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Bildrechte: BR/Michael Düchs

Mit einem frischen Vizeweltmeister-Titel verabschiedet sich Skibergsteiger Toni Palzer in Richtung Radrennsport. Er und sein Vater erzählen bei einer Skitour, wie die Leidenschaft für die Berge sie geprägt hat.

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Toni Palzer - vom geborenen Bergsteiger zum Rennradprofi

Spitzensportler in nur einer Disziplin? Anton Palzer reicht das nicht. Im Skibergsteigen ist er weltklasse, jetzt versucht er sich als Profi-Radsportler. Klingt ungewöhnlich, doch die Sportbegeisterung liegt bei den Palzers in der Familie.

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  • BR24 Sport

Anton "Toni" Palzer ist einer der erfolgreichsten Skibergsteiger der letzten Jahre. Seit 2010 war er beim Weltcup und bei Weltmeisterschaften der Skibergsteiger am Start. Mit der Saison 2021 wird er Teil des bayerischen Radteams Bora-Hansgrohe. Ein ungewöhnlicher Wechsel, schließlich waren die Berge bisher immer ein Teil von Toni Palzers Leben.

Die Palzers – eine Bergsportfamilie

Bereits als Kind hat er mit dem Bergsport angefangen. In seinem Heimatort Ramsau ist das nur naheliegend, findet er: "In Berchtesgaden brauchst du nicht zum Fußballspielen anfangen, da wirst Du es nicht weit schaffen. Da musst du irgendwas mit Bergsport machen."

Auch die Eltern, Wolfgang und Annemarie Palzer, gehen gerne zum Klettern, zum Wandern oder auf Skitour. Wolfgang Palzer ist Bergführer und Ranger im Nationalpark Berchtesgaden. Er war selbst ein Topathlet in der noch relativ neuen Wettkampfdisziplin und wurde 2003 Deutscher Meister im Skibergsteigen.

Der Papa: Konkurrent und bester Freund

Schon früh hat er die Söhne auf Touren mitgenommen: "Der Toni war noch keine 15, da ist er mir schon richtig nachgelaufen und ich habe einfach gewusst, der entwickelt sich", erinnert sich Wolfgang. Bald zieht Toni an seinem Vater vorbei. "Mein Papa ist mein Papa und ist mitunter mein bester Freund, aber auch irgendwo ein Konkurrent", erzählt Sohn Toni.

Frühe Karriere als Skibergsteiger

Schon mit 16 Jahren wird Toni Palzer Deutscher Meister - das erste von vielen Malen. In den Jahren darauf startet er erfolgreich bei zahlreichen Weltmeisterschaften und im Weltcup, 2018 holte er in der Disziplin Vertical den Gesamtweltcup. Heute zählt Toni Palzer mit zu den besten Skibergsteigern der Welt.

Seine Karriere beendet er - nach 2015 und 2017 - auch dieses Jahr als Vizeweltmeister: "Ich glaube, einen schöneren Abschluss von so einer langen Skibergsteigerlaufbahn kann man sich gar nicht vorstellen."

Wechsel zum Radsport: Vater war skeptisch

Jetzt will er sich einer ganz neuen Herausforderung stellen und wechselt in den Profiradsport. Ganz überraschend kam das für seinen Vater Wolfgang nicht, Toni hatte das schon mal angedeutet. Doch Wolfgang war von den Plänen seines Sohnes nicht überzeugt: "Da habe ich gesagt 'Ah geh, Du wirst blöd sein, wirst Dich da auf die Straße rausstellen und die Abgase einschnaufen.'"

Trotz der Skepsis des Vaters läuft ab 1. April der Vertrag beim Profiradteam Bora-Hansgrohe. So genau weiß der Quereinsteiger noch nicht, was da auf ihn zukommt: "Vorfreude klar, aber auch Angst, dass ich es überhaupt schaffen kann. Es wird ein Riesenabenteuer werden, glaube ich."

Die Berge warten auf Toni Palzer

Ein Abenteuer, für das der Vizeweltmeister auf Einiges verzichtet: "Die nächsten Jahre werde ich wahrscheinlich nicht mehr so viel Klettern gehen können und auch nicht mehr so viel Skitouren gehen können."

Sein ganzes Leben lang haben ihn die Berge begleitet. Mit ihnen verknüpft sind eine Menge schöner Erinnerungen. Doch Toni Palzer verabschiedet sich nur vorübergehend von den Bergen: "Ich weiß, wenn ich mit dem Radsport fertig bin, dann kann ich wieder Klettern gehen, dann kann ich wieder Skitouren gehen und ich habe aber das Abenteuer Radsport auch noch mitgenommen."