Symbolbild: Fans protestieren gegen Anstoßzeiten
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Titelrennen: Entscheidet der Spielplan die Meisterschaft?

Bis auf den letzten Spieltag spielen die Meisterschaftsanwärter FC Bayern und Borussia Dortmund nicht mehr zur gleichen Zeit. Die Zerstückelung des Spieltags sei weder fair noch fangerecht, kritisiert das Fan-Bündnis "Unsere Kurve".

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Das Titelrennen in der Fußball-Bundesliga ist immer noch völlig offen. Zwei Spieltage vor Saisonende liegt der FC Bayern weiterhin einen Punkt vor Verfolger Borussia Dortmund und hat es demnach in der eigenen Hand, die elfte Meisterschaft in Folge zu feiern. Weil Dortmund erst am Sonntag beim FC Augsburg spielt, könnte der FC Bayern, der sein Heimspiel gegen RB Leipzig bereits am Samstagabend bestreitet (ab 20:30 Uhr in der Livereportage zum Hören), quasi auf dem Sofa Meister werden. Der zerstückelte Spielplan sorgt für Kritik, zumal früher an den letzten beiden Spieltagen parallel gespielt wurde, um Verzerrungen zu vermeiden.

Fanbündnis "Unsere Kurve" kritisiert Zerstückelung des Spieltags

Das Fanbündnis "Unsere Kurve" hat vor dem 33. Spieltag Kritik an der Zerstückelung geübt. "Spannung und Emotionen leiden, Fankultur wird beschnitten, die Fairness des Wettbewerbs geschädigt", heißt es in einer Stellungnahme. Die zeitliche Trennung der Spiele in 1. und 2. Liga bedeute "weniger Spannung, weniger Emotionen, weniger Zusammen!"

In der Tat könnte bereits das Freitagabendspiel einiges an Spannung aus diesem Spieltag nehmen. Der SC Freiburg empfängt den VfL Wolfsburg. Sollte der Sportclub verlieren hätte Leipzig, der Gegner des FC Bayern am Samstag, bereits die Qualifikation sicher. Gewinnt Freiburg, braucht Leipzig drei Punkte in München.

BVB-Sportdirektor Kehl empfindet "gewissen Nachteil"

Der Ausgang der Partie in München beeinflusst wiederum die Meisterschaftschancen der Dortmunder. Sollten die Bayern am Samstagabend verlieren, könnte der BVB am Sonntag vorbeiziehen. Gewinnen die Münchner gehen sie auf jeden Fall als Tabellenführer ins Saisonfinale. Verlieren die Schwarzgelben aber in Augsburg, feiert der FCB die Meisterschaft auf der Couch. Am Sonntag findet das Nachziehen der Borussia aber ein Ende.

Sportdirektor Sebastian Kehl hatte schon vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg vor zwei Wochen den Spielplan kritisiert: "Ich finde es einen gewissen Nachteil, wenn man jetzt dreimal hinterherzieht in den nächsten Wochen", so Kehl gegenüber "DAZN". Die Zerstückelung ließe "nur Platz für ein endloses 'Was wäre, wenn...'", kritisiert das Fanbündnis "Unsere Kurve". Dabei sei "die einzigartige Spannung, für die wir den Fußball lieben", doch "unbezahlbar".

Früher wurde an den letzten beiden Spieltagen parallel gespielt

Seit der vergangenen Saison und noch bis mindestens 2024/25 gilt: Die Anstoßzeiten am vorletzten Spieltag sind wie an allen Runden zuvor von Freitag bis Sonntag aufgeteilt. Erst am 34. Spieltag wird neunmal zeitgleich gespielt. In anderen europäischen Topligen wird dies schon länger so gehandhabt.

"Nach der immer noch ungerechten Verteilung der TV-Gelder und den Überlegungen zum Investoren-Einstieg in der DFL schlägt das Pendel ein weiteres Mal in Richtung Profit statt Sport aus", heißt es dazu in der Erklärung von "Unsere Kurve". Für die Fans steht fest: "Die Demut war nur ein Wort." Die Fans blieben "ratlos zurück", die leidende Fankultur sei "durch keine Fernsehgelder zu ersetzen". Außerdem werde die "pure und unmissverständliche Idee des Sports" sowie die Integrität des Wettbewerbs beschädigt.

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