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Toni Kroos - Willkommen im "Hunderter-Klub" | BR24

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Toni Kroos

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    Toni Kroos - Willkommen im "Hunderter-Klub"

    Toni Kroos von Real Madrid hat gegen die Schweiz sein 100. Länderspiel bestritten. Der Neue im "Hunderter-Klub", der in einem Sondertrikot auflief, hätte sich allerdings einen Sieg zum Jubiläum gewünscht.

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    Toni Kroos konnte seine Kinder beruhigen. Er habe zwei Sondertrikots mit der goldenen 100 auf der Brust, erklärte der Weltmeister von 2014 seiner leicht quengeligen Tochter Amelie nach dem Abpfiff auf der Tribüne: "Eines für Leon und eines für dich."

    Der Hausfrieden ist also in diesem Punkt keineswegs gefährdet. Sportlich allerdings hätte es für Kroos in seinem 100. Länderspiel besser laufen können. Mit dem 3:3 (1:2) gegen die Schweiz in Köln konnte er nicht zufrieden sein, ohnehin gehe es ihm "mehr um Ergebnisse als um Zahlen und Einsätze. Aber die Hundert ist schon schön."

    Ausgerechnet die sonst so zuverlässige "Passmaschine" von Real Madrid hatte beim Geisterspiel einen folgenschweren Blackout. Kroos' Ballverlust im Mittelfeld führte in der 26. Minute zum 0:2 durch Remo Freuler.

    Das Ende jedoch war dank guter Moral noch halbwegs versöhnlich, auch wenn sein Freistoß in der Nachspielzeit nicht mehr zum erhofften Siegtor führte.

    In der Kabine bekam Kroos hohen Besuch: DFB-Präsident Fritz Keller hielt eine Ansprache für ihn und Joshua Kimmich, der sein 50. Länderspiel absolviert hatte.

    Zuvor hatte schon Bundestrainer Joachim Löw den Jubilar in den höchsten Tönen gelobt und ihn seiner Wertschätzung versichert:

    "Toni Kroos ist ein Spieler, der Weltklasse darstellt. Was er an Konstanz und Klasse zeigt, ist einmalig." Bundestrainer Joachim Löw

    Besonders Kroos' Abgeklärtheit beeindruckt Löw: "Er zeigt nie irgendwelche Anzeichen von Nervosität. Als ich ihn vor dem WM-Finale 2014 gesehen habe, habe ich eins gesehen: Ruhe."

    15. Nationalspieler mit 100 Länderspielen

    Als 15. deutscher Nationalspieler hat Kroos sein 100. Länderspiel bestreiten, sein Debüt gab er am 3. März 2010 gegen Argentinien. Seitdem ist viel passiert im Leben des Greifswalders, der selbst bei seinen größten Erfolgen immer ein bisschen unnahbar wirkte.

    Und Triumphe gab es viele. Weltmeister, Champions-League-Sieger, deutscher Meister, spanischer Meister - Kroos stemmte reihenweise Pokale in die Höhe. "Er hat unglaubliche Erfolge gefeiert", sagte sein Teamkollege Leon Goretzka: "Er weiß, wie man Titel gewinnt. Er ist kein aggressiver Leader. Aber ein Fixpunkt im Spiel. Er will den Ball immer haben und findet immer eine Lösung. Das ist sehr beeindruckend."

    Distanz und Nähe

    Dass der 30-Jährige immer ein wenig distanziert erschien, mag mit seinem Werdegang zusammenhängen. Schon als Teenager musste er sich fernab der Heimat in München beweisen. Es schien jahrelang, als habe er als Schutz eine Mauer um sich errichtet.

    In den vergangenen Jahren wurde aber auch der stolze Familienvater immer offener. Über seine Social-Media-Kanäle postete er private Fotos, tiefe Einblicke in sein Leben gestattete Kroos in einem Dokumentarfilm mit seinem Namen. Im Podcast "Einfach mal luppen" mit seinem Bruder Felix geht es öfter auch mal launig zu.

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    Der EM-Titel fehlt ihm noch: Toni Kroos

    EM-Titel das letzte große Ziel

    In der Nationalmannschaft genießt das "Metronom" im Mittelfeld einen Sonderstatus, auch wenn Kroos im Kreise der neuen Spieler-Generation mit Serge Gnabry und Leroy Sane ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt. "Er geht der Verantwortung nicht aus dem Weg", lobte Löw.

    Deswegen ist Kroos gesetzt. "Wenn ich nichts höre von Jogi, dann reise ich auch an. Egal ob ich nominiert bin oder nicht: Ich komme dann", verriet Kroos zuletzt in seinem Podcast. Der Bundestrainer meldet sich nur noch, wenn er Kroos eine Pause geben möchte.

    Doch beim Neuaufbau nach dem WM-Debakel 2018 ist Kroos eigentlich unverzichtbar, Länderspiele ohne ihn sind daher die Ausnahme. Kroos ist immer noch voller Ehrgeiz. Den letzten fehlenden großen Titel will er bei der ins kommende Jahr verschobenen EM gewinnen. "Den würde ich tatsächlich gern noch holen", sagt der Fußballer des Jahres 2018.