie am Mont Ventoux gewonnen hatte. Hinter ihm schafften es auch der Däne Kasper Asgreen und sein Landsmann Vingegaard aufs Tagespodest.

Keldermann steuert auf Platz fünf zu

Mit den Top-Platzierungen des Tages hatten die deutschen Profis um Emanuel Buchmann und Nils Politt nichts zu tun, nachdem Spezialist Tony Martin sturzbedingt längst raus ist. Einen kleinen Erfolg gab es aber für den deutschen Rennstall Bora-hansgrohe: Kapitän Wilco Kelderman schaffte es im Kampf gegen die Uhr zwar nicht mehr, am Australier Ben O'Connor vorbeizukommen, wird das Rennen aber auf Gesamtrang fünf beenden und damit das teaminterne Ziel erreichen. Buchmann hatte die Tour 2019 als Vierter abgeschlossen.

Andre Greipel gibt Karriereende bekannt

Vor Beginn der Etappe hatte der erfolgreichste aktive deutsche Radprofi Andre Greipel sein Karriereende nach der Saison verkündet. Aus klaren Gründen: "Weil ich 39 bin und jetzt 18 Jahre das Ganze gemacht habe und gegen 20-Jährige fahre. Ich habe verstanden, dass jetzt Schluss ist", sagte der Sprint-Oldie. Der im Peloton nur "Gorilla" genannte Greipel kam bei seinem vorletzten Auftritt auf der großen Bühne als 113. ins Ziel, sein Fokus richtet sich auf die Schlussetappe nach Paris.

Für den deutschen Radsport endet damit eine Ära: Greipel war elf Mal bei der Tour de France dabei und ist mit elf Tagessiegen einer der bestdekorierten Deutschen in der Geschichte des Rennens.

"Ich bin super glücklich mit dem, was ich in meiner Karriere erreicht habe". Andre Greipel.

Pogacar bricht alle Rekorde

Pogacar, der am Sonntag auf der "Tour d'Honneur nach Paris traditionell nicht mehr angegriffen wird, wird die dreiwöchige Rundfahrt mit einem Vorsprung von über fünf Minuten auf Jonas Vingegaard (Dänemark) und Richard Carapaz aus Ecuador beenden. Damit trägt sich der 22-Jährige höchstwahrscheinlich in die Geschichtsbücher ein - nicht nur als jüngster Zweifach-Champion in der Historie des prestigeträchtigsten Radrennens der Welt, sondern auch als erneuter Gewinner des Bergtrikots und des Weißen Trikots des besten Jungprofis. So wie der Allrounder hat die Tour seit dem inzwischen als Dopingsünder entlarvten Lance Armstrong vor rund 20 Jahren niemand mehr dominiert. Der Slowene hat die Rivalen in den Bergen beherrscht und bei Tour-Zeitfahren eine exzellente Bilanz: drei Starts, zwei Siege, einmal Platz acht.